Fassade mit Effekt

Architektur und Technik kennzeichnen das neue Umspannwerk ­Zürich-Oerlikon. Von der elektrotechnischen Ausrüstung bis hin zur Fassade ist alles gestaltet. Eine faltbare Fassadenbekleidung in Klempnertechnik lässt das Bauwerk immer anders erscheinen.

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Überirdisch beherbergt der Neubau ein zweigeschossiges Werkhofgebäude, das den Monteuren des Stromversorgers als Stützpunkt für ihre Montage- und Servicearbeiten am elektrischen Verteilnetz der Stadt dient. Foto: illiz Architektur

Das neu errichtete Umspannwerk dient als Ersatz für eine Freiluftschaltanlage, die 1949 errichtet wurde. Da sich das Areal inmitten eines der größten innerstädtischen Stadtumbaugebiete der Schweiz befindet, verlegten die Architektinnen die gesamte moderne Technik unter die Erde. Mit drei Untergeschossen reicht das Umspannwerk seiner tiefsten Stelle 15 m unter den Grundwasserspiegel und musste, um ein Aufschwimmen zuverlässig zu verhindern, entsprechend schwer gebaut werden. Im 2. Untergeschoss befindet sich Herzstück des Neubaus, die 150-kV-Hochspannungsschaltanlage. Sie ist in einer 13 m hohen, unterirdischen Schaltanlagenhalle untergebracht, die sich einige Meter über die Erdoberfläche erhebt und durch einen überdimensionalen Guckkasten von außen eingesehen werden kann. Überirdisch beherbergt der Neubau ein zweigeschossiges Werkhofgebäude, das den Monteuren des Stromversorgers als Stützpunkt für ihre Montage- und Servicearbeiten am elektrischen Verteilnetz der Stadt dient. Als Bekleidung für die vorgehängte hinterlüftete Fassadenkonstruktion wählten die Architektinnen das Titanzink in der Oberflächenqualität prePatina schiefergrau, da es einen gewünschten optisch irisierenden Effekt ermöglicht. Hierbei erscheint eine Oberfläche je nach Perspektive in anderen Farben.

Querverstrebungen zum Stabilisieren


Die Ausführung der Elemente basiert auf dem Rheinzink-Kassetten-System und wurde von den Architektinnen zusammen mit dem Fassadenbauer entwickelt. Es handelt sich dabei um großflächige Profile, die zur Stabilisierung an allen vier Seiten mit Kantungen versehen werden, sich schnell montieren lassen und objektbezogen gefertigt werden können. Beim Umspannwerk Zürich wurde ein großer Teil der Kassetten mit einem Lochmuster versehen, um das hör- und fühlbare Brummen des Stroms in die Außenwelt zu übertragen. Dies ist durch vier Module erreicht worden, die mit unterschiedlichen Lochungsdichten ausgestattet und in einem von den Architektinnen vorgegebenen Muster an der Fassade montiert wurden. Die Kassetten wurden als 1,2 mm dicke Tafeln (größtes Format: 1000 x 4000 mm) vom Hersteller Rheinzink geliefert und von der Firma Ammann & Thürlemann AG Fassadentechnik - passend für die jeweilige Montagestelle - zugeschnitten, gestanzt, geklinkt und ringsherum gekantet.

Frank Neumann


Den kompletten Beitrag lesen Sie in klempner magazin, Ausgabe 2.2017