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Kraftwerk Sporthalle

Metalldächer: Die rheinland-pfälzische Gemeinde Windhagen bekommt eine Sporthalle, die mehr Energie erzeugt als sie verbraucht. Wir beschreiben, mit welchem Metalldachsystem die Planer ihr energetisches Konzept umsetzten.

Ein Montageteam setzte die Krallenplatten aus verzinktem Stahlblech. Die Heißbitumenschicht und die Krallenplatte werden hierbei mit einem Handbrenner erhitzt und die Krallenplatte in die Dämmschicht eingestampft. Foto: Goltz/Foamglas

Mit dem Spatenstich Ende 2008 wurde die offizielle Bauphase des Neubaus der Dreifeld-Sporthalle eingeleitet. Die neue Sporthalle wird für Schul- und Breitensport zur Verfügung stehen und ermöglicht, dank des guten Raum- und Zuschauerangebotes, auch die Austragung von größeren Sportveranstaltungen. Die Dreifachhalle, in der Größe von 27 × 45 Metern, bietet künftig mit einer fest installierten Tribüne etwa 80 Personen und einer mobilen, ausziehbaren Tribüne etwa 340 Personen Platz. Die Nutzfläche der ein- und zweigeschossigen Halle, die in Massivbauweise aus Stahlbeton errichtet wurde, beträgt 2.298 Quadratmeter. Bei dem Energiekonzept entsprechen Planung und auch der Bau dem aktuellen Passivhaus-Standard. Der Heizwärmebedarf wurde nach dem Passivhaus-Projektierungspaket (PHPP) berechnet. Es besteht aus einer Tabellen-Kalkulations-Arbeitsmappe und einem Handbuch und ist ein wichtiges Hilfsmittel für die Projektierung von Passivhäusern. Der Heizwärmebedarf beträgt für die Sporthalle etwa 18,5 kWh/m²xa, was eine sehr gute Wärmedämmung und hohe Luftdichtigkeit der kompletten Gebäudehülle bedeutet. Er liegt deutlich unter den zulässigen Grenzwerten der Energieeinsparverordnung EnEV. Der Primärenergiebedarf unterschreitet den Referenzwert nach EnEV 2007 um 59 Prozent und der spezifische Transmissionswärmeverlustkoeffizient ist sogar um 80 Prozent besser als der des Referenzgebäudes.

Auf Heizöl oder Erdgas wird komplett verzichtet, stattdessen werden erneuerbare Energien eingesetzt. So erfolgt die Beheizung des Gebäudes über eine Sole-/Wasser- Erdwärmepumpe mittels zehn Bohrungen in jeweils 100 Meter Tiefe. Die Warmwasserbereitung über die Wärmepumpe wird ergänzt durch eine Solarkollektoranlage von etwa 30 Quadratmetern. Zur Abdeckung von Leistungsspitzen beim Warmwasserbedarf und bei der Lüftungsanlage steht ein kleiner Heizkessel mit Holzpellets zur Verfügung. Der Wasserverbrauch wird durch eine 16.000-Liter-Regenwassernutzungsanlage für WC-Spülung und Außenbewässerung reduziert. Die Gesamtkosten für die Sporthalle belaufen sich auf etwa 5,75 Millionen Euro. Für den Bau erhält die Kommune einen Zuschuss von 100.000 Euro aus dem Konjunkturpaket im Rahmen des Förderprogramms "Hochenergieeffiziente Gebäude".

Für die Firma Werhand bleiben noch einige Anschlussarbeiten, dann wartet bereits das nächste Projekt.Foto: Werhand

Energiekonzept vom Dach bis in die Tiefe

Auf der Dachfläche der Halle erzeugt künftig eine 99 kWp Photovoltaikanlage Strom aus Sonnenlicht. "Die Kosten für die PV-Anlage betragen 390.000, Euro ohne Mehrwertsteuer, was etwa 3.800 Euro/kWp entsprechen. "Die Leistung der Anlage ist mit etwa 96.500 kWh/Jahr bei circa 945 kWh/kWp berechnet. Dies bedeutet einen Ertrag von 39.900 Euro pro Jahr bei 0,4301 bis 0,3958 Euro/kWh unter Berücksichtigung diverser Nebenkosten wie Versicherung oder Rücklagen. Hieraus ergeben sich somit im Zeitraum von 20 Jahren, nach EEG garantierter Vergütung, Einnahmen von etwa 710.000,- Euro", informiert Projekt- und Bauleiter Siegfried Ewens von der Verbandsgemeindeverwaltung Asbach, Zentrales Gebäudemanagement.

Eine besondere Bedeutung im Bereich der Gebäudehülle spielte die Dachkonstruktion mit einer Gesamtfläche von ungefähr 1.600 Quadratmetern. Etwa 270 Kubikmeter Bauholz tragen das Dach, wobei die Hauptbinder eine Länge von ungefähr 35 Metern, eine Breite von 20 Zentimetern und eine Höhe von 2,10 Metern aufweisen. Eine doppelt verlegte 25 Millimeter dicke OSB-Platte, die auf den Leimbindern verschraubt wurde, bildet sowohl die Aussteifung der Dachkonstruktion als auch den Traggrund für das Dachsystem, also die erste Funktionsschicht für das Foamglas-Metalldach. Dem Konzept folgend, wählten die Planer ein langlebiges, bauphysikalisch sicheres und nahezu wartungsfreies System und fanden dies in der Kombination von Schaumglas, Wärmedämmung und einem industriellen Metalldachsystem. Dieser Dachaufbau zeichnet sich durch eine hohe Energieeffizienz aufgrund der Luft- und Dampfdichtheit der Wärmedämmung und einer wärmebrückenfreien Befestigung aus: Die einzelnen Dämmplatten werden vollflächig und vollfugig geklebt und das Metalldach wird über geklebte Krallenplatten im Dämmstoff verankert.

Andreas Goltz

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in klempner magazin Ausgabe 6|2009.


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