Die Vielfalt des Lötens

Aufgrund der zahlreichen im Markt verfügbaren Oberflächen bestehen oft Unsicherheiten beim Weichlöten von Kupfer- und Zinkblechen. In unserem Bericht erhaltenSie Praxistipps für die perfekte Lötnaht.

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Um eine perfekte Lötnaht zu erzielen, kommt es auf die richtigen Lötstoffe und auf eine gewissenhafte Nahtvorbereitung an. Foto: Rheinzink Arbeitsanleitung Weichlöten

Die übliche Verbindungstechnik im Klempnerhandwerk ist die Falztechnik. Sie gilt, je nach Ausführung, als regensicher oder auch als regendicht jedoch ist sie nicht wasserdicht. Wasserdichte Verbindungen bieten Schutz bei drückendem Wasser. Ein geringer Wasserdruck durch Niederschlagswasser entsteht beispielweise bei Rückstau in flachgeneigten Dachbereichen, Kehlen, Dachrinnen und Regenfallrohren. So sind entsprechend den Klempnerfachregeln des ZVSHK folgende Verbindungen wasserdicht auszuführen:

- bei der Verlegung von Regenfallrohren und Zubehör < 10 Grad Neigung

- bei Anschlüssen und Kehlen < 15 Grad Neigung

- bei Scharen-Querverbindungen < 7 Grad Dachneigung

Je nach auftretendem Wasserdruck werden wasserdichte Nähte durch Löten, Schweißen, Nieten und Löten/Dichteinlage und Doppelfalzung mit Dichteinlage erzielt die fachgerechte Herstellung natürlich vorausgesetzt. Beim Löten sind einige wichtige Dinge zu beachten. So kommt es besonders auf die gewissenhafte Vorbereitung der zu verbindenden Profilendungen an. Egal, ob Kupfer oder Zink, die Oberflächen der Lötstelle müssen metallisch blank sein, da Verunreinigungen den Lötvorgang erschweren und Undichtheiten zur Folge haben können. Hierzu sind die vom Walzvorgang verbliebenen Schmier- und Kühlmittel, Öle oder Emulsionen zu entfernen, zum Beispiel mit Reinigungs- und Flussmitteln. Dicke, fest haftende Oxid-, Schmutz- oder Schutzschichten können teilweise nur abrasiv durch Abschaben oder Abschmirgeln entfernt werden.

Aufgrund der unterschiedlichen Werkstoffeigenschaften der Metalle sind die geeigneten Lote und Flussmittel entsprechend den Klempnerfachregeln und den Angaben der Hersteller zu verwenden. Sie sorgen für die dauerhafte und feste Verbindung der zu lötenden Flächen. Wichtiger Hinweis: Beim Löten von Edelstahl dürfen nur chloridfreie Flussmittel verwendet werden.

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Aufgrund der unterschiedlichen Werkstoffeigenschaften der Metalle sind Lote und Flussmittel entsprechend den Klempnerfachregeln und den Herstellerangaben zu verwenden.Foto:  KME

Einschlüsse vermeiden

Die Lötnahtüberdeckung oder -überlappung sollte mindestens eine Breite von 10 bis 15 Millimetern aufweisen. Durchgelötete Nähte in Überlappungsbreite erbringen die größte Festigkeit und vermeiden Einschlüsse von korrosionsfördernden Flussmittelresten. Größere Überlappungsbreiten erschweren das Durchlöten. Beim Löten von Bauteilen mit großem Zuschnitt, wie beispielweise innen liegende Sheddachrinnen und Metalldicken über 0,8 Millimeter, empfehlen die Klempnerfachregeln des ZVSHK das Vorverzinnen der Lötnahtflächen. Dies erleichtert das Richten des Kapillar- beziehungsweise Lötspaltes, der nicht größer als 0,5 Millimeter sein darf.

Je nach Einsatzbereich können Hammer oder Spitzkolben für den Lötvorgang verwendet werden. Erfahrungsgemäß sorgt ein 500 Gramm schwerer Kolben für eine gute Wärmespeicherung, ohne schnell zu überhitzen. Während man beim Löten von Kupfer aufgrund der hohen Wärmeleitfähigkeit mehr "Gas" geben darf, ist bei Zink wegen seines niedrigen Schmelzpunktes von 418 °C stets eine Arbeitstemperatur von etwa 250 °C zu halten. Dabei ermöglicht eine breite Auflagefläche der Finne (beim Hammerkolben) den schnellen und gleichmäßigen Wärmeübergang auf die Lötstelle. Dabei ist zu beachten, dass das Lot nur dorthin fließt, wo auch die Wärme zugeführt wird. Nach Beendigung des Lötvorgangs müssen Flussmittelreste möglichst beidseitig entfernt werden. Dadurch wird die Korrosionsgefahr minimiert und es entstehen keine Oxidationsspuren, die sich nachteilig auf das optische Erscheinungsbild der Klempnerarbeit auswirken.

Kupfer

Eine besondere Oberflächenvielfalt ist im Bereich des Metallwerkstoffs Kupfer verfügbar. Hier werden neben dem klassischen Kupferblech auch chemisch behandelte Oberflächen sowie Legierungen mit den Metallen Zink, Zinn und Aluminium angeboten. Hierfür sind in der Löttechnik unterschiedliche Verfahrensweisen zu beachten, zu denen die Firma KME beispielsweise nachstehende Hinweise gibt:

- Unlegiertes, Kupfer: Zum Löten von unlegiertem Kupfer eignen sich Weichlote nach DIN EN 29453:

- Zinn mit Beimengung von 60 Prozent Blei, antimonfrei, Schmelzpunkt 183235 °C mit der Bezeichnung L-Pb60 Sn 40. Die Lötnähte werden 30 Millimeter überlappt und zur Aufnahme der Scherkräfte einreihig genietet.

Klaus Siepenkort

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 03.12.