> Zusammenlegung mit der Holzbau und Ausbau ab 2008 besiegelt
Ganz im Zeichen einer schwierigen Baukonjunktur stand die konzeptionell erneuerte DACH+WAND 2005, die nach viertägiger Dauer am 7. Mai auf der Neuen Messe Leipzig zu Ende ging. Mehrheitlich berichteten 185 Aussteller von qualitativ hochwertigen Kontakten und Gesprächen am Stand, konnten aber auf Grund der Zurückhaltung einiger Industriebetriebe nur knapp 10.000 Besucher erreichen. Mit einem Fachbesucheranteil von 95 % waren diese dafür umso wertvoller.
Erweitertes Messeangebot und neue Zukunftsaussichten
Gut aufgenommen wurde während der Veranstaltung auch die Vertragsunterzeichnung des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) mit den bayerischen und baden-württembergischen Zimmererverbänden, die die Zusammenlegung der DACH+WAND mit der Holzbau und Ausbau besiegelte. Ab dem Jahr 2008 werden die beiden Fachmessen parallel durchgeführt. Als fachliche und ideelle Träger fungieren der ZVDH und die zwei süddeutschen Zimmererverbände. Diese Entscheidung bildet ein Meilenstein in der Geschichte beider Gewerke und den Auftakt für weitere gemeinsame Aktivitäten.
Verhaltene Stimmung bei Ausstellern
Trotz des schwierigen konjunkturellen Hintergrundes und der Besucher-Zurückhaltung konnten die Aussteller der DACH+WAND 2005 gute Fachgespräche führen. Besonders gut angekommen bei ihnen ist mit 91 % die Anbahnung neuer Geschäftsbeziehungen, mit 84 % die Vorbereitung von Folgegeschäften und mit 82 % die Erreichung von Besuchern aus Inlandsmärkten. Bedingt durch den Messestandort Leipzig gaben 83 % der Aussteller an, Besucher aus Ostdeutschland empfangen zu haben; die Mehrzahl davon kam mit 78 % aus Sachsen, 66 % aus Thüringen und 63 % aus Sachsen-Anhalt.
78 % der Aussteller gaben an, Besucher aus dem Ausland empfangen zu haben. Die Zahl der genannten Herkunftsländer lag bei 38.
89 % der ausländischen Besucher brachten Drittstaaten-Kontakte ein. Die stärksten Besuchergruppen kamen aus Österreich, Polen, Großbritannien und den Benelux-Staaten.
Mit den Noten „ausgezeichnet“, „sehr gut“ und „gut“ bezeichneten die Aussteller die Qualität des Ausstellerservices (68 %), die Platzierung des Messestandes (67 %) und die Übersichtlichkeit des Angebotes (58 %). In der Palette der Angebotsbereiche rangierten an oberster Stelle ’Werkzeuge und Geräte, Maschinen und Fahrzeuge‘ sowie der Bereich ’Steildach und Außenwand‘ an zweitoberster Stelle der Ausstellerbewertung.
Zufriedene Messebesucher
Während die gegenwärtige Branchensituation nur von 31 % (im Vorjahr waren es noch 42 %) der Fachbesucher mit „ausgezeichnet” bis „gut”, von 41 % (36 %) mit „annehmbar” und 28 % (26 %) sogar mit „schlecht” bezeichnet wird, geben sie an, die wichtigsten Messeziele erreicht zu haben. „Ausgezeichnet”, „sehr gut” und „gut” nannten 53 % von ihnen die Vorbereitung von Kaufabschlüssen, mehr als die Hälfte (54 %) das Tätigen von Kaufabschlüssen und 40 % das Anbahnen neuer Geschäftsbeziehungen. Die Noten „ausgezeichnet” bis „gut” gaben zwei Drittel der Besucher auch für die Qualität der Fachinformationen an den Ausstellerständen, 56 % für die Übersichtlichkeit des Angebots und 58 % für die Qualität der Besucherinformationen.
