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Trick mit Treppendach
Komplette Gebäudehüllen aus Metall sind im Trend. Am Beispiel eines modernen Bungalows zeigen wir, wie die Kombination zweier Dach- und Fassadensysteme aus Titanzink den kreativen Umgang mit den bestehenden Baubestimmungen ermöglichte.
Wunsch des Bauherrn war es, einen modernen Wohnbungalow in kubischer Bauweise zu errichten, doch der Bebauungsplan sah in diesem Gebiet nur Satteldächer vor. Für den Architekten Stefan Paptistella, gleichzeitig auch Bauherr, ergab sich daraus eine interessante Herausforderung. Es galt, das zwingend einzuplanende Satteldach unauffällig in die Baumasse zu integrieren. Nach verschiedenen Überlegungen entschied sich der Architekt, Dach und Außenwand mit nur einem Werkstoff und einer einheitlichen Oberfläche zu gestalten; schräge und senkrechte Flächen sollten fließend ineinander übergehen und eine gestalterische Einheit bilden. Das Volumen der schrägen Dachflächen reduzierte er, indem er das Satteldach an den Giebelseiten um etwa einen Meter zurücksetzte. Um eine langlebige, werterhaltende und wartungsfreie Gebäudehülle zu erhalten, entschied sich Stefan Paptistella für den Metallwerkstoff Titanzink vorbewittert schiefergrau. Die Fassadenbekleidung sollte mit horizontal verlegten Paneele ausgeführt werden. Um das horizontale Fugenbild auch in der zurückspringenden Dachfläche harmonisch fortzuführen, kombinierte der Planer die Paneelfassade mit dem sogenannten Quick Step Treppendachsystem. Das Treppendach zeichnet sich durch eine stufenförmige, parallel zur Traufe angeordnete Verbindungstechnik aus. Durch das einheitliche Farbbild der Patinierung und der horizontalen Linienführung der Schattenfugen an Dach und Fassade harmonieren die Systeme in idealer Weise miteinander. Vorteil des Einsatzes der beiden modular aufgebauten Systeme mit ihren vorgefertigten Komponenten war, dass eine exakte Planung, eine effiziente Montage und eine besonders hohe optische Qualität erzielt werden konnte.
Unterstützung erhielt Stefan Paptistella von der Planung bis zur Ausführung aus nächster Quelle - dem Metallbau- und Familienbetrieb Erich Paptistella.
Dachdeckung oder Dachbekleidung?
Bei dem Quick Step Treppendachsystem, dass man aufgrund der markanten Linienführung auch als Dachbekleidung bezeichnen könnte, ist ein von der Firma Rheinzink geschütztes Dachsystem, geeignet für geneigte Dachflächen ab 10 bis 75 Grad. Es besteht aus parallel zur Traufe und First verlegten, überlappenden Basisprofilen. Diese werden in eine spezielle Unterkonstruktion eingehängt, die aus einer Systemlattung und Systembefestigern besteht und somit indirekt mit dem Tragwerk verbunden ist. Die Montage der Basisprofile verläuft im Regelfall, beginnend mit dem Firstprofil, von oben nach unten. Am Satteldach des Bungalows wurden die einzelnen Profillängen mit einem unterlegten, nicht sichtbaren Stoßverbinder regendicht und durchgehend verbunden, sodass die vertikale Verbindungsfuge kaum sichtbar ist. Bei Dachflächen, für die aus architektonischen Gründen eine zusätzliche deutliche Gliederung in vertikaler Richtung gewünscht ist, kann ein unterlegtes Fugenprofil mit hohem Mittelsteg verwendet werden. Die Verlegung der Treppenprofile erfolgt bei dieser Konstruktionsvariante mit einem Fugenabstand zum Steg von etwa 10 bis 15 Millimetern.
Die Standard-Lieferlängen des Dachsystems betragen 2.000, 3.000 und 4.000 Millimeter mit einer Standardbaubreite von 365 Millimeter. Aber auch Sonderprofile mit Baubreiten bis zu 500 Millimeter und Längen bis zu 4.000 Millimeter können projektbezogen gefertigt werden. Bei dem Bauvorhaben Paptistella kamen Treppendach-Basisprofile in einer Standardlänge von 3.000 Millimeter und einer Baubreite von 365 Millimeter zur Ausführung.
Klaus Siepenkort
Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 06.2011.
