Roofwalk: Hightech-Lore gewinnt

Wettbewerbe: In Stockholm wurde im Mai der Schwedische Stahlpreis 2017 verliehen. Im Rahmen des zweitägigen Symposiums mit Preisverleihung informierten sich rund 800 Gäste über Stahlprodukte des Produzenten SSAB. Highlight für die Dünnblechverarbeiter unter den Gästen war der RoofWalk, hoch über den Dächern Stockholms.

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Im Rahmen des zweitägigen Symposiums mit Preisverleihung lud SSAB interessierte Teilnehmer der Blechbranche zum RoofWalk über und auf den Dächern Stockholms ein. Foto: Siepenkort

Der schwedische Stahlpreis ist ein international rennomierter Preis für Ingenieure in der Stahlindustrie und zieht Markteilnehmer aus aller Welt an. Ziel ist es, anhand dieses Wettbewerbs neu entwickelte Produkte, Anwendungen oder Einsatzbereiche mit hochfesten Stählen zusammenzutragen und mit einer neutralen Fachjury hieraus einen Preisträger zu ermitteln. Es handelt sich hierbei nicht nur um eine Preisverleihung; der seit 20 Jahren verliehene Preis versteht sich gleichermaßen als Symposium, Wissenstransfer und weltweites Branchennetzwerk.

Für den Bereich Bautechnik und Architektur produziert SSAB umweltfreundliche organisch beschichtete Coils und Feinbleche unter der Produktlinie Greencoat, die auch in Deutschland und deutschsprachigem Ausland immer mehr Anwender finden. „In Skandinavien werden mit dem Werkstoff bereits seit 40 Jahren Dächer gedeckt und Fassaden bekleidet. Greencoat-Produkte sind sehr beständig gegen Korrosion, UV-Strahlung und Kratzer. Das Material ist leicht und die Variante PLX für die Klempnertechnik lässt sich auch bei minus 15 Grad noch problemlos falzen“, versichert Lutz Felder von SSAB Deutschland.

25.000 Tonnen pro Stunde

In diesem Jahr wurde eine Rekordzahl von 102 Bewerbungen aus 32 verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt eingesandt. „Die hohe Gesamtqualität der Einreichungen zeigt, dass dieser Preis eine wichtige Rolle spielt. Er fördert die Entwicklung neuer und innovativer Anwendungen, die mit hochfesten Stählen noch bessere Leistungen erzielen“, resümiert Eva Petursson, Vorsitzende der Swedish Steel Prize Jury.

Als Preisträger 2017 ermittelte die Jury die schwedische Firma Kiruna Wagon mit ihrem „Helix Dumper“ – einem Waggon- und Entladesystem für den Schienenbetrieb. Es handelt sich um Bahnwaggons mit speziellen Schüttmulden, die in einem spiralförmigen (Helix = Spirale) geformten Entlademechanismus während der Durchfahrt gekippt und ausgeleert werden. Bis zu 25.000 Tonnen auch komplizierten, zähen und grobkörnigen Schüttguts können mit dem Helix Dumper-System innerhalb nur einer Stunde entladen werden. „Dies ist im Vergleich zu den konventionellen Lösungen eine nahezu doppelt so hohe Entladegeschwindigkeit und löst viele Probleme im Zusammenhang mit zähen Zuschlagstoffen. Das Terminal-System ist zudem kostengünstig in Bezug auf Investition und Betrieb“, so Eva Petursson.

Stockholm unter Blechen


Nach der Vortragsveranstaltung lud SSAB die Teilnehmer der Blechbranche zu einer ganz besonderen Stadtbesichtigung ein. In etwa 25 Meter Höhe, auf dem sogenannten RoofWalk eines historischen Verwaltungsgebäudes, durften sie in Gruppen zu je zwölf Personen Schwedens Hauptstadt und Königssitz Stockholm mit ihren Sehenswürdig­keiten von oben bewundern. Die 300-Meter-Tour war bergmännisch professionell geleitet, seilgesichert und führte über die Laufwege und Treppen eines alten Doppelfalzdaches aus ­beschichtetem Stahlblech. Interessant waren auch die Unterbrechungen der Dachwanderung, in denen die Wanderführerin humorvoll über die Geschichte und Architektur der Stadt berichtete.


Und wer bereits Paris von oben gesehen hatte, der wurde von Stockholm nicht enttäuscht. Geschätzte 90 Prozent der von hier aus sichtbaren Dächer sind Metalldächer vom Klempner oder besser: vom Plåtslager, wie der Beruf in Schweden heißt. Die Tour dauerte rund 90 Minuten und war ein Erlebnis – besonders aus klempnertechnischer Sicht. Eines war hierbei festzustellen: Auch in Schweden ist das Metalldach das beste Dach und gefalzt wird dort mit Quetschfalz und ohne Silikon.

Den kompletten Beitrag lesen Sie in klempner magazin 04.

Klaus Siepenkort

klempner magazin Reisetipp

Im Zeitraum Mitte bis Ende Juni 2018 planen wir eine viertägige Leserreise nach Stockholm einschließlich RoofWalk über den Dächern der Stadt. Falls Sie Interesse haben, können Sie sich schon jetzt und noch unverbindlich mit einer E-Mail an red.klempnermagazin@rudolf-mueller.de einen Platz sichern, Stichwort: „klempner magazin Leserreise 2017“.

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