Die Hälfte der Messegäste besuchte die Angebotsbereiche Steildach, Außendach, Flachdach und Abdichtung. 60 % benoteten den Bereich ’Metalle, Bleche, Bänder, Platten und Elemente‘ mit „ausgezeichnet” bis „gut”, der damit zur Gruppe der Spitzenprodukte gehörte.
Jeder vierte Messebesucher ging in den Themenpark des ZVDH, jeder fünfte schaute sich in den konzeptionell neuen Sonderflächen der „Innenhöfe” um, jeder siebte nahm am ebenfalls neuen Foren- und Congressprogramm teil.
Messebesucher immer kompetenter und internationaler
Bei einem Fachbesucheranteil von 95 % kamen 70 % aus leitender Position, 87 % waren Entscheider, davon 40 % ausschlaggebend. 79 % kamen aus dem Handwerk, das Gros davon war Dachdecker, Klempner und Zimmerer. Aus Architekten- und Planungsbüros stammten insgesamt 6 %, der einschlägige Handel stellte 9 % der Fachbesucher. Ein Rückschluss auf den Strukturwandel des Handwerks und den damit verbundenen Abbau von Arbeitsplätzen geben die Angaben zur Betriebsgröße: Aus Firmen mit ein bis vier Beschäftigten kamen 37 % und aus Betrieben mit fünf bis neun Beschäftigten 26 % der Besucher.
Nicht zuletzt durch das Messeschwerpunkt-Thema ‚EU-Osterweiterung’, zu dem die Handwerkskammer zu Leipzig den Fachvortrag „Chancen für die Bedachungsbranche” beisteuerte, bewegte sich die Internationalität der Veranstaltung auf hohem Niveau: 17 % der Aussteller und 8 % der Besucher – darunter auch polnische und chinesische Verbandsdelegationen – kamen aus dem Ausland; für das Folgejahr ist bereits eine Beteiligung aus Japan geplant.
Die nächste DACH+WAND findet vom 15. bis 18. Februar 2006 in Köln statt. Veranstalter ist der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks, die Durchführung obliegt der Koelnmesse Ausstellungen GmbH (KMA).
Kommentare von Ausstellern und Verbänden
Manfred Schröder
Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks
„Die Stimmung auf der DACH+WAND 2005 war grundsätzlich gut, das Begleitprogramm hervorragend. Die geführten Gespräche zwischen Ausstellern und Besuchern waren nicht so zahlreich, dafür aber intensiver und hochqualitativ. Wir haben Auslandsdelegationen aus China, Japan, Österreich, Polen und den USA empfangen. Die Delegation aus Japan plant in Zukunft eine Beteiligung von japanischen Firmen auf der DACH+WAND. Die Rahmenveranstaltungen, vor allem die Unterzeichnung der Zusammenlegung der DACH+WAND mit der Holzbau und Ausbau, bildeten ein Highlight auf der Messe. Wir haben uns sowohl über die Schirmherrschaft der Ministerpräsidenten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und deren Teilnahme an unseren Rahmenveranstaltungen gefreut als auch über die Anwesenheit von ZDH-Generalsekretär Eberhard Schleyer auf unserer Öffentlichen Kundgebung. Schleyer bezeichnete die Zusammenlegung der Messen als bedeutende Weiterentwicklung für das Handwerk.“
Frau Berit Hennig
Beraterin Messen/Marketing/Außenwirtschaft, Handwerkskammer zu Leipzig
„Wir haben mehr Besucher empfangen als erwartet. Auf großes Interesse stieß unser Bereich Umwelt-Beratung bei den Fachbesuchern, die mit konkreten Fragen zu unserem Stand kamen. Die Vorträge im Themenpark, vor allem die Veranstaltung „EU-Osterweiterung – Chancen für die Bedachungsbranche“, waren ausgebucht.“
Henning Höpken
Leitung Werbung & Verbundmarketing, ZEDACH Concept
