37 Grad unter der Hülle

Beim Münsterschen Klempnertreff haben wir auf die Abwicklung und das Marktpotenzial von Faulturmsanierungen aufmerksam gemacht. Für die Teilnehmer Willi und Michael Menke Grund genug, mit ihrem ersten Projekt eigene Erfahrungen zu sammeln.

Faulturm Menke 1
Der betriebseigene Kranwagen kam beim Einheben der werkseitig gerundeten Dome-Rohre zum Einsatz. Diese wurden gemäß Werkplanung an den vormontierten Konsolen fixiert. Objektfotos und Zeichnungen: Bemo

Eines vorab: Der erste Faulturm war nicht der letzte, da sind sich die beiden Sauerländer Gebäudehüllenspezialisten sicher, doch nun der Reihe nach: Beim Klempnertreff im März 2015 ging es um neue Märkte für die Klempnerbranche. In ihren Vorträgen informierten Klempnermeister Andreas Frintrup und Diplomingenieur Klaus Eberle hierzu über das Marktpotenzial der Sanierung von Faultürmen und zeigten anhand verschiedener Praxisbeispiele, warum diese technischen Bauwerke für unseren Handwerkszweig besonders interessant sind. Dabei präsentierten sie das Zusammenspiel von Grundlagenermittlung und Vorplanung sowie die Symbiose von Handwerks- und Herstellerleistungen für die fachgerechte Umsetzung. „Ende 2015 lag die Preisanfrage zur Sanierung des Faulturms in Fritzlar bei uns auf dem Tisch. Es war nicht die erste Anfrage, doch bis dahin haben wir uns bei Objekten dieser Art noch zurückgehalten. Beim Klempnertreff in Münster hatten wir erfahren, dass die Sanierung von Faultürmen sich mit den richtigen Partnern gut realisieren lässt und die Kontakte dazu, dann sind wir in den Wettbewerb eingestiegen – mit Erfolg“, berichtet Willi Menke über die Projektentwicklung.

Start mit Baustopp

Bereits in den 1970er-Jahre wurden zahlreiche Kläranlagen mit Faultürmen ergänzt, um entstehende Faulgase (Biogas) nutzbar zu machen, beispielsweise für Turbinen zur Stromerzeugung. Auch die Kläranlage in Fritzlar erhielt 1978 einen Faulturm mit einem Fassungsvermögen von rund 1.100 m³. Der untere Teil ist mit einem Durchmesser von rund 13,00 Metern zylindrisch und der obere Teil des Turms kegelstumpfförmig gebaut. Der Übergang vom Zylinder zum Kegelstumpf wurde mit einem Radius von 3,50 Metern rund ausgeführt.

„Im ersten Schritt haben wir die alte Wetterschutzhülle komplett demontiert. Um die mit Asbest belasteten Platten in Bigpacks staubdicht für den Abtransport zwischenzulagern, erhielten wir ein Zeitfenster ohne störenden Werksverkehr. Die Zulieferung zur Beschickung der Anlage wurde für kurze Zeit eingestellt. So konnten Demontage und Entsorgung des Sondermülls schnell erledigt werden. Danach wurde jedoch der schlechte Zustand des freigelegten Betonkerns sichtbar, der für uns zunächst einen Baustopp zur Folge hatte. Nachdem der Beton mit Hochdruckreiniger gesäubert war, zeigten sich Risse und undichte Stellen, insbesondere an den Bohrlöchern der alten Unterkonstruktion. Die Stadt Fritzlar ließ daraufhin ein Fachgutachten erstellen, das eine umfassende Betonsanierung für den weiteren Anlagenbetrieb forderte“, schildert Willi Menke .

Klaus Siepenkort

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in km 06.

Letzte Aktualisierung: 07.09.2016