Gold für die Bank

Metallfassaden zählen mittlerweile zum Alltag der Firma Reinhardt GmbH aus Bad Rappenau. Nicht alltäglich war jedoch die Fassadensanierung der Südwestbankfiliale in Heilbronn. Um Wandvorsprünge mit der goldfarbenen Edelstahlbekleidung zu überbauen, mussten Wandabstände von 600 Millimetern konstruiert werden.

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Mit der neuen Metallfassade aus goldgefärbtem und mustergewalztem Edelstahl erstrahlt die Südwestbank in neuem Glanz. Foto: Reinhardt GmbH

Über ein Jahr lang wurde das Filialgebäude der Südwestbank in der Moltkestraße 20 in Heilbronn komplett saniert und umgebaut. Die Neueröffnung erfolgte schließlich im Oktober 2016. Aufgrund des enormen Renovierungsbedarfs des 30 Jahre alten Gebäudes standen mehrere Einzelsanierungen an, zudem konnten die Stockwerke mit den alten Raumstrukturen nicht optimal genutzt werden. „Die Energie und Wartungskosten waren mittlerweile so hoch, dass wir uns letztendlich für den Umbau des gesamten Gebäudes einschließlich der optischen und energetischen Aufwertung der Fassade entschieden haben“, erklärt Filialleiter Steffen Bauer. Die bereits 1923 eröffnete Heilbronner Südwestbank-Filiale liegt im Marktbereich Hohenlohe-Franken/Mittlerer Schurwald. „Unter der Verantwortung meines Vorstandskollegen Wolfgang Jung haben sich unsere fünf Filialen in dieser Region in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt“, sagt Kuhn. Auch beim Bankentest von Focus-Money waren die Standorte der Südwestbank wiederholt von Erfolg gekrönt: So gewann die Heilbronner Filiale 2016 mit der Bestnote 1,5 zum dritten Mal in Folge als beste Bank am Ort. Grund genug, sich diese Note mit einem völlig neuen Outfit zu vergolden.

Stäbe zur Überbrückung


Den Auftrag für die energetische und optische Aufwertung der Außenwände erhielt der Klempner-Fachbetrieb Reinhardt GmbH. Der traditionsreiche mittelständische SHK-Betrieb dem aus nahe gelegenen Bad Rappenau beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit dem Bau von Metallfassaden. In der mittlerweile hochtechnisierten Klempnerwerkstatt fertigt Klempnermeister und Geschäftsführer Volker Reinhardt mit seinem Team sowohl handwerkliche als auch Ingenieurfassaden und sorgt für deren fachgerechte Montage. Mittlerweile entwickelt das Unternehmen auch eigene, projektbezogene Fassadensysteme.
Die Herausforderung bei diesem Projekt war das architektonische Konzept der vogt.heller architekten aus Neckarsulm. Dies sah vor, zahlreiche Erker und Wandvorsprünge zu überbauen, um eine goldfarben glänzende, homogene Fassadenfläche zu erhalten. „Hierzu mussten wir rund 600 Millimeter Wandabstände bis zur neuen Bekleidungsebene konstruktiv überbrücken. Diese extrem weiten Abstände waren mit der üblichen VHF- Unterkonstruktion mit Wandkonsolen und L-Profilen nicht mehr umsetzbar und so musste eine geeignete Alternative gesucht werden. In der Folge ergaben sich zudem extrem tiefe Fensternischen bis zu 1200 Millimeter“, schildert Volker Reinhardt.


Eine alternative Lösung für Fassadenausladungen dieser Größenordnung fand der Spenglermeister mit einem System der Firma mCon als Sonderkonstruktion. Kombiniert werden hierbei dreidimensional angeordnete wärmebrückenfrei zertifizierte Edelstahl A4-Stabwerke mit vor der Dämmebene angeordneten Aluminium-Tragprofilen. Diese Tragprofile lassen sich vertikal oder horizontal anordnen. Für das Stabwerk werden nur wenige industriell hergestellte Kombinationselemente benötigt, was die statische Auslegung und die Montage vereinfacht. Einfache Details erleichtert planenden Handwerksbetrieben und Architekten darüber hinaus ein individuelles Gestalten von Fassaden – bis hin zum Passivhausstandard. „Erschwerend kam jedoch noch hinzu, dass das Mauerwerk aus Hohlblocksteinen besteht und wir geeignete Dübelverankerungen ermitteln mussten“, ergänzt Volker Reinhard.


Klaus Siepenkort


Den kompletten Beitrag lesen Sie in klempner magazin, Ausgabe 1.2017.