Forschungsvorhaben genehmigt

Studienrichtung Gebäudehülle❙ Der Anfang ist gemacht: Die ersten Studierenden haben ihr Studium abgeschlossen und sind nun Bachelor of Engineering, beziehungsweise schreiben ihre Bachelorarbeit. Das Forschungsvorhaben ist genehmigt und gestartet.

Forschungsvorhaben
Fast 60 Studenten des Studiengangs sowie zwei Dozenten besichtigten das Zambelli-Werk in Stephansposching. Foto: Zambelli

Am 20. Juni trafen sich die Mitglieder des Fördervereins für die Studienrichtung Gebäudehülle e.V. zur turnusmäßigen Versammlung an der Hochschule Rosenheim. In seiner Begrüßung stellte der 1. Vorsitzende Johannes Binder den neuen Hauptgeschäftsführer des ZVSHK Andreas Müller vor, der somit auch neuer Geschäftsführer des Fördervereins ist. Vielen ist er bereits sehr bekannt, denn seit mehr als 20 Jahren ist er einer der Leistungsträger im Zentralverband. In seinem ersten Vortrag der Mitgliederversammlung konnte Andreas Müller gleich die gute Nachricht verkünden, dass der Antrag zur staatlichen Förderung des Forschungsvorhabens „Tragverhalten von Haften in Doppelstehfalzdächern“ von der Forschungsinitiative Zukunft Bau genehmigt wurde. Somit hat sich der Einsatz der D-A-CH-S – Gruppe in Zusammenarbeit mit Professor Lass, Leiter der Studienrichtung, gelohnt. Denn zunächst musste ein Forschungssteckbrief erarbeitet werden, der den Forschungsgrund, Problembeschreibungen und Zielsetzungen überzeugend formuliert. Das Auftragsvolumen beträgt rund 120.000 Euro bei einer Förderquote von 70 Prozent. Glückwunsch!


Zur Erinnerung: Innerhalb des Versuchsaufbaus sollen unter anderem Zug- und Schubversuche sowie Dauerschwingversuche durchgeführt werden, um Festigkeits- und Verformungskennwerte der Falzbindungen zu ermitteln. Ebenso wird die Tragfähigkeit der Haften in Abhängigkeit von der Anordnung sowie der Anzahl der Befestigungsmittel geprüft und entsprechend angepasst. Um die Anzahl der Fest- und Schiebehafte zu optimieren, ist darüber hinaus der Einfluss der Biegetragfähigkeit von Scharen zu ermitteln, die wiederum abhängig ist von der Profilgeometrie. Mit weiteren Untersuchungen kompletter Baugruppen (Dachinstallationen) und deren Lastweiterleitung auf der Dachfläche soll im Gesamtziel der Forschungsarbeit eine geschlossene Nachweiskette einschließlich Standsicherheitsnachweis geführt werden können. „Ziel ist es, mit den ermittelten Werten, unter Berücksichtigung aller Einflussfaktoren, eine Software zur sicheren Berechnung der Haftbefestigung zu programmieren“, so Professor Jörn Lass. „Aufgrund fehlender Nachweismöglichkeiten besteht die Gefahr, dass Produkte wie handwerkliche Stehfalzdeckungen nicht mehr verarbeitet werden dürfen und der Branche verloren gehen. Aus diesem Grund brauchen wir den Zugang zu Forschungseinrichtungen, wie sie an der Hochschule zur Verfügung stehen. Allein deshalb ist die Förderung der Studienrichtung für uns so wichtig“, bekräftigt Johannes Binder.
Schöner Nebeneffekt: Beim Klempnertreff in Münster erfuhr Martin Binder, Geschäftsführer von ST Quadrat, beim Vortrag des Fördervereins von diesem Forschungsvorhaben und beantragte gleich die Mitgliedschaft: „Als Hersteller von Absturz-Sicherungssystemen haben wir ein großes Interesse an den Untersuchungsergebnissen. Sie sind besonders wertvoll bei der Produktentwicklung unserer Systeme für Metalldächer. Wir werden die Studienrichtung deshalb gern unterstützen“, bestätigte Martin Binder. Der Projektstart mit ersten Versuchsanordnungen erfolgte bereits im Mai 2017.

Initiative 2020

Da die zunächst auf fünf Jahre befristete Förderung des Vereins in 2018 ausläuft, appellierte der Vorsitzende Johannes Binder, diese weitere drei Jahre bis 2020 fortzusetzen: „Zwar haben wir noch nicht die ausreichende Anzahl an Studierenden, aber dennoch viel erreicht, beispielsweise die Genehmigung des Forschungsprojekts. Ich bin mir sicher, dass sich der Einsatz lohnt und wir bis 2020 genug Studenten für die Studienrichtung gewinnen, sodass die staatliche Förderungsübernahme gelingt – und dies ist unser Ziel. Ich freue mich, dass wir bereits positive Signale und feste Zusagen vieler Mitglieder hierzu erhalten haben“, so Johannes Binder. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass das Akquirieren von Studenten für die Studienrichtung nicht allein die Aufgabe der Hochschule sei, sondern auch die Mitglieder, also Unternehmen und Verbände hierfür werben sollten, beispielsweise bei Fortbildungswilligen in der eigenen Belegschaft. Er erinnerte an Vorteile der Mitgliedschaft und gab den Rat, aktiv am Hochschulgeschehen teilzunehmen und Kontakt zu den Studierenden zu suchen.


Klaus Siepenkort


Den kompletten Beitrag lesen Sie in klempner magazin, Ausgabe 5.2017.