Montage am Limit

Jedes Projekt ist anders und hält für den Klempner stets spezielle Herausforderungen bereit. An der Kreuzkirche Sigmaringen zählten hierzu die schwierigen Arbeitsbedingungen; die Montage erfolgte bei bis zu 83 Grad Dachneigung und einem Arbeitsschutz am Limit.

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Durch Erfüllung der Bewertungskriterien wurde dieses Projekt unter die TOP 3 nominiert. Die Teilnehmer des Onlinevotings krönten letztendlich die Kreuzkirche Sigmaringen mit dem Sanierungspreis 16. Herzlichen Glückwunsch! Foto: Friedrich Burk GmbH & Co KG

Die Kirche besteht aus zwei Gebäudeteilen, dem Hauptgebäude mit einer Höhe von 18,50 Metern und dem Glockenturm mit einer Höhe von 28,00 Metern. Nach knapp 50 Jahren Nutzung entsprach insbesondere das intensiv genutzte Hauptgebäude bei Weitem nicht mehr dem energetischen Standard, was sich insbesondere bei den Energiekostenabrechnungen zeigte – hierbei spielte vor allem die vorhandene und unzureichend gedämmte Dachkonstruktion eine bedeutende Rolle. ­Darüber hinaus erhöhten sich bei der alten Deckung aus Asbestzementschindeln mittlerweile die Wartungskosten in erheblichem Maße. Die Evangelische Kirchengemeinde entschied sich ­deshalb, eine umfassende energetische Aufwertung durchzuführen und die ­alte mit Asbest kontaminierte Deckung auszutauschen – dies galt auch für den nebenstehenden hohen Glockenturm.

Unsichtbar sanieren


Für die Ausarbeitung des Sanierungskonzepts beauftragte die Gemeinde das ortsansässige Architekturbüro Löffler Architekten & Ingenieure GmbH. Ein Ziel für die Planer war es, trotz der erforderlichen umfangreichen Dämmmaßnahmen, die auch eine Überarbeitung der Dachkonstruktion sowie die Erneuerung der Dachdeckung erforderte, die biwak­artige Form und Farbe der ehemaligen Militärkirche zu erhalten. Zurückhaltende neue Gestaltungsmittel sollten jedoch auf die Veränderung und den Neuanfang der Kirche hinweisen. So sollten die asbesthaltigen Dachschindeln am Haupthaus und am weithin sichtbaren Glockenturm gegen eine neue Deckung aus steingrau farbbeschichteten Metallschindeln ersetzt werden. Neue transluzente (teilweise lichtdurchlässige) Verglasungen sollten die Schlichtheit des Raumes in weißem Licht zeigen.


Den Auftrag für die Metallarbeiten erhielt die Firma Burk aus Ravensburg. Der neue Aufbau und die Standarddetails waren vom Architekturbüro passend ausgearbeitet, Beratungskompetenz des Projektleiters Patrick Müller von der Abteilung Dach und Wand bei Burk war jedoch nach der Demontage der alten Deckung gefragt. Denn es zeigten sich massive Schäden an der Holzkonstruktion im Bereich der Dachgauben.

Dämmpaket mit Hinterlüftung

Der größte Sanierungsaufwand ergab sich am Hauptgebäude. Denn der bestehende Aufbau bestand (von innen nach außen) aus einer Sichtschalung, darauf angeordnet waren eine Dampfsperrfolie und Konterlatten, deren Gefache mit einem lediglich
40 Millimeter dicken Dämmfilz ausgefüllt waren. Als Deckunterlage für die Schindeldeckung diente eine 24-Millimeter-Holzschalung, die mit einer unbesandeten bituminösen Trennlage abgedeckt war. Um einen neuen energetisch angepassten Aufbau erstellen zu können, mussten die vorhandenen Funktionsschichten bis zur Sichtschalung herunter abgetragen werden.
Der neue Aufbau wurde jetzt mit einer fehlertoleranten Hinterlüftung ausgeführt, um insbesondere die in der Winterzeit anfallenden und oft enormen Mengen Nutzungsfeuchte sicher abzuführen. Hierzu mussten horizontale Schotten und Konterlatten 10/14 liegend eingezogen werden. Eine zusätzliche Sanierungsdampfbremse auf der Sichtschalung sowie eine diffusionsoffene Unterspannbahn oberhalb der Dämmung sorgen für zusätzlichen Feuchteschutz.

Klaus Siepenkort

Den kompletten Beitrag lesen Sie in klempner magazin, Ausgabe 8.2016.

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Das Sieger Projekt im Film