Blitzschutz ohne Störfaktoren

Ein Blitz kann Menschenleben gefährden, Häuser in Brand setzen und elektrische Geräte zerstören. Bei einem Einschlag sorgen Blitzschutzsysteme für die gefahrlose Ableitung des Stromes. Die Einbindung von Metalldächern erspart hierbei nicht nur teure Installationskosten.

Blitzschutz Metalldach
Metalldächer können problemlos als Bestandteil des Blitzschutzsystems eingesetzt werden und als „natürliche Fangeinrichtung“ fungieren. Optisch störende Leitungsnetze entfallen. Foto: Rheinzink GmbH & Co. KG

Über zwei Millionen Blitze gibt es pro Jahr in Deutschland. Davon entladen sich jedoch etwa 90% der Blitze bereits in den Wolken und treffen nie auf die Erde. Ein Blitz dauert in der Regel noch nicht einmal eine Sekunde, doch mit einer Stromstärke von bis zu 500 kA kann er schnell ein Feuer auslösen oder elektrische bzw. elektronische Geräte beschädigen oder gar zerstören. Da dies insbesondere in Krankenhäusern, Schulen oder Polizei- und Feuerwehrstationen die öffentliche Sicherheit sowie Menschenleben gefährden kann, sind laut Musterbauordnung „bauliche Anlagen, bei denen nach Lage, Bauart oder Nutzung Blitzschlag leicht eintreten oder zu schweren Folgen führen kann, mit dauernd wirksamen Blitzschutzanlagen zu versehen.“ Höhere Anforderungen gelten ebenso für Versammlungsstätten, denn hier geht es darum, neben Menschenleben auch die sicherheitstechnischen Einrichtungen zu schützen. Da sich ein Blitz in der Regel an hoch gelegenen Punkten entlädt, sind Hochhäuser mit dauernd wirksamen Blitzschutzanlagen auszustatten.

Blitzschutznorm DIN EN 62305/VDE 0185-305

Die Ausführung dieser Anlagen ist in Deutschland in DIN EN 62305/VDE 0185-305 geregelt. Die Norm trat im Oktober 2006 in Kraft und wurde in der Folgezeit ergänzt und in Teilen überarbeitet. Sie bildet die Grundlage für ein umfassendes Sicherheitskonzept in puncto Blitzschutz und gliedert sich in vier Teile:

Die „Allgemeinen Grundsätze“ (Teil 1) informieren über die Gefährdungen durch Blitze, erläutern die Schutzprinzipien und definieren die wesentlichen Begriffe. Teil 2 „Risikomanagement“ beinhaltet ein Verfahren, mit dem die Risiken von Blitzschäden berechnet und Schutzmaßnahmen hinsichtlich ihrer Wirksam- und Wirtschaftlichkeit abgeschätzt werden können. Teil 4 „Elektrische und elektronische Systeme in baulichen Anlagen“ berücksichtigt den zunehmenden Einsatz von Computern, Fernmeldeeinrichtungen und Steuerungssystemen und den dafür notwendigen Schutz.

Blitzschutz
Nicht leitend verbundene Bauteile, beispielsweise vorgehängte Rinnen werden mit speziellen Klemmen an das Metalldach und an die Erdungsleitungen der Blitzschutzanlage angeschlossen. Foto: Ruhland GmbH Metallbedachungen, Frankfurt

Teil 3 der DIN EN 62305 behandelt den „Schutz von baulichen Anlagen gegen physikalische Schäden und den Schutz von Personenvor Verletzungen durch Berührungs- und Schrittspannungen“. Hierbei geht es unter anderem um Methoden zur Festlegung der Fangeinrichtungen, Anzahl und Abstand der Ableitungen, Klassifizierung der Erdungsanlagen, den Blitzschutz-Potenzialausgleich für elektrische und elektronische Anlagen sowie um Prüfung und Instandhaltung von Blitzschutzsystemen. Ergänzt wird Teil 3 durch fünf Beiblätter, von denen sich Beiblatt 4 der „Verwendung von Metalldächern in Blitzschutzsystemen“ widmet. Dies betrifft zum Beispiel Dachdeckungssysteme aus Rheinzink, die als natürlicher Bestandteil eines Blitzschutzsystems eingesetzt werden können. Die dafür notwendigen Angaben und Hinweise zu Verbindungstechniken, Brandschutz, Montage, Ableitung, Qualitätssicherung und Typenprüfung sind in DIN EN 62305/VDE 0185-305-3/Beiblatt 4 festgeschrieben. Die Norm unterscheidet zwischen beschichteten und unbeschichteten Metalloberflächen, der Art der Verbindung, handwerklich verlegten Dachdeckungen sowie typgeprüften und nicht typgeprüften Dachelementen.

Frank Neumann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 01.2014.

Letzte Aktualisierung: 15.02.2021