Eine Haube für die Turmlaterne des Doms Zwickau

Denkmalschutz: Leckagen an der begehbaren Plattform der Turmlaterne des Doms zu Zwickau sorgten für starke Schäden an der Holzkonstruktion. Die Sanierung der Dachfläche mit ihren zahlreichen Durchdringungen und Ornamenten forderten Klempnermeister Holger Wunderlich und seinem Team alle Künste der Klempnertechnik ab.

Turmlaterne des Doms zu Zwickau
Gut vorbereitet, konnten die Stützen für die Brüstung problemlos eingebaut und verzapft werden. Alle Fotos: Holger Wunderlich

Dachlaternen sorgten in der Römerzeit für Licht unter großen Kuppelbauten wie dem Pantheon, sie gaben von Leuchttürmen den Seefahren sicheres Geleit oder warnten auf Wach- und Kirchtürmen die Bürger der Stadt vor Brand und Kriegsgefahr. Seit der Zeit des Barocks sind sie meist ein Stilelement in der Architektur. Dach- und Turmlaternen sind stets extremer Witterung ausgesetzt. Oft führen Leckagen der durchdringungsreichen begehbaren Plattformen zu Schäden an der Holzkonstruktion, die nicht selten auch die Statik des Turms beeinflussen.

Auch an einer Aussichtsplattform und deren Brüstungen des Zwickauer Doms, stellte Dombaumeister Michael Kühn deutliche Feuchteschäden fest, die einer dringenden Sanierung bedurften. Die Marienkirche im Zentrum Zwickaus ist stadtprägendes Baudenkmal. Das Gebäude entstand bereits um 1180 als romanische Saalkirche und wurde zwischen 1453 und 1563 zur dreischiffigen Hallenkirche im spätgotischen Stil umgebaut. Der 87 m hohe Kirchturm, mit seinen zwei Dachlaternen, ist ein barocker Glockenturm aus dem Jahr 1672, der den ursprünglichen durch Blitzschlag beschädigten Turmaufsatz ersetzt.

Den Auftrag für die Ausführung der komplizierten Sanierungsarbeiten an der Aussichtsplattform der unteren Dachlaterne erhielten die Firmen hw-Blechgestaltung GmbH und die Beuklempnerei Kempe aus dem benachbarten Ort Mülsen. Der beiden Unternehmen der Arbeitsgemeinschaft sind Mitglieder der Innung SHK Zwickau und der Landesfachgruppe Klempnertechnik Sachsen. Ihre Aufgabe war es, eine zwar kleine aber extrem herausfordernde Dachfläche von knapp 30 m² mit Kupfer neu einzudecken.

Es galt hierin 16 Stützpfeiler einzubinden, die Holzkonstruktion zu sanieren und darüber hinaus 48 Brüstungsornamente zu demontieren, nach entnommenem Muster neu anzufertigen und wieder einzubauen. Klempnermeister und Firmeninhaber Holger Wunderlich hat sich mit seinen drei Mitarbeitern neben der Erstellung von Metalldächern und -fassaden auf den Denkmalschutz und auf die Herstellung komplizierter Bauornamente spezialisiert.

Problem Querfalz

Bereits bei seiner „Erstbesteigung“ des Turmhelms waren die Spuren der Wassereinbrüche an der Holzkonstruktion unterhalb der Plattform deutlich sichtbar. Nach dem Ausstieg durch die Dachluke fand Holger Wunderlich eine begehbare Plattform vor, die mit einer Holzschalung beplankt war.

Die gesamte Dachfläche war mit Taubenkot verunreinigt, was zum Einen das Ablaufen des Wassers behinderte und später die Abrissarbeiten erschweren sollte. Hierzu wurde ein Spezialunternehmen beauftragt. Zur Ausführung der Klempnerarbeiten sollte um die achteckige Turmlaterne zunächst ein Spezialgerüst errichtet werden.

Klaus Siepenkort

Den gesamten Artikel und alle Fotos finden Sie in der Ausgabe 05/19 des KlempnerMagazins

Letzte Aktualisierung: 16.07.2019