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Fassade aus Blechprofilrosten
Eine neuartige Fassadengestaltung wagt das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden: Blechprofilroste, üblicherweise zur Sicherheit unter den Füßen eingesetzt, dienen dort als Bekleidungselemente.
Obwohl die bereits seit Jahren laufenden Ausbauarbeiten immer noch nicht abgeschlossen sind, ist die avantgardistische Fassade am neuen Gebäudetrakt nunmehr erkennbar. Der amerikanische Stararchitekt Daniel Libeskind, bekannt durch seinen Entwurf für die Neubebauung von Ground Zero in New York, setzt dabei auf Blechprofilroste aus eloxiertem Aluminium. Die 4980 Bauteile mit maximalen Abmessungen 489 × 30 × 5 Zentimetern stammen vom deutschen Hersteller Graepel. Entwickelt und eingesetzt werden sie vor allem im konstruktiven Objektbau: Als rutschhemmender Bodenbelag für Treppen, Wege und Stege.
Für das Museum wählte Libeskind eine Kombination aus einer Rundprägung mit 12 Millimeter Lochdurchmesser und 41,4 Millimeter Lochabstand und einem nach unten gesickten Schlitz mit 15 Millimeter Breite und 240 Millimeter Länge. In der originären Funktion bietet diese Variante ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Rutschhemmung und Drainagewirkung. Zweckentfremdet als Fassadenelement, bieten die Profile ein Mehrfaches an Vorteilen: Sie zerteilen den Winddruck, schützen die Gebäudehülle bei Starkregen, reduzieren die Wärme- und UV-Einstrahlung, mindern die Schallreflexionen und gewährleisten obendrein dezenten Einblickschutz. Sicherheit ist per se Thema der Bundeswehr. Zur Wirtschaftlichkeit solcher Konstruktionen trägt die eingesparte Klimaanlagenleistung bei. Für Museumsbesucher bleibt der Blick nach draußen interessant: Die "Gardine aus Aluminium" ist durchsichtig wie das Fliegenschutzgitter daheim.
Mit seiner markanten Fassade wird das Militärhistorische Museum zweifelsohne Akzente setzen. Die schräg angebrachten Blechprofilroste greifen die Formensprache des Neubaus auf, den Libeskind wie einen Keil in die erhaltene Bausubstanz des Arsenals von 1873 getrieben hat: Die V-Form symbolisiert den Formationsflug der alliierten Bomber gen Dresden, steht für das Victory-Siegeszeichen und wirkt als Splitter im Mark der Weltgeschichte, der für immer bleiben und mahnen wird. Die Neueröffnung des derzeit geschlossenen Museums am Olbrichtplatz wird für Anfang 2012 erwartet.
