Eine Kuppel für den Kamin

An komplizierten Dachgeometrien zeigen Klempner und Spengler ihr Können, so auch die Firma Pause aus Berlin: ­ Mit gebogenen Stahlbindern, Furnierschichtholz und Kupferblech formte sie eine komplizierte Kuppel für das Kaminzimmer.

Pause 1
Die Klempner der Firma Pause passen die Tafeln vor Ort jeweils einzeln an und nieten sie auf die vormontierten Kupferbänder. Fotos: Pause GmbH

Individuelle Wünsche ihrer Kunden erledigt die Firma Pause besonders gern, denn „mit jeder Herausforderung erweitert sich der Erfahrungsschatz und verkleinert sich der Wettbewerb“, so Benjamin Pauses Motto. Und jeder Fachmann sieht es sofort: Die Errichtung dieser Kuppel war auf keinen Fall typischer Klempner-Alltag. Bei dem kompletten Neuaufbau einer Dachgeschossmaisonette und einer Kuppel mit ein- und ausgeschwungenen Radien forderte vor allem die Unterkonstruktion die Abteilungen Dach-, Holz- und Klempnertechnik heraus: Firma Pause ist Komplettanbieter „Dach“ und erstellt alle statischen und bauphysikalischen Funktionsschichten von Dachkonstruktionen. Bei diesem Projekt, das es übrigens unter die TOP TEN des Sanierungspreis 16 geschafft hat, musste jede Menge Ingenieurs- und Handwerkskunst aufgebracht werden, bevor der erste Hammerschlag erfolgte. „Wunsch des Bauherrn war, dass das geplante Wohn- und Kaminzimmer mit rechteckigem Grundriss der Maisonettewohnung mit einer freitragenden Kuppel überspannt wird. Dabei sollten sich die Wölbungen sowohl an der langen als auch der kurzen Seite von der üblichen Betrachtungsweise möglichst gleichmäßig rund darstellen. Die Oberfläche der Kuppel musste edel und glatt wirken, ohne jegliche Erhöhungen. Damit waren sowohl liegende als auch stehende Falzverbindungen gemeint. Das war nicht nur eine Herausforderung für uns, sondern gleichermaßen für das Hamburger Architekturbüro Köhler, mit dem wir gemeinsam eine Lösung erarbeiteten“, beschreibt Geschäftsführer Benjamin Pause die Bauaufgabe.

Vom Wunsch zur Lösung

Grundlage für die Überlegungen zur Konstruktion der Kuppel waren also zwei kurze und zwei lange tragende Wände. Die Entwässerung musste an den kurzen Außenwänden in vorgehängte Rinnen erfolgen, die seitlichen Anschlüsse an die aufgehenden Ortgänge waren mit Gefälle zu den Außendachrinnen zu konstruieren. Andreas Bloch, Oberbauleiter Fachbereich Dach für dieses Vorhaben, erklärt dazu: „Aufgrund der zwei unterschiedlichen Seitenlängen ergaben sich zu den Entwässerungspunkten eingeschwungene Bereiche und unterschiedliche Radien, sodass man durchaus von einer Freiform sprechen kann. Das Architekturbüro visualisierte die entwickelte Dachkonstruktion, die die Zustimmung des Bauherrn erhielt. Anschließend beschäftigten wir uns mit dem Konstruktionsaufbau einschließlich der Statik und den bauphysikalischen Belangen.“

Die Umsetzung erforderte eine Sonderkonstruktion aus Stahlbindern (Schweißbinder) und Furnierschichtholzsparren aus „Intrallam“. Das Spanst­reifenholz besteht aus miteinander ­verleimten Pappelholzstreifen von ca. 0,8 × 30 × 300 cm. Als Bindemittel kommt MDI-Polyurethan-Klebstoff zum Einsatz. Intrallam besitzt einen höheren Anteil quer angeordneter Späne und erhält damit eine hohe Stabilität. Auf die Sparren sind zwei Lagen Schalung um 90° versetzt angeordnet und mit einer bituminösen Trennlage (G200 DD) abgedeckt. Die unbelüftete Dachkonstruktion ist mit einer Zellulose-Einblasdämmung zwischen den Sparren gefüllt, mit einer Luftdichtung nach innen geschlossen und auf einem Streckmetallgitter verputzt. Die verputzte Zimmerdecke folgt der Kuppelform und sorgt für die außergewöhnliche Innenarchitektur.

Wasserdicht trotz Fugen

„Da keinerlei dichtende Falzverbindung, jedoch eine hochwertige Metalloberfläche als Gestaltungsebene gewünscht war, haben wir die wasserführende Ebene darunter angeordnet. Die Wahl fiel letztlich auf 1,0 mm dicke Kupferblechtafeln, die mit offenen Fugen verlegt und auf einer geeigneten Unterkonstrukti...