Module mit Zeitfenster

Am Polarkreis sind die Zeitfenster für Bauprojekte witterungsbedingt sehr, sehr klein. Die Lösung für das Hospital in Kirkenes mit 16.300 Quadratmeter Nutzflächen kam aus Cadolzburg bei Nürnberg: 330 Module mit 90 Prozent Vorfertigungsgrad von Cadolto einschließlich der neucad-Fassadenkonstruktion.

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Die Lösung für das Polarkrankenhaus kam aus Cadolzburg bei Nürnberg: 330 Module mit 90 Prozent Vorfertigungsgrad einschließlich Fassadenkonstruktion. Foto: Neucad GmbH & Co. KG

Norwegen investiert seit einigen Jahren intensiv in den Klinikbau sowie in Medizin- und Kommunikationstechnik. Bereits im Mai 2014 und im September 2016 wurden in den nördlichen Landesteilen Klinikgebäude eröffnet. Zurzeit werden auch in den südlicheren Landesteilen Krankenhäuser neu errichtet oder bestehende erweitert und modernisiert, wie die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft des BMWI informiert. Bei einigen Projekten sind bereits auch deutsche Unternehmen zum Zuge gekommen, wie für ein neues Hospital in Kirkenes. Dies entstand auf einer Fläche von rund 16.300 Quadratmeter und verfügt über eine Notaufnahme, Radiologieeinrichtungen, Operations- und Kreißsäle sowie über eine Poliklinik. Aufgrund der exponierten Lage und des multikulturellen Hintergrunds der Region ist dies ein außerordentliches Imageprojekt für das Land Norwegen.
Kirkenes liegt am nordöstlichen Ende von Norwegen, am Dreiländereck zu Finnland und Russland in einer unvergleichlichen Naturlandschaft am Tor zur Barentsee. Fast zwei Monate dauert hier die Polarnacht und zweieinhalb Monate scheint die Mitternachtssonne. Der Krankenhaus-Neubau „Nye Kirkenes Sykehus“ wurde von Momentum Arkitekter als dreigeschossiges Bauwerk mit Technikzentrale auf dem Dach in Passivhaus-Standard mit sehr hohen Anforderungen an die Wärmedämmung und -rückgewinnung geplant, bei Gesamtbaukosten von rund 145 Millionen Euro. Da Kirkenes nördlich des Polarkreises liegt, sind die Winter sehr lang und das Zeitfenster zum Bauen witterungsbedingt sehr klein. Die Ausschreibung für den Bau des Krankenhauses erfolgte systemoffen – so ergab sich für das Modulbauunternehmen Cadolto die Chance, ein passendes Angebot für die anspruchsvollen Anforderungen abzugeben.

Fixe Kosten, fixer Zeitplan


Mit rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an zwei Produktionsstätten errichtet Cadolto heute medizinische Gebäude, Büro- und Verwaltungsgebäude, Reinraum- und Laborgebäude, Wohngebäude, Rechenzentren oder Funk-, Sende- oder Carrier-Stationen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Cadolzburg hat sich auf die Modulbautechnologie spezialisiert und ist hiermit weltweit sehr erfolgreich. „Unser Unternehmen existiert seit über 125 Jahren und hat die Technologie mit jedem Projekt weiterentwickelt, sodass heute mit 90 Prozent der höchste Vorfertigungsgrad in der industriellen Gebäudefabrikation erzielt werden kann. Zu den Vorteilen zählen neben der hohen Geschwindigkeit die architektonische Freiheit, die wirtschaftliche und nachhaltige Erstellung, projektindividuelle Finanzierungen und die Flexibilität für spätere Änderungen – ideal für schlüsselfertiges Bauen in allen Größenordnungen“, informiert Peter Scheifele, Leiter Unternehmenskommunikation bei Cadolto.

„Die Gebäudemodule verlassen unser Werk voll ausgestattet, inklusive aller Installationen für Medizin-, Labor- und Gebäudetechnik bis hin zu Möbeln, Fliesen und Fassaden. Der Transport ist stets wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll, weil große Baustellenverkehre und Verpackungsmüll vermieden werden. Am Bauplatz montieren und verbinden unsere Fachleute die Module zu bezugsfertigen Gebäuden. Besonderer Vorteil bei laufendem Betrieb: Die Baustellenemissionen sind minimal“, ergänzt Peter Scheifele.
Durch den hohen Vorfertigungsgrad der Module in den großen Fertigungshallen des Unternehmens konnte die Firma Cadolto einen Kosten- und Zeitplan anbieten, der die Bauherren überzeugte, und sich hiermit am Ende gegen sieben andere Baufirmen durchsetzen.


Klaus Siepenkort


Den kompletten Beitrag lesen Sie in klempner magazin, Ausgabe 5.2017.