Aluminium für Dach und Fassade

Der Werkstoff Aluminium steht schon seit Jahren in Produktion und Verbrauch an der Spitze der NE-Metalle und ist, wenn auch in respektierlichem Abstand, hinter Stahl der meistverarbeitete metallische Baustoff.

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Energiestation Unna. Foto: Laukien

Noch vor der Jahrhundertwende, nämlich im Jahre 1897, erfolgte die erste Anwendung von Aluminium-Blech als Dachhaut für die Kuppeln der Kirche San Gioacchino in Rom. Obwohl die Bleche nur einen Reinheitsgrad von 98,9% hatten, also eine Qualität, die unter der heutigen Normvorschrift (99,5%) liegt, befand sich das Dach bei der letzten Untersuchung vor einigen Jahren noch in sehr gutem Zustand.

Das Aluminium verdankt seine zunehmende Verwendung im Bauwesen dem Zusammentreffen folgender wertvoller Eigenschaften:

- geringes spezifisches Gewicht

- günstige mechanische Festigkeit

- gute chemische Beständigkeit

- hohes Reflexionsvermögen von Wärme und Licht

- Unbrennbarkeit und Funkenfreiheit

- leichte Verarbeitbarkeit

Für das Bauwesen kann die Aluminium-Industrie, dem jeweiligen Verwendungszweck angepasst, verschiedene Legierungen anbieten, deren Eigenschaften den oben erwähnten DIN-Normen wie auch den Merkblättern W 1, W 2 usw. der Aluminium-Zentrale zu entnehmen sind.

Für die Bedachung verwendet man neben Reinaluminium hauptsächlich die Legierungen AIMn (Aluminium-Mangan), AlMgMn (Aluminium-Magnesium-Mangan) oder AIMnMg und AIMg. Diese Werkstoffe zeichnen sich durch die eingangs aufgeführten und im folgenden noch näher erläuterten Vorzüge aus.

1. Spezifisches Gewicht

Die geringe Dichte (spezifisches Gewicht) von 2,7 kg/dm'' (Kupfer etwa 8,9, Eisen etwa 7,8, Zink etwa 7,2) bringt wirtschaftliche Vorteile durch rasche und leichte Montage sowie geringere Kosten für Transport und Unterkonstruktion.

2. Festigkeit und Elastizität

Die Festigkeit des Aluminiums und die Möglichkeit zur Herstellung in verschiedenen Härtegraden gestattet sowohl die Verlegung als freigespannte Dachdeckung oder Wandverkleidung aus profilierten Blechen und Bändern, als auch eine starke Verformung bei handwerklicher Verlegung als Doppelfalz- oder Leistendach. Außerdem ermöglicht ein hohes Rückfederungsvermögen die Anwendung von Klemmverbindungen, wodurch eine Verletzung der Aluminium-Dachhaut durch die üblichen Befestigungsmittel (z. B. Nägel) vermieden wird.

3. Chemische Beständigkeit

Gegenüber Einflüssen der Atmosphäre und Einwirkung von Rauchgasbestandteilen (Ammoniak, Kohlen- und Schwefeldioxid) ist Aluminium hervorragend beständig, so daß die Verlegung normalerweise in metallisch blankem Zustand erfolgen kann. Die natürliche, graugetönte und dichte Oxidhaut verstärkt sich im Laufe der Zeit, wodurch die Schutzwirkung noch erhöht wird: bei evtl. Verletzungen bildet sie sich unverzüglich neu.

4. Verarbeitung

Aluminium läßt sich in weichem Zustand sehr gut biegen, kanten, falzen, drücken und treiben, wodurch gute Anpassung an gekrümmte Dach- und Wandflächen erreicht werden kann. Auch in halbhartem Zustand ist die Formbarkeit in der Regel noch ausreichend. Diese Eigenschaft erleichtert die Fertigung profilierter Bedachungs- und Verkleidungsbleche ganz entscheidend.

5. Oberflächen

Im allgemeinen genügt für reine Zweckbauten die walzblanke Oberfläche mit der sich im Laufe der Zeit bildenden graugetönten Patina, der natürlichen Oxidhaut. Walzblankes Material wird auch mit geprägter (dessinierter) Oberfläche angeboten.

Architekten und Bauherren setzen aus Gestaltungsgründen häufig PVdF (Polyvinylidenfluorid) -80/20 beschichtetes Farbaluminium in Falzqualität für Dach und Fassade ein. Diese Beschichtungssysteme sind u.a. UV-, farb-, erosionsbeständig und beständig gegen Auskreidung.

Letzte Aktualisierung: 28.01.2011