18. Fassadentag in Berlin

Der 18. Deutsche Fassadentag vom Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden e.V. (FVHF) fand am 21. November auf dem GLS Campus in Berlin statt. Rund 150 Architekten, Planer, Fassaden-Fachverleger und Vertreter der Industrie folgten der Einladung zur Veranstaltung, die sich mittlerweile zum bedeutenden Branchentreff entwickelt hat.

Fassadentag
Im Vorfeld des Vortragsprogrammes waren die Mitglieder des FVHF zur Besichtigung des Futurium - Haus der Zukunft in Berlin geladen Alle Fotos: Dirk Heckmann

Interessante Einblicke in seine Forschungstätigkeit an der TU Delft und TU Darmstadt gab Prof. Dr.-Ing. Ulrich Knaack. Sein besonderes Interesse gilt der Weiterentwicklung der Fassade mit Blick auf innovative Funktionalitäten. Ob smarte Materialien oder additive Herstellungsmethoden – in den Delfter und Darmstädter Versuchslaboratorien werden unterschiedlichste Materialkombinationen auf ihre Zukunftsfähigkeit hin getestet. Konkret wurde es dann schon im zweiten Vortrag des Tages: Dr.-Ing. Jan-Bleicke Eggers, Projektleiter im Themenbereich BIPV am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE, berichtete über den Forschungsstand kundenspezifischer »solarer Bauprodukte« und ihre nachhaltige lokale Wertschöpfung.
Für ein zukünftiges regeneratives Energiesystem sind weitläufige Flächen für Photovoltaik und Solarthermie notwendig. Große rentable Flächen sind an Gebäuden ausreichend vorhanden, um PV-Module und Kollektoren ohne weiteren Flächenverbrauch zu installieren. Für Eggers stellt zudem die Digitalisierung von Planung, Fertigung und Bau der Fassade sowie die intensive Kommunikation zwischen Architekt und Hersteller eine Grundvoraussetzung dar, um die architektonische Integration und die Qualität für den Massenmarkt zum Erfolg zu führen.

Digitaler Zwilling

Auch für Dipl.-Ing. Gregor Kassl, Associate Director bei Arup und ausgewiesener Experte für sämtliche Phasen der Fassadenplanung, ist die multidisziplinäre Planung essentiell. Zugleich stellt sich für die „Gebäudehülle der Generation Y“ die Frage nach den Funktionalitäten. Sollte die Urhütte die Bewohner früher nur schützen, muss ein Gebäude heute auch einen baukulturellen Mehrwert leisten. Darüber hinaus entstehen neue Geschäftsmodelle, können fünf Gebäudeflächen „bewirtschaftet“ werden, z.B. mit Schallschutzelementen oder als Grünfassade. Dafür bedarf es eines »digitalen Zwillings«, der jedes Bauteil erfasst und mit einem konsistenten 3D-Model und Datenmanagement den gesamten Lebenszyklus nachhaltig überwacht.
Robustheit und die Reduktion auf das Wesentliche stehen für die Dipl.-Ing. Architektin Julia Dahlhaus, Vorsitzende des BDA Berlins, bei der Gestaltung der Fassade im Vordergrund. Konsens in der Gesprächsrunde mit den Vorrednern über klimagerechtes Planen und Bauen war der Wunsch an die Industrie, Architektinnen und Architekten gestalterisch in die Produktentwicklung einzubeziehen.

Fassadentag
Über klimagerechtes Planen und Bauen diskutierten Dipl.-Ing. Julia Dahlhaus und Prof. Dr.-Ing. Ulrich Knaack mit Moderator Dr. Thomas Welter.

Klima als architektonisches Instrument

In den zweiten Teil des 18. Deutschen Fassadentags führte Prof. Sven Pfeiffer, Gastprofessor für Digitales und Experimentelles Entwerfen an der Berliner Universität der Künste. Am Institut für Architektur- und Städtebau werden digitale Entwurfsstrategien mit BIM und 3D-Printing verbunden.
In digitalen Simulationen wird beispielsweise das Klima als architektonisches Instrument untersucht, um Wind und andere Klimadaten in den Architektur- und Städtebauprozess zu integrieren.
„Bauen soll wieder Spaß machen!“, das und nicht weniger ist auch der Anspruch von Michael Heil, Geschäftsführer vom eBusiness KompetenzZentrum, das die Digitalisierung im Handwerk vorantreibt. Die Plattform unterstützt digitale Geschäftsprozesse und intelligente Assistenzsysteme, um die Produktivität und den Gewinn zu steigern. Das Smartphone gehört für Heil zur Grundausstattung eines jeden Handwerkers und kann für Stundenabrechnung, Aufmaße aller Art, Angebote und mehr verwendet werden.




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Letzte Aktualisierung: 07.01.2020