Sanierung eines Wohn- und Gewerbebauses: Architektur und Technik im Einklang

Zielsetzung für die Sanierung seines Wohn- und Gewerbebaus aus den 1970er-Jahren war für Spenglermeister Christophe Vauclair, maximale Energieeinsparung, Solartechnik und eine Image fördernde Architektur der Gebäudehülle in Einklang zu bringen. Er löste dies mit einer filigran gestalteten Metallhülle aus Paneelen und Stehfalzen.

Sanierung Wohn- und Gewerbebaus
Mit viel Aufwand plante Christophe Vauclair seine Paneelfassade aus vorbewittertem Titanzink. Damit Kunden sehen, was mit Blechbekleidungen möglich ist, setzte er auch diagonal verlegte Profile ein. Fotos: Christophe Vauclair/VDSS

Seit 2009 ist Christophe Vauclair Besitzer eines für seinen Handwerksbetrieb exakt zugeschnittenen Gewerbeobjektes im Bieler Stadtteil Bözingen. Der diplomierte Spenglermeister leitet den Familienbetrieb E. Vauclair SA in der mittlerweile dritten Generation und beschäftigt zurzeit 13 Mitarbeiter in den Bereichen Spenglerei, Sanitär und Heizung. Der Wechsel zum neuen Standort ermöglichte ideale Arbeitsbedingungen für die effiziente Blechbearbeitung in der Spenglerwerkstatt sowie für eine zeitsparende Lagerlogistik der zahllosen Materialien im SHK-Bereich. Um die Gebäudetechnik auf den neuesten Stand zu bringen installierte Christophe Vauclair nach und nach moderne Sanitär- und Heizungsanlagen. Mit dem vorerst letzten, jedoch aufwendigsten Sanierungsabschnitt beschäftigte sich der Unternehmer 2018 mit der Gebäudehülle. Der Leitgedanke seines unternehmerischen Handelns ist, zu zeigen, was man kann – denn die Identität des Berufes liegt ihm sehr am Herzen. „In Zeiten, wo der Klimaschutz eine enorme Bedeutung hat, können wir uns als Spezialisten für Gebäudeenergie und somit auch als Klimaschützer profilieren“. Für den Spenglermeister war es hiermit selbstverständlich, das Firmengebäude mit einer bauphysikalisch sicheren und energiesparenden Dach- und Fassadenkonstruktion in Spenglertechnik nicht nur auszurüsten, sondern auch architektonisch zu gestalten.

Hinterlüftet konstruiert

Sowohl für das Dach als auch für die Fassade wählte Vauclair eine wärmegedämmte hinterlüftete Unterkonstruktion gemäß den geltenden Energie-Einsparverordnungen der Schweiz. Dabei bestand die Herausforderung darin, alle Gebäudeelemente harmonisch zu kombinieren. Die Dachdeckung erfolgte im Doppelstehfalzsystem aus Titanzink mit der Oberfläche prePatina schiefergrau, die zur Aufnahme der geplanten Solarmodule entsprechend befestigt werden musste. Da anstelle einer aufgeständerten Solaranlage ein optisch filigranes und flächenintegriertes System zur Ausführung kam, waren hierbei mehr die Schublasten des Systems und weniger die Windsoglasten zu berücksichtigen. Flächenintegriert sind neben den Solarmodulen auch mehrere Lichtelemente. Für die erforderlichen Dachdurchdringungen wie beispielsweise Sanitärlüfter installierten die Spengler Blindmodule mit entsprechenden Aussparungen. Somit erzeugten sie eine durchgehend homogene Dachoberfläche, die nahezu flächenbündig in Höhe des Lüfterfirstes und der Ortgangausbildungen sowie der Schneefanganlage abschließt. Ausgeführt ist die Dachkonstruktion mit einem für die Schweiz typischen Unterdach als zweite Ablaufebene. Die Konterlattung für die Hinterlüftungsebene ist mit Nageldichtbändern aufgebracht und die Schalung mit offenen Fugen verlegt. Zwischen Schalung und Metalldeckung ist eine strukturierte Trennlage angeordnet.

Gestaltung im Wilden Verband

Der Aufbau der Metallfassade besteht aus der vorhandenen Außenwand als Traggrund, Lattung, Dämmung und einer Nut-Federschalung. Hierauf befestigt ist eine zweiteilige Metallunterkonstruktion mit horizontal und vertikal angeordneten Hutprofilen. Das äußere, vertikale Hutprofil dient zur Befestigung der Wandpaneele mittels spezieller Klemmhalter und stellt den erforderlichen Hinterlüftungsabstand sicher. Besondere Kreativität zeigte Christophe Vauclair bei der Gestaltung der äußeren Fassadenbekleidung, für die er verschiede...

Christophe Vauclair/VDSS

Den kompletten Beitrag lesen Sie in Ausgabe 03.2020 Klempner Magazin.



Letzte Aktualisierung: 28.04.2020