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Fassade mit Kulisse

Dass Spenglertechnik und Architektur eine Symbiose bilden, zeigten die österreichischen Planer Sebastian Krehn und Spenglermeister Erich Müller an einem individuell gestalteten Einfamilienhaus. Lesen Sie die Details.

Architekt Sebastian Krehn gestaltete mit Hightech Architektur aus Metall einen einmaligen Kontrast zur einmaligen Naturkulisse. Foto: Sebastian Krehn

Individuelle Bauherrenwünsche erfordern oft unkonventionelle Architekturkonzepte. Mit seinem kreativen Entwurf, einer Kombination aus Aluminium, Glas und Rauriser Naturstein, erhielt der Österreichische Architekt Sebastian Krehn den Auftrag zur Errichtung eines nicht alltäglichen Einfamilienhauses vor einmaliger Kulisse das Grundstück befindet sich am Ortsrand von Lermoos mit Blick auf den Talkessel und die Zugspitze. Einmalig ist aber nicht nur die Kulisse, sondern ebenso der Blick auf den mit meisterlichen Handwerksleistungen umgesetzten Entwurf, der auf Kriterien wie Nachhaltigkeit und Energieeffizienz basiert. Sämtliche Glaselemente sind handwerkliche Sonderanfertigungen und von außen und innen flächenbündig mit den Natursteinwänden, Decken und Böden ausgeführt. Die gewölbte, über das Erdgeschoss auskragende Südfassade hebt sich mit ihrer silbrig glänzenden Prefalz-Aluminiumbekleidung bewusst von der Glas- und Natursteinkonstruktion ab. Auch die ebenfalls gewölbte Fläche der Deckuntersicht im Anschluss an die Südfassade und die Untersichten der Dachüberstände sind mit silbern farbbeschichtetem Aluminium bekleidet.

Zuständig für die anspruchsvollen Metallarbeiten war die ortsansässige Spenglerei Müller. Spenglermeister und Firmeninhaber Erich Müller führt mit seinem Team seit über dreißig Jahren Metalldächer, Metallfassaden, aber auch Dachdeckerarbeiten aller Art aus. Somit hat er alle Schnittstellen fest im Griff. Anspruchsvolle Schnittstellen gab es auch an diesem Projekt, insbesondere an den Übergängen Dach/Südfassade/Fassadenuntersicht. Aufgrund der Wölbungen musste die Untersicht entsprechend dem runden Verlauf präzise angeformt und miteinander verfalzt werden, ohne dabei zusätzlich Spannungen in die Bekleidungen einzutragen. Die Ausführung erfolgte in Winkelstehfalztechnik auf einer vollflächigen und hinterlüfteten Holzschalung. Bemerkenswert ist, dass die Stehfalzbekleidung der Untersicht optisch teilweise bis in den Wohnbereich geführt ist. Die Zuluftöffnungen für die Hinterlüftung sind an den Wandanschlüssen der Untersichten angeordnet, die Entlüftungsöffnungen am oberen Fassadenabschluss. Die Unterkonstruktion ist so gestaltet, dass die Hinterlüftung ungehindert funktioniert und auf die unerwünschte Konstruktionen für die Zuluft am Fassadenfußpunkt verzichtet werden konnte. "Die Herausforderung für uns war, dass die Winkelstehfalzbekleidungen mit Scharenlängen über acht Meter ohne Unterbrechungen durch Querfalze ausgeführt werden mussten. Um die langen Profile möglichst spannungsfrei montieren zu können, waren zeitweise viele Hände gleichzeitig erforderlich", schildert Spenglermeister Erich Müller. Die Scharenendausbildungen sind so gestaltet, das hier Dehnungsbewegungen bei Temperaturwechsel schadlos stattfinden können. Damit diese zu beiden Seiten gleichmäßig erfolgt, ist der Festhaftbereich in der Scharmitte angeordnet.

Um eine glatte Oberfläche ohne störende Befestigungsmittel zu erzielen, wurden die Verbundplatten geklebt. Im Klebebereich ist bei Holzuntergrund ein Voranstrich erforderlich. Das doppelseitige Klebeband, das hier gerade aufgeklebt wird, dient als kurzzeitige Fixierung der Platte, bis die eigentliche Klebemasse ihre Klebekraft entwickelt hat. Foto: Erich Müller

Schrauben Sie noch oder kleben Sie schon?

Neben den knapp 200 Quadratmetern Winkelstehfalzbekleidungen verlegte die Spenglerei Müller an diesem Bauvorhaben zusätzlich noch etwa hundert Quadratmeter Untersichten der Dachüberstande sowie verschiedene senkrechte Bekleidungen mit dem Prefa-Reynobond Verbundsystem im gleichen Farbton. Das Verbundsystem besteht aus zwei farbbeschichteten Aluminiumblechen mit 0,5 Millimetern Dicke, die beidseitig im Schmelzfixierverfahren auf einen 3,0 Millimeter dicken Polyethylenkern aufgebracht sind. Diese gleichermaßen chemische und mechanische Haftvermittlung bewirkt eine sehr hohe Ablösebeständigkeit der Blechhaut.

Klaus Siepenkort

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 06.2011.


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