Der Kompass zeigt nach vorne

Die Bindung zum Unternehmen hat bei der Firmengruppe Burk Tradition. Die Abteilung "Dach und Wand" ist die größte im Haus, die meisten Mitarbeiter arbeiten schon seit über 20 Jahren in Ravensburg, wir beschreiben warum.

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Leitet noch die Geschicke der Firmengruppe: Geschäftsführer Bernd Schwarz. Fotos: klempner magazin

Bei der Abstimmung zum Termin sagte mir Geschäftsführer Bernd Schwarz: "Ab 7.00 Uhr können Sie kommen, ab dann wird hier gearbeitet." Das hätte man im Vorzeigebundesland Baden-Württemberg auch nicht anders erwartet. In Ravensburg bietet die Firmengruppe Burk seit nunmehr 85 Jahren Handwerksleistungen und ist heute in den Bereichen Dach und Wand, Sanitär, Heizung, Lüftung, Rohrleitungsbau, Elektroinstallationen, Netzwerktechnik und Sicherheitstechnik beheimatet. Die Firmenleitung tut viel dafür, dass die "Mannschaft" zusammenbleibt und das geht mit zum Teil ganz einfachen Mitteln: Zum Beispiel gibt es seit zwei Jahren bei Burk eine Radsportgruppe, die gemeinsame Touren unternimmt. "Wir legen großen Wert auf das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter. In den Sommermonaten geht es zweimal pro Woche auf Tour, danach kehren wir gemütlich ein. Für das professionelle Training wurde eigens der ehemalige Olympiasieger Uwe Peschel engagiert. Der beste Effekt ist dabei neben der Förderung des Teamgeists - die Mitarbeiter sind kerngesund. Wir haben seitdem deutlich weniger Krankheitsausfälle", sagt Geschäftsführer Bernd Schwarz.

Klaus Hübner ist so ein Beispiel. Er arbeitet bei Burk schon seit 32 Jahren und leitet die Abteilung "Dach und Wand", die mit rund 60 Mitarbeitern größte Abteilung der insgesamt 210 Mitarbeiter großen Firmengruppe. "In meiner Abteilung gibt es kaum einen, der nicht 25 Jahre im Unternehmen ist", betont Hübner. Das klingt wie ein Text aus einer Werbebroschüre oder beschreibt ein Unternehmen, das aus der Zeit gefallen ist - doch weit gefehlt. Bei Burk sind Beständigkeit und Innovation keine Gegensätze. Natürlich kommt dem Unternehmen der gute Wirtschaftsstandort zugute, doch eine solch lange Bindung an eine Firma ist schon etwas Besonderes: "Vor allem freut uns, dass Mitarbeiter wiederum selber Familienangehörige ins Unternehmen bringen, aus einer Familie beschäftigen wir mittlerweile vier Personen", ergänzt Florian Burk.

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Enkel Florian Burk übernimmt ab 2014 die Geschäftsleitung bei den „Ravens-Burkern“.

Deutscher Klempnerpreis 1996

Dennoch gibt es auch bei Burk ab und an Veränderungen: So wird Bernd Schwarz das Unternehmen voraussichtlich 2014 aus Altersgründen verlassen. Ab dann übernehmen die Enkel der Gesellschafterin Urs und Florian Burk die Leitung der Firmengruppe und setzen die Familientradition fort. 1927, in der Weimarer Republik, gründete ihr Urgroßvater Friedrich Burk das Unternehmen als reine Bauflaschnerei. Dessen Sohn Fritz baute dann das Unternehmen auf und erweiterte das Leistungsspektrum. Als der Firmenchef starb, ließ seine Frau Rosemarie die Mitarbeiter nicht im Stich, sondern führte das Unternehmen weiter. Die alleinige Gesellschafterin ist immer noch gut informiert, kommt regelmäßig ins Unternehmen und feiert mit ihren 85 Jahren noch jedes Betriebsfest mit großer Freude mit.

Kontinuität zahlt sich aus, vor allem in der Abteilung "Dach und Wand". So gewann Burk 1996 den "Deutschen Klempnerpreis 1996 für die Fassade des Polizeigebäudes in Tuttlingen. Burks Selbstverständnis: "Wir wollen nicht die Billigsten sein, sondern ordentliche Handwerksleistung abliefern. Wir sehen uns als klassische Klempner und Bauspengler. Wir können im Bereich Denkmalpflege anspruchsvolle Kirchentürme bearbeiten und haben die Maschinen für große Aufträge. Es gibt in der Region kaum eine Baustelle, wo nicht unser Firmenschild hängt", sagt Schwarz stolz und ergänzt: "Dank unserem Know-how können wir dem Architekten schon während der Planung beratend zur Seite stehen. Die Entscheidungswege müssen kurz sein, sonst kann ein mittelständisches Unternehmen nicht funktionieren", weiß Schwarz. Wenn sich bestimmte Mitarbeiter sehen wollen, müssen sie einen kurzen Weg gehen, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn 1998 entstand in Ravensburg etwa zwei Kilometer entfernt das Werk II der seit Jahren wachsenden Abteilung "Dach und Wand".

Johannes Messer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 06.2012.

Letzte Aktualisierung: 30.11.2015