Winter ohne Schaden

In der kalten Jahreszeit sind Metalldächer oft extremen Niederschlägen und Windlasten ausgesetzt. Damit deren Funktion dauerhaft sichergestellt ist, sind einige Regeln zu beachten – ebenso für die Blechbearbeitung bei niedrigen Temperaturen.

Winter ohne Schaden
Um keine Folgeschäden „einzubauen“, ist Titanzink bei Metalltemperaturen unter Zehn Grad Celcius mit einem Heißluftgerät vorzuwärmen. Foto: Dräco

Schnee, Hagel, Regen und Sturm – das sind Zeichen dieser Jahreszeit, und die Anforderungen an Metalldächer sind besonders hoch. Sie müssen zum einen die notwendige Sturmsicherheit und Feuchteschutz bieten und zum anderen Schnee- und Eislasten trotzen. Eine sichere Planung der Befestigungselemente und eine fachgerechte Montage der Deckung vorausgesetzt, erfüllen Dachdeckungen und Fassadenbekleidungen aus Metall diese Aufgaben ideal und nachhaltig. Entscheidend für die einwandfreie Funktion des Dachaufbaus, insbesondere unbelüfteter Dachkonstruktionen, ist der Tagwasserschutz während der Bauphase. Wassereintrag muss unter allen Umständen verhindert werden, da die Feuchte nur in sehr geringen Mengen ausdiffundieren kann. Korrosionsschäden an der Metalldeckung oder Feuchteschäden im Gebäudeinneren können die Folge sein.

Verarbeitung bei Kälte

Der Termindruck auf den Baustellen erfordert es oft, Klempnerarbeiten auch bei schwierigen Witterungsbedingungen weiterzuführen. Um keine Folgeschäden „einzubauen“, ist bei niedrigen Temperaturen ebenso eine werkstoffgerechte Blechbearbeitung erforderlich. Beispielsweise muss bei schlagartiger Verformung von Titanzink und Metalltemperaturen unter Zehn Grad Celsius der Werkstoff angewärmt werden (Heißluftfön, keine Flamme), damit er nicht reißt. Dies gilt insbesondere bei Anschlüssen, wie Quetschfalze oder Umschläge. Da der Mehraufwand zusätzliche Kosten verursacht, sollte dies vor Beginn der Arbeiten mit der Bauleitung abgestimmt werden.

Idealerweise werden Dach- und Fassadenprofile, so weit wie möglich, unter Werkstattbedingungen vorgefertigt. Bei der Lagerung der Bleche unter Schutzabdeckungen ist immer auf eine ausreichende Belüftung zu achten, um eine ungleichmäßige Oxidschichtbildung und somit optische Beeinträchtigungen der Metalloberfläche zu vermeiden.

Einsatz von Tausalz

Metallfassaden sind gerade im Winter stark gefährdet, wenn diese ohne einen definierten Sockelbereich bis hinunter an die Gehwege reichen und die Wege im Winterdienst mit Tausalz bestreut werden. Obwohl Tausalz vielerorts nicht zulässig ist, wird es dennoch oft eingesetzt. Tausalze reagieren in Verbindung mit Feuchtigkeit sehr aggressiv und greifen die Metalloberfläche an. Sollte Tausalz auf die Oberfläche gelangen, muss dies unverzüglich mit warmem Wasser abgewaschen werden.

Ganz wichtig: Niemals Tausalz zur Arbeit auf Gerüsten einsetzen! Zum einen ist das Betreten vereister Gerüste lebensgefährlich und zum anderen kann abspritzendes, salzhaltiges Tauwasser die Metalloberfläche nachhaltig verunstalten.

Entwässerung checken

Gegenden mit viel Laubanfall müssen das Herbstlaub und grobe Verunreinigungen vom Dach und aus den Entwässerungseinrichtungen entfernt werden. Sie können zu Stauwasser und somit zu Wassereinbrüchen führen. Eventuell kann es sinnvoll sein, die Dachrinnen oder einzelne Bereiche mit einem Laubstopp nachzurüsten. Einfassungen, Durchdringungen, Anschlusspunkte und Lötnähte sollten auf Dehnungsrisse und Abdeckungen auf festen Sitz kontrolliert werden, ebenso der Zustand der Verfugungen am Kamin oder am Wandanschluss. Eventuell ist eine Neuabdichtung erforderlich.

Klaus Siepenkort

Weitere Tipps finden Sie im klempnermagazin 07.15