In neuem Glanz

Das Westside Erlebnisbad Bern bietet alles, was Jung und Alt für Fitness, Spaß und Wellness brauchen. Nicht gebrauchen konnte die Außenhülle den hohen Chlorgehalt, sie musste ausgetauscht werden. Die Firma Ramseyer & Dilger AG hatte dafür das passende Konzept ­parat.

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Endlich wieder Badespaß! Doch die Verarbeitung des außergewöhnlichen Materials war eine Herausforderung für Spengler, Werkzeuge und Maschinen. Fotos: Ramseyer & Dilger AG

Einem natürlich gewachsenen Stadtteil ähnlich, ist das Westside mit seinen Gastronomie- und Shoppingangeboten bei Tag und bei Nacht belebt, ein Erlebnisbad bietet Freizeitspaß für alle Altersgruppen. Die Fassade der großen Baukörper des Westside ist in Robinienholz gefasst und verbindet den von Stararchitekt Libes­kind entworfenen Gebäudekomplex auf schlichte Art und Weise mit der umgebenden Landschaft. Die rechten Winkel des Grundrisses stehen im Kontrast zu den geneigten Gebäudewänden und wirken mit ihrer glänzenden Metallhülle wie Kristalle. Für kurze Zeit verflogen war der Glanz ­jedoch, als massive Korrosionsschäden ­zutage traten. Bei der Planung der Fassade in den Bereichen des Erlebnisbads wurden die speziellen Anforderungen an die Materialqualität zu wenig berücksichtigt. Bäderdämpfe lösten Korrosion aus, Fassadenteile wurden beschädigt, Befestigungsmittel lösten sich und die Sicherheit der Gäste war nicht mehr gewährleistet. Eine Sanierung war unausweichlich.

Den Auftrag zur Erneuerung der Fassade erhielt die Berner Firma Ramseyer & Dilger, die an insgesamt drei Fassadenbereichen grundlegende Arbeiten vornehmen musste: Zur sicheren Befestigung der neuen Metallfassade war die alte Unterkonstruktion zu entfernen und auf der bestehenden Wärmedämmung eine neue Holzkonstruktion zu fixieren. Um eine optimale Hinterlüftung der Fassadenkonstruktion und somit eine bauphysikalisch nachhaltige Sicherheit zu erzielen, wurde der Dachrand erhöht und mit einer Spezialkonstruktion die einwandfreie Entlüftungsfunktion hergestellt. Maßgabe bei allen Änderungen an der Unterkonstruktion war, dass das architektonische Erscheinungsbild in keinem Detail verändert wird. „Und Details gab es jede Menge. Wer die Libes­kind-Bauweise kennt, der weiß, dass an seinen Bauten kaum ein rechter Winkel zu finden ist. Als Herausforderung für unser Planungsteam in der Spenglerabteilung ergab sich damit, dass sich die teilweise erheblichen Änderungen der neu aufgebauten Unterkonstruktion an keiner Stelle auf die Fassadenbekleidung übertragen durften. Dazu zählten sämtliche An- und Abschlüsse an Traufen, Graten, Fenstern und Wänden. Darüber hinaus gab es eine knappe Zeitvorgabe: Innerhalb von drei Monaten nach Auftragserteilung mussten die Arbeiten, also rund 900 m² Unterkonstruktionen und 900 m² Fassadenbekleidungen einschließlich aller Nebenarbeiten, erledigt sein“, schildert Projektleiter und Spenglermeister Marcel Filli.

Zäh, aber korrosionsbeständig

Der allererste Schritt bei der Entwicklung des Sanierungskonzepts war jedoch, den geeigneten Werkstoff für die Bekleidungen, für die Befestigungselemente sowie für die zugehörigen Befestigungsmittel zu finden. Schließlich war das bisher verwendete Material nicht ausreichend korrosionsbeständig gegen die aggressiven chlorhaltigen Feuchteeinwirkungen. Auf der Grundlage des ermittelten korrosiven „Cocktails“ wurde schließlich eine Edelstahlsorte gewählt, die ihre Hauptanwendungen in der chemischen, medizinischen und pharmazeutischen Industrie sowie im Schiffsbau und in der Bauindustrie hat.

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