Dachsanierung Landratsamt Starnberg

Sicher ­konstruiert, energetisch aufgewertet: Platzprobleme, verstreute Dienststellen und erhöhte Energiekosten waren Gründe für das Landratsamt Starnberg, für ihr Verwaltungsgebäude ein umfassendes Sanierungskonzept zu ­erstellen. Dabei spielte verzinntes Edelstahlblech eine bedeutende Rolle.

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Die Neudeckung erfolgte überwiegend im Doppelstehfalzsystem, im Bereich der Fotovoltaikmodulen in Leistendeckung. Foto: Poschinger GmbH, Thyrnau

Das Landratsamt besteht aus zweigeschossigen längs und quer angeordneten ­Bauteilen mit Walmdachkonstruktionen.
Die Gebäudetrakte sind miteinander verbunden und zeigen sich aus der Drohnenperspektive als feingliedrige Struktur mit schützendem Dachschirm. Nach knapp 30-jähriger Nutzung entschieden Bauherr und der mit der Sanierungsplanung und Bauleitung beauftrage ö.b.u.v. Sachverständige für das Dachdecker- und Spenglerhandwerk Josef Frank MBA für die umfassende Überarbeitung des Dachaufbaus bis hin zur Wetterschutz- und Gestaltungsebene. „Dabei fiel die Entscheidung zugunsten einer bauphysikalisch sicheren, wärmegedämmten, unbelüfteten Konstruktion mit zusätzlicher Hinterlüftungsebene im Sinne der DIN 4108 T 3.
Auftretende Baufeuchte wird hiermit über die Hinterlüftungsebene zügig nach außen abtransportiert. Zudem verbessert eine Hinterlüftung bei sommerlichen Temperaturen das Raumklima in den darunterliegenden Räumen“, informiert Josef Frank. Nach technischen und architektonischen Abwägungen wählten der Fachplaner und Bauherr als Deckungswerkstoff 0,5 mm dickes, elektrolytisch verzinntes Edelstahlblech des Fabrikats Uginox Patina K41.

Fachgerecht verlegt

Die Montage der Metalldeckung erfolgte vom beauftragten SHK-Fachbetrieb Poschinger GmbH aus Thyrnau in Doppelstehfalztechnik mit 600 mm breiten Scharen (= 670 mm Bandzuschnitt) und den erforderlichen Falzdichtungsmaßnahmen. Als Deckunterlage dient eine 24 mm dicke Brettschalung, auf die strukturierte Trennlage sowie eine diffusionshemmende Unterdeckbahn, welche auch während der Bauzeit als Behelfsdeckung geeignet ist. Der Anschluss der Hinterlüftungsebene an die Außenluft erfolgt mittels durchgehender Öffnungen unterhalb des weiten Dachüberstandes sowie an Firsten, Graten, Gefällestufen und Wandanschlüssen.
Ausgerüstet sind die Dächer mit dreireihig auf den Flächen verteilten Schneefangrohren in der Art einer Lawinenverbauung. Dies sichert die in der Region zu erwartenden großen Schneemengen vor dem Abrutschen und sorgt für eine gleichmäßige Lastverteilung. Die jeweils untersten Rohre sind zusätzlich mit Eishaltern versehen. In das energetische Konzept der Gebäudesanierung integriert ist auch die Erzeugung von Solarstrom, sodass die verschiedenen Dachflächen mit Fotovoltaikmodulen ausgerüstet wurden. Diese Flächen führte die ­Firma Poschinger im deutschen Leistensystem aus, sodass die Solarbefestiger innerhalb der Leistenfelder regensicher und ohne die ­Metalldeckung zu durchdringen eingesetzt werden konnten.

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Die Dachflächen mit Fotovoltaikmodulen sind im deutschen Leistensystem gedeckt. Die Solarbefestiger konnten somit innerhalb der Leistenfelder regensicher und durchdringungsfrei eingesetzt werden. Foto: Poschinger GmbH, Thyrnau

Logistik just in time

Das termingerecht sanierte Landratsamt zu Starnberg zeichnet sich aus durch eine versierte Planung und handwerkliche Umsetzung von besonderer fachlicher Qualität. Für den reibungslosen Werkstofffluss „just in time“ sorgte Aperam-Vertriebspartner Südmetall Otto Leonhard GmbH aus München, der somit den störungsfreien Ablauf der Arbeiten unterstützte.
Die sachverständige Wahl der Materialien wie verzinnter Edelstahl für die Dachdeckung unterstützt das nachhaltige architektonische Konzept. Unter einem zusammenhängenden, flachgeneigten Dachschirm öffnet sich der feingliedrig erscheinende Bau zur Landschaft hin. Die Fortführung des auskragenden Dachschirms mit seiner Metalleindeckung bietet idealen Witterungsschutz für die Fassade. So werden die Reinigungs- und Wartungsintervalle für die Fassade deutlich reduziert.

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Das Landratsamt besteht aus längs und quer angeordneten Bauteilen, die sich aus der Drohnenperspektive als feingliedrige Struktur mit schützendem Dachschirm zeigen. Foto: Aldo Amoretti

Den gesamten Artikel und weitere technische Details lesen Sie in der KlempnerMagazin Ausgabe 06/19


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Letzte Aktualisierung: 10.09.2019