Metalldeckung: 20 Jahre strukturierte Trennlagen

Für Metalldeckungen mit belüfteten oder unbelüfteten Stehfalz-Dachkonstruktionen werden seit mehr als 20 Jahren strukturierte Trennlagen eingesetzt. Praxiserfahrungen zeigen, dass vor allem nicht belüftete Dächer mit Metalldeckungen hiermit zuverlässig ausgeführt werden können.

 Scharenlängen unterstützen strukturierte Trennlagen
Bei großen Scharenlängen unterstützen strukturierte Trennlagen die thermisch bedingte Längenänderung. Foto: Klöber

Die Funktionssicherheit einer Dachkonstruktion hängt entscheidend vom Feuchtehaushalt ab. Hierzu erfolgt eine Bewertung des konstruktiven Feuchte- und Holzschutzes nach den Normen DIN 4108 „Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 3“ sowie DIN 68800 „Holzschutz – Teil 2: Vorbeugende bauliche Maßnahmen im Hochbau“. DIN 4108-3 unterscheidet zwischen belüfteten und nicht belüfteten Dächern sowie belüfteten und unbelüfteten Dachdeckungen. Auch die Klempnerfachregeln sowie die Fachregeln des Dachdeckerhandwerks geben wichtige Hinweise für Planung und Ausführung von belüfteten wie unbelüfteten Dachkonstruktionen.

DIN 4108-3 beschreibt die grundsätzlichen Merkmale einer belüfteten Unterkonstruktion. Dabei wird zwischen einer Metalldeckung und deren tragender Unterkonstruktion ein belüfteter Zwischenraum angeordnet, der mit der Außenluft in direkter Verbindung steht. So kann über Konvektion möglicherweise durch Diffusion aus dem Gebäudeinneren in die Wärmedämmung eingedrungene Feuchtigkeit abgeführt werden. Die Belüftungsöffnungen werden klassisch am tiefsten und Entlüftungsöffnungen am höchsten Punkt der Dachkonstruktion vorgesehen. Die Querluftströmung kann nur erfolgen, wenn es keine Behinderungen durch Dacheinbauten wie Dachfenster, Kamine usw. gibt.

Gegebenenfalls sind hier Be- und Entlüftungsöffnungen in der Deckung vorzusehen, die allerdings einen erhöhten konstruktiven Aufwand erfordern. Lange Zeit galt dieses Konstruktionsprinzip als sicherste Ausführungslösung; sie kann auch ohne einen rechnerischen Tauwasser-Nachweis ausgeführt werden. Ohne Nachweis gelten dabei nach DIN 4108-3 Vorgaben, die in Abhängigkeit der Dachneigungen geführt werden:

Belüftete Dächer mit einer Dachneigung < 5°

  • Diffusionshemmende Schicht (Dampfsperre) unterhalb der Wärmedämmung sd,i ≥ 100 m.

  • Wärmedurchlasswiderstand unterhalb der Dampfsperre maximal 20 % des gesamten Wärmedurchlasswiderstands.

  • Maximale Sparrenlänge = 10 m.

  • Höhe der belüfteten Luftschicht oberhalb der Wärmedämmung 2 Promille der zugehörigen geneigten Dachfläche, mindestens jedoch 5 cm.

  • Mindestlüftungsquerschnitte an zwei gegenüberliegenden Dachrändern jeweils mindestens 2 Promille der zugehörigen geneigten Dachfläche, mindestens jedoch 200 cm²/m.

  • Belüftete Dächer mit einer Dachneigung ≥ 5°

  • Der sd-Wert der unterhalb der Belüftungsschicht angeordneten Bauteilschichten muss mindestens 2 m betragen.

  • Höhe der belüfteten Luftschicht oberhalb der Wärmedämmung muss mindestens 2 cm betragen.

  • Mindestlüftungsquerschnitt an den Traufen beziehungsweise an Traufe und Pult- oder Wandabschluss muss mindestens 2 Promille der dazugehörigen geneigten Dachfläche betragen, mindestens jedoch 200 cm²/m.

  • Mindestlüftungsquerschnitt an Firsten und Graten mindestens 0,5 Promille der zugehörigen geneigten Dachfläche, mindestens jedoch 50 cm²/m.

  • Angemerkt sei, dass DIN 68800-2 im Gegensatz zu DIN 4108-3 für nachweisfreie, belüftete Konstruktionen keine Aussagen getroffen hat.

Dipl.-Ing. Hanns-Christoph Zebe

Den kompletten Beitrag lesen Sie in Ausgabe 04/ 05.2020 Klempner Magazin.

Letzte Aktualisierung: 12.07.2020