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Silber für die Lernfabrik
Freie Formen an Dach und Fassade sind für Klempner willkommene Herausforderungen. In unserem Projektbericht zeigen wir, wie der Klempner-Fachbetrieb die Rundungen eines neuen Ausbildungszentrums meisterte und Fassaden "versilberte".
Die E.ON Avacon AG betreibt in der Zweigstelle Lüneburg ihr größtes Kraft-Wärme-Kopplungswerk in Deutschland und errichtete dort ein neues, überregionales Ausbildungszentrum. Die Gesellschaft zählt mit zu den größten regionalen Energiedienstleistern in Deutschland mit Hauptsitz in Helmstedt, deren Netzgebiet sich über das mittlere und östliche Niedersachsen sowie den Norden und die Mitte von Sachsen-Anhalt erstreckt.
Ein Schwerpunkt der Unternehmenspolitik ist die Nachwuchsförderung und Ausbildung; rund 200 Auszubildende lernen und arbeiten zurzeit bei E.ON Avacon. Mit dem Ausbildungszentrum in Lüneburg entstanden 35 zusätzliche Ausbildungsplätze zum Elektroniker für Betriebstechnik. Das neue, vom Architekturbüro Rolf Schröder aus Hamburg geplante Gebäude beherbergt hinter der markanten Fassadenkombination aus Verblendmauerwerk und Metall, passend hierzu, Werkstätten für Metallverarbeitung sowie Unterrichts- und Sozialräume. Die unterschiedlichen Rottöne des Verblendmauerwerks finden sich in den benachbarten historischen Fabrikgebäuden wieder; die Metallfassaden aus vorbewittertem, silbermattem Aluminium bieten einen interessanten Kontrast.
Der kubische Bauteil des Ausbildungszentrums erhielt eine kleinteilige Winkelstehfalzbekleidung mit vertikaler Anordnung der Falze. Die Bekleidung des zweigeschossigen Eingangsbereichs und des angrenzenden eingeschossigen Lagertraktes erfolgte mit horizontal verlegten und teilweise gerundeten Scharen, ebenfalls im Winkelstehfalzsystem.
Trick mit Trapezblech
Als Fassadenkonstruktion für die Metallbekleidungen wählte Projektleiter Rainer von der Born vom Architekturbüro Schröder eine vorgehängte hinterlüftete Holzunterkonstruktion mit 22 Millimeter dicken OSB-4 Holzwerkstoffplatten. Als Untergrund für die, mit einem Radius von etwa vier Metern gerundeten Fassadenbekleidungen, kamen Trapezbleche zur Ausführung. Vertikal verlegt, lassen diese sich problemlos auch an enge Radien anformen. Die Zuluft zum Hinterlüftungsraum erfolgt zwischen Mauersockel und Fassaden-Fußpunkt, der Luftaustritt flugschneesicher am oberen Fassadenabschluss.
Für die Ausführung der Metallarbeiten an Dach und Fassade war die Firma Osmer aus Schneverdingen zuständig. Der Ausbildungsbetrieb beschäftigt zurzeit elf Mitarbeiter und ist mit seinen zwei Abteilungen seit 1987 im Klempner- und Dachdeckhandwerk tätig. "Die Herausforderung bei diesem Bauvorhaben war insbesondere die runde Fassadenbekleidung, in die wir insgesamt zwanzig Fenster integrieren und fachgerecht einfassen mussten. Die optischen Ansprüche waren besonders hoch, sodass dementsprechend auch eine besondere Sorgfalt bei der handwerklichen Ausführung verlangt war.
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in klempner magazin 06/2011.
