Skulptur in Rauten

Mitten auf Münchens exklusiver Event- und Shoppingmeile erschließt ein exklusiver Dachausbau neuen Wohnraum. Die ebenso exklusive Dachgeometrie mit Unmengen komplizierter Anschlüsse forderte den Spenglern alle Handwerkskunst ab.

Bürgerhaus Leopoldstraße Aufmacher
Das Dach ist mit ausdrucksvoll gestalteten Loggia- und Fensterausschnitten versehen. Die Gestaltungsidee mit vielen komplizierten Anschlussdetails setzten die Spengler der Firma Traub handwerklich hochwertig und systematisch um. Alle Fotos: PREFA/Croce

Den neuen Wohntraum des Bürgerhauses an der Leopoldstraße/Ecke Hohenzollernstraße in Münchens Stadtteil Schwabing prägt ein traditionsreiches Mansardendach, das mit seinen zahlreichen gestalteten Fenster- und Balkondurchdringungen wie eine Skulptur wirkt. Für die Planung verantwortlich war das Architekturbüro Meili, Peter Architekten aus München. Ihr Spezialgebiet ist die innerstädtische Nachverdichtung mit Ausbauten in zentralen und sensiblen Ballungsraumlagen. „Die Stadtbild-Pflege bringt trotz exzessiver Wohnraumerschließung gerade in exklusiven Lagen wie der Leopoldstraße stets eine besondere Verantwortung und Herausforderung mit sich“, sind sich die Architekten einig. Um der zu entsprechen, ließen sie sich für dieses Projekt von den traditionellen Dachformen der Münchner Jahrhundertwende-Architektur inspirieren. So neigt sich das Dach des neuen Bürgerhauses an der Leopoldstraße mit ihren charakteristischen niedrigen Pavillongebäuden tief an die vorgegebene Traufhöhe und gliedert sich in das Straßenbild ein. Unter dem Dach entstanden Mansardenwohnungen mit großzügigen, offenen Galerieebenen.

Planung ohne Überraschungen

Das Dach ist mit ausdrucksvoll gestalteten Loggia- und Fensterausschnitten versehen. Die prägenden Dachgeometrien übertragen sich in den Innenraum und sorgen für ein besonderes Wohnerlebnis. Die Belichtung erfolgt über zentral angeordnete Oberlichter und über die vielen kleinen dachintegrierten Loggien. Die außergewöhnliche Dachform brachte jedoch auch außergewöhnliche technische Herausforderungen mit sich – sowohl für die Architekten, als auch für die Spengler. „Unser Anspruch war eine homogene, robuste und weitgehend wartungsfreie Dachhaut zu erhalten, die in der Lage ist, die unterschiedlichen Neigungen, Flächen und Durchbrüche zu vereinen. Mit der variablen Deckung aus Metall konnten wir die Dachform frei gestalten und das Innere des Objekts symbiotisch mit dem Äußeren verbinden“, erklärt Andreas Müsseler die Grundidee des Projektes.