Auf nach Namibia

In 2007 vollzogen Dietmar und Eva Pistorius ihren Umzug nach Namibia und bauten dort einen heute gut gehenden Klempnerbetrieb auf. Jetzt möchten sie sich dort zur Ruhe setzen und ­suchen einen Nachfolger.

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„Wenn es am schönsten ist, soll man die Nachfolge regeln“. Nach diesem Motto suchen Dietmar und Eva Pistorius nun einen Partner und Nachfolger für ihr Unternehmen in Windhuk. Foto: Konny von Schmettau

Namibia liegt in Südwestafrika und zählt zu den wohlhabenden Ländern des schwarzen Kontinents. Die Größe des Landes, seine vielfältigen Landschaftsformen und sein Tierreichtum haben Südwestafrika bereits in den 1950er Jahren zu einem interessanten Reisegebiet werden lassen. Namibia hat ausgebaute internationale Flugverbindungen, ein bedarfsgerechtes Straßennetz und ist seit dem Ende der Apartheidpolitik wieder ein interessantes Reiseland. Wo viel Tourismus herrscht, blüht allmählich auch die Wirtschaft auf. Sie ruht im Wesentlichen auf vier Säulen: Bergbau, Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus. Im Bergbau wird etwa ein Drittel des Bruttosozialproduktes erwirtschaftet. Namibia zählt zu den rohstoffreichsten Ländern Afrikas. Abgebaut werden vor allem Diamanten und Halbedelsteine, Gold, Silber, Zink, Kupfer, Blei, Zinn sowie Marmor, Granit und Uran. Bei den vielen Metallen war es kein Wunder, dass sich irgendwann ein Klempnermeister in diese Region begibt.

So packten Dietmar und Evi Pistorius in 2007 ihre Koffer und ein paar Seecontainer und zogen mit ihrer kompletten Klempnerwerkstatt von Zwickau nach Windhuk, der Hauptstadt Namibias. Sie waren enttäuscht von der schlechten Zahlungsmoral ihrer Kunden oder dem Suchen nach Mängeln, um Rechnungen zu kürzen sowie den anschließenden Streitigkeiten, die oft vor Gericht ausgetragen wurden. Anders als in Deutschland, wo Dietmar Pistorius mit etwa 15 Mitarbeitern bundesweit Metalldächer und Metallfassaden erstellte, fertigt er seit über zehn Jahren mit einheimischen Mitarbeitern alles, was an Dach, Fassade und für die Dachentwässerung benötigt wird.

Produktion ohne Wettbewerb


„Seit August 2008 produzieren wir in unserer angemieteten Werkhalle und einer ständig erweiterten Maschinenausrüstung Dachelemente wie Rinnen und Rinnenhalter, Fallrohre und Schellen aus verzinkten Material nach europäischem Standard. Damit sind wir hier die Einzigen weit und breit. Alle Maschinen und Werkzeuge sind von deutschen Herstellern wie die 4,00 m Abkantbank von Schröder mit Rollenschere und Profilierkopf MAKV 4000/1 mm, der Profimat von Schlebach und die 3,0 m Motorschere von Schechtl“, berichtet Dietmar Pistorius: „Seitdem wir Architektenmeetings durchführten, hatten wir eine große Nachfrage, besonders bei der Stehfalzdeckung. Nur wird hier viel verzinktes Stahlblech verwendet. Zurzeit beschäftigen wir fünf Mitarbeiter, zeitweise auch ein paar mehr, da sie manchmal einfach nicht zur Arbeit kommen. Daran muss man sich erst gewöhnen – aber das geht sehr schnell. Denn die Aufträge werden hier entspannt und ohne den deutschen Terminstress abgewickelt. Außerdem rechnen wir per Vorkasse bzw. mit Akontozahlungen ab; die Arbeit geht weiter, wenn bezahlt ist. So ist das hier.“


Klaus Siepenkort

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in klempner magazin, Ausgabe 1.2018.

Letzte Aktualisierung: 21.12.2017