„Die DACH+WAND wurde dieses Jahr nicht so gut besucht aber wir sind mit den einzelnen Fachgesprächen, die wir führen konnten, zufrieden. Wir haben zahlreiche Besucher aus dem Rheinland und dem Erzgebirge empfangen. Das Internationale Willkommen ist gut angekommen und wurde als erfolgreiche Veranstaltung von den Teilnehmern bezeichnet.“
Klaus Niemann
Leiter der Geschäftsbereiche Wolfin & Teroson Bautechnik
„Die Einführung neuer Module wie Innenhöfe und Flachdach-Forum war sehr positiv. Sie zeichneten sich als belebende Elemente für die Messe aus, die von den Messebesuchern gut angenommen wurden. Die DACH+WAND 2005 war zwar deutlich kleiner als in den vergangenen Jahren aber ihr Niveau war befriedigend. Der Zahl der Besucher auf unserem Stand blieb im Rahmen unserer Erwartungen; es wurden sehr gute Gespräche geführt.“
Klaus Bethke
Vertriebsbeauftragter Abteilung EDV, UNI Electronic GmbH
„Selbst wenn die DACH+WAND 2005 kleiner als erwartet war, sind wir mit unserer Messebeteiligung zufrieden. Viele Kunden aus den neuen Bundesländern haben unseren Stand besucht und Interesse für unsere Software-Produkte gezeigt. Die DACH+WAND ist für unsere Produkt-Schiene ein guter Rahmen. Der Termin im nächsten Februar wird uns besser passen, da die Handwerker in dieser Jahreszeit mehr Freiraum für einen Messebesuch haben. Wir nehmen seit 1984 an der DACH+WAND ununterbrochen teil.“
Heidemarie Pollok
Messeorganisatorin, F. v. Müller Dachziegelwerke GmbH & Co. KG
„Es sind mehr Besucher als erwartet auf unseren Stand gekommen. Die neuen Innenhöfe auf der DACH+WAND müssen unbedingt fortgesetzt und weiterentwickelt werden. Sie bringen mehr Praxis und dadurch auch mehr Fachgespräche auf die Messe. Wir sind seit 1978 als Aussteller auf der DACH+WAND vertreten.“
Guido Schurr
Geschäftsführer, K.N.O.L.L. Metall- und Spenglertechnik
„Es war uns vor der Messe schon bekannt, dass weniger Firmen sich für die DACH+WAND 2005 angemeldet hatten. Trotzdem haben wir gute Gespräche geführt. Die Bilanz unserer Messebeteiligung ist für uns in Ordnung. Wir hätten allerdings mehr Besucher aus Mittel- und Ostdeutschland erwartet.“
Karl Ebenbeck
Fachinformatiker, bachinger software
„Der Messeverlauf war für uns hervorragend mit ganz tollen Kundenkontakten und zahlreichen Abschlüssen. Speziell mit den Besuchern aus den neuen Bundesländern liefen die Geschäfte sehr gut."
Lucy Liu
Manager, Beijing CNBM International Corporation
“The ROOF+WALL in Leipzig was a very interesting trade fair for us. Even if we did not meet the high number of visitors that were promised to attend we appreciate the international character of this event.”
Guido Vandervelt
Geschäftsführer, D+W Service GmbH
„Auf der DACH+WAND 2005 haben sich die Aussteller und Besucher ausführlich austauschen können. Die Kurzvorträge des Themenparks, die Innenhöfe mit Praxisdemonstrationen haben großen Anklang gefunden. Das umfangreiche Congress-Programm war ein großer Erfolg. Die DACH+WAND in Leipzig war trotz Abwesenheit einiger Firmen wieder einmal der Treffpunkt der Branche: auf der Fachmesse konnten bestehende Beziehungen gefestigt und weitere wertvolle Kontakte geknüpft werden. Ein Höhepunkt war die Kooperationsvereinbarungen zwischen den verantwortlichen Verbänden der Messen Holzbau und Ausbau und der DACH+WAND zur Zusammenlegung beider Messen ab dem Jahr 2008.“