Edelstahl für Dach und Fassade in Klempnertechnik

Edelstahl Rostfrei als Bedachungswerkstoff ist bei Architekten und Bauherren aus ästhetischen und ökonomischen Gründen beliebt. Wegen seiner hervorragenden Eigenschaften in Bezug auf Einsatzbandbreite, Dauerhaftigkeit und Umweltfreundlichkeit hat Edelstahl Rostfrei heute einen festen Platz unter den Dachmetallen. Für eine Reihe von unterschiedlichen Bauvorhaben wurde dieses Material gewählt.

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Marta Herford Museum. Foto: Courtesy Marta Herford © Thomas Mayer

Werkstoffe und Eigenschaften

Edelstahl Rostfrei ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl verschiedener Stahlsorten, die mindestens 10,5% Chrom enthalten. Ihre Korrosionsbeständigkeit geht auf eine nur wenige Moleküllagen dicke chromreiche Oxidschicht zurück. Auch bei Beschädigungen bildet sie sich unter dem Einfluß von Sauerstoff aus Luft oder Wasser spontan immer wieder neu. Höhere Chromgehalte und weitere Legierungsbestandteile wie Nickel und Molybdän verbessern die Korrosionsbeständigkeit,beeinflussen aber auch die mechanischen Eigenschaften.

Nichtrostende Stähle sind alterungsbeständig, hygienisch, UV-beständig, verrottungsfest, bruchsicher, ungiftig und umweltfreundlich. Sie wittern nicht ab und lassen sich auch nach Jahrzehnten vollständig recyceln. Die Beständigkeit gegen andere Baumaterialien wie Zement, Kalkmörtel, Beton und Bitumen ist gegeben, ebenso gegen Holzimprägnierungsmittel und schwefelsaure Rückstände.

Im Dachbereich kommen im allgemeinen folgende Werkstoffe zum Einsatz:

1.4510; korrosionsbeständiger, ferritischer titanstabilisierter Chromstahl: Dieser Edelstahl wird eingesetzt in städtischen und ländlichen Gebieten. Er zeichnet sich neben anderen positiven Eigenschaften vor allem durch seine Weichheit - er läßt sich hervorragend falzen, kanten und runden - und geringe Ausdehnung aus.

1.4401,1.4404,1.4436; korrosions- und säurebeständige, austenitische Chrom-Nickel-Molybdän-Stähle: Bei erhöhten Anforderungen an die Korrosionsbeständigkeit bei aggressiven Luftverhältnissen in Industriegebieten und in Meeresnähe sowie bei hohen mechanischen Belastungen finden diese Edelstahle ihre Einsatzgebiete. Sie sind gut umformbar und können geschweißt werden.

Alle Edelstahlsorten werden mit üblichen Spenglerwerkzeugen und Maschinen verarbeitet. Blechdicken von 0,4 mm, in besonderen Fällen 0,5 mm sind ausreichend, da Edelstahl ein vergleichsweise festes Baumetall ist. Bänder und Bleche werden in Breiten zwischen 500 und 1250 mm geliefert.

Rollnahtgeschweißte Dächer

Die Verlegetechnik Rollnahtschweißen ermöglicht wasserdichte Falze; sie wird daher bei Flachdächern mit 0° Neigung bzw. extrem flach geneigten Dächern, Dachbegrünungen und -bekiesungen eingesetzt. Die Edelstahlbänder werden auf die benötigte Scharenlänge geschnitten und beidseitig aufgekantet. Anschließend werden die Scharen mit Edelstahl-Schiebehaften auf der Unterkonstruktion befestigt und im Bereich der Aufkantungen durch spezielle Maschinen verschweißt. Durch Umkanten der Falze um 180° wird der geringe Verzug des Schweißvorganges gestreckt und gleichzeitig ein Falz von hoher Belastbarkeit gebildet.

Stehfalzdächer

Doppelstehfalzdächer sind im Bereich der Metalldeckungen die am meisten ausgeführte Deckungsart. Aber auch Winkelfalzdächer und Leistendeckungen lassen sich in Edelstahl problemlos mit herkömmlichem Klempnerwerkzeug ausführen. Eingesetzt werden sie meist ab einer Dachneigung von ca. 7° bzw. überall dort, wo Wasser ungehindert abfließen kann.

Profilblechdächer

Die Vorteile der Dacheindeckung mit Profilblechen oder Sandwichmaterialien liegen in der schnellen und einfachen Verarbeitbarkeit bei großflächigen Eindeckungen. Sie stellen somit trotz etwas höherer Herstellungskosten eine ökonomische Alternative zum traditionell hergestellten Dach dar.

Oberflächen

Edelstahlbänder für Dächer erhalten meist eine walzblanke Oberfläche (2B). Man erreicht damit eine gleichmäßige, leicht matte Oberfläche mit typischer Edelstahl-Optik. Edelstahlbleche mit einer beidseitigen, elektrolytisch aufgetragenen Zinnschicht bilden durch atmosphärische Einflüsse eine matte Patina. Der Zinnüberzug ist ohne Einfluss auf die Korrosionsbeständigkeit des Grundwerkstoffs, wirkt sich aber positiv bei Lötarbeiten aus und bietet verbesserte Haftung für Bitumen und Farbanstriche. Eine mattgraue Oberflächenwirkung wird durch die Behandlung mit scharfkantigem, ferritfreiem Granulat erreicht. Die so behandelte Oberfläche reflektiert das Licht diffus. Zudem wird die elektrische Leitfähigkeit verbessert, was wiederum beim Rollnahtschweißen von Vorteil ist.

Dachzubehör

Aggressive Umwelteinflüsse erfordern auch für Dachentwässerungssysteme und Dachzubehör einen korrosionsbeständigen Werkstoff. Dachrinnen, Fallrohre und das entsprechende Zubehör stehen als Serienprodukte in Edelstahl Rostfrei zur Verfügung. Kosten Die Kosten von Edelstahldächern liegen heute im Bereich anderer Metalldächer. Durch einen vergleichsweise einfachen Dachaufbau können gegenüber konventionellen Dächern oftmals Kosten gespart werden. Einen weiteren zeit- und somit auch kostensparenden Faktor stellt die Verarbeitbarkeit während der Winterperiode dar.

Letzte Aktualisierung: 28.01.2011