Bilden, Biken und Barbeque

Fachvorträge, Netzwerken im Kollegenkreis und Biken bei bestem Klempnerwetter in Willingen Upland: für die Teilnehmer des mittlerweile 4. MTB Adventures waren es zwei ereignisreiche Tage. Zwischen Aha-Effekt zum Thema Brandschutz und Wadenkrämpfen beim Gipfelanstieg war alles dabei und einig sind sich alle: es hat sich gelohnt!

4. MTB Adventure
Mehrheitlich Akku-unterstützt trafen sich alle E- und Bio-Biker zur Mittagsjause in einer gemütlichen Waldhütte, bevor dann die letzten Kilometer und Höhenmeter auf dem Programm standen.

Fast schon zum Pflichttermin für Bike affine Klempner-, Dachdecker- und Zimmererkollegen/-innen hat sich die 2,5-tägige Veranstaltung entwickelt, organisiert von den Fachzeitschriften KlempnerMagazin, Bauen mit Holz und DDH Das Dachdecker-Handwerk.

Es scheint die gute Mischung aus 1. Weiterbildung, 2. Austausch mit Kollegen und 3. der Liebe zum Mountainbiken zu sein, die dieses Event im sauerländischen Willingen zu einer Wohlfühlveranstaltung wachsen lässt. Erfreulich viele Wiederholer, aber auch zahlreiche neue Teilnehmer erlebten diese dreidimensionale Veranstaltung im Hotel Hochheide mit Gewerke übergreifendem Tagungsprogramm.

Und wie wohl sich Teilnehmer und Referenten fühlen, stellte Dachdeckermeister André Büschkes bereits am Fortbildungstag 1, während seines Vortrages zum Thema Arbeitssicherheit, klar. „Ich fühle mich bei Euch richtig wohl und es tut gut, nach der ganzen Corona-Sache, sich mal wieder mit KollegInnen auszutauschen. Und das in so einer familiären Atmosphäre, das ist einfach klasse!“

Sicherheit muss gelebt werden

Klasse und hilfreich war auch der Vortrag zum Thema Arbeitssicherheit, den ZVDH Vizepräsident Büschkes im Gepäck hatte - ein Thema, das sich nicht immer leicht vermitteln lässt. Dabei geht es um nicht weniger als die Sicherheit der wichtigsten Menschen im Handwerksbetrieb.

In sehr anschaulicher Weise erläuterte Büschkes, selber Geschäftsführer eines mittelständischen Dachdeckerbetriebes, wo die Gefahren bei der Arbeit in der Höhe lauern. Dabei sei der Faktor Mensch zumeist das größte Problem und der größte Problemlöser zugleich. Die statistischen Unfallzahlen im Handwerk sind alarmierend hoch, auch die mit tödlichem Ausgang.

Allein von 88 tödlichen Arbeitsunfällen in 2017 waren alleine 38 auf einen Absturz zurückzuführen. „Und genau hier ist dringendes Umdenken nötig. Einstellungen wie: „Das haben wir immer so gemacht, das wird schon gut gehen“ oder „nur mal eben da hoch gehen“ haben im Baustellenalltag nichts verloren. Dies muss aus den Köpfen der Mitarbeiter raus; sie müssen sensibilisiert werden und eigenverantwortlich auf den Baustellen handeln. Eine Gefährdungsbeurteilung, die noch so gut ausgeführt ist, darf nicht zum Papiertiger werden. Gelebt werden muss sie von allen im Betrieb, von Mitarbeitern und Chefs zugleich. Hierzu stellte Büschkes die BG BAU Kampagne „Bau auf Sicherheit, bau auf Dich“ vor, die viele lebenswichtige Regeln für das sichere Verhalten auf der Baustelle verständlich per Bilder und Symbole beschreibt.

Brandschutz nur mit Sachverstand

In einem praxisnahen Vortrag zum Thema „Brandwandanschlüsse am Dach“ berichtete Dipl.-Ing. (FH), M.Eng. Architekt Stephan Appel über typische Fehlkonstruktionen von Brandwänden. Falsche Materialwahl, fehlerhafte Verlegung bis hin zu absoluter Unkenntnis wie, wann und warum Brandwände überhaupt ausgeführt werden müssen, sind für den Brandsachverständigen die häufigsten Mängel in dem Bereich. Auf Grundlage der Musterbauordnung (MBO) 2020 ging der Sachverständige zunächst auf die grundlegenden Anforderungen an den Brandschutz ein, wie beispielsweise der Gebäudeklasse, Randabstände zu lichten Bauteilöffnungen oder Anbauten.

Letzte Aktualisierung: 13.10.2020