Büro mit Meistertopf

Für seine Meisterprüfung wählte Markus Fischer einen komplizierten, verdrehten Blumentopf aus Kupfer, der jetzt sein Büro schmückt. Der Jungunternehmer beschreibt, wie er aus seinem Entwurf an der Robert-Mayer-Schule in Stuttgart ein Klempner-Meisterstück gestaltete.

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Der Aufwand hat sich gelohnt: Meisterstück gelungen, Prüfung bestanden. Auf der Ausstellung Blechmasters in Stuttgart konnte das Arbeitsergebnis dem Publikum präsentiert werden. Foto: Markus Fischer

Bei meinem Meisterstück handelt es sich um einen achteckigen Blumentopf, bestehend aus einem verdrehten Übertopf aus walzblankem Kupferblech mit einem konischen Innenkörper aus Tecu Zinn, der mit einer Wulst abschließt. Der Topf steht auf einem Aluminiumsockel. Bei der Wahl des Meisterstückes setzte ich zwei Prioritäten. Zum einen sollte dies als Gestaltungselement im firmeneigenen Büro dienen. Zum anderen wollte ich hiermit meinen Kunden zeigen, wie vielfältig Klempner und Spengler Blech formen und gestalten können. Also überlegte ich, welche sinnvollen Gestaltungelemente in einem Büro platziert werden könnten. Dabei kam ich auf die unterschiedlichsten Ideen, wie Zimmerbrunnen, Vasen, Besprechungstisch, Wanduhr, Empfangstheke und zu allerletzt zu meinem Prüfungsstück dem Blumentopf. Somit hatte ich die ungewöhnliche Aufgabe, mich nahezu wissenschaftlich mit dem Zweck, der Form und dem Aufbau eines Blumentopfes zu beschäftigen.

Die meisten der Töpfe haben den Querschnitt eines Polygons, das sich von oben nach unten hin verjüngt. Durch die Verjüngung erleichtert sich die Entnahme der Pflanzen und kann somit samt Wurzelballen leicht umgetopft werden. Um das Abfließen des überschüssigen Wassers zu ermöglichen und dadurch Staunässe zu vermeiden, haben sie meistens Löcher im Boden. Bei anderen Varianten dagegen werden am Boden Steine oder Tonscherben eingelegt, um den Wurzelstock vor Staunässe zu schützen. Für den vorgesehenen Platz in meinem Büro passte am besten eine achteckige Form. Um eine nicht alltägliche Optik zu erzielen, sollte der Körper um ein Segment verdreht werden.

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Damit die Falze beim Fügen der Teile nicht aufgehen, wurden sie mit dem Lötkolben geheftet. Foto: Markus Fischer

Material bestimmen, Proportionen ermitteln

Als Erstes erstellte ich Papiermodelle, um die für den Stellplatz geeigneten Abmessungen zu ermitteln. Anschließend plante ich den Innenkörper, der einen optisch ansprechenden Abschluss erhalten sollte. Ich wählte hierzu eine Wulst, die über den Außenkörper hakt. Um ein problemloses Umtopfen zu gewährleisten, formte ich den inneren Körper konisch und ohne Verdrehung.

Nachdem der Entwurf stand, musste ich noch die geeigneten Materialien wählen.

Für den Übertopf wählte ich Kupferblech, da sich dies leicht bearbeiten und verformen lässt. Außerdem verleiht der Werkstoff Meisterstücken eine edle Optik. Bei dem Innentopf musste ich ein anderes Material finden. Den gewünschten Kontrast bei gleichleibender Korrosionsbeständigkeit und sehr guter Verarbeitbarkeit bot das verzinnte Kupferblech Tecu Zinn. Den achteckigen Sockel mit nachempfundener Wulst ließ ich bei einer Maschinenbaufirma aus Aluminium-Vollmaterial fräsen.

Markus Fischer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 03.12.

Letzte Aktualisierung: 30.11.2015