Flachdach im Wandel

Zurzeit werden bundesweit sanierungsbedürftige Kitas, Schulen und Sportstätten instandgesetzt oder erweitert. Dabei beginnen die Maßnahmen meistens am Dach. Das Industriebauunternehmen Schlichter setzte bei der Sanierung eines Gymnasiums auf die Wandlung vom Flachdach zum geneigten Metalldach.

Dachsanierung
Die Dachsanierung des Joseph-Haydn-Gymnasium ist erfolgreich abgeschlossen. Regenwasser gelangt nicht mehr ins Innere – es wird nun schadlos nach außen abgeleitet. Foto: Klaus Siepenkort

Mit dem dritten und letzten Bauabschnitt fand die energetische Dachsanierung des Joseph-Haydn-Gymnasium im westfälischen Senden ihren erfolgreichen Abschluss. Erfolgreich deshalb, da das Regenwasser nun nicht mehr auf dem Dach gesammelt, sondern schadlos abgeleitet wird.

Viele Jahre musste das Gebäudemanagement in Reparaturen und Schadensbeseitigung investieren, bis endlich eine große Lösung, finanziert von Bund, Land und Gemeinde, in Auftrag gegeben wurde. Allein für diesen Bauabschnitt waren 450.000 Euro veranschlagt. Die schlechten Erfahrungen aus den Jahren zuvor veranlasste Planer und Bauherrn, einen vollständig neuen Ansatz für die Dachentwässerung zu finden. Ziel war es, ein Dachsystem zu wählen, dass eine wartungsarme Nutzung ermöglicht, langlebigen Wetterschutz sicherstellt und das Gebäude zudem energetisch aufwertet. Gewählt wurde ein Lösung des Herstellers Kalzip, mit dem sich sanierungsbedürftige Flachdächer wirtschaftlich in ein sicheres Gefälledach als sogenannte „Kaltdachkonstruktion“ umwandeln lassen. Das System des Fabrikats Vario LB kann auf fast allen Untergründen angewendet werden. Es besteht aus stranggepressten Aluminiumprofilen und ist somit sehr leichtgewichtig. Als statisch vollwertiges Dachstuhlsystem ist es zudem für die Aufnahme eines industriellen Aluminium-Metalldachsystems vorbereitet.

Prüfen, planen, bauen

Die zuvor erhobene bauphysikalische und statische Bewertung der Bestandskonstruktion bestätigte die Eignung des Systems. Die vorhandene Abdichtung einschließlich Styrodur-Dämmung wurde in diesem Fall im Rahmen der Sanierung komplett zurückgebaut. Blasenbildungen ließen auf eine unzureichende Dampfsperrschicht schließen, sodass der Neuaufbau der diffusionshemmenden Schicht und der Wärmedämmung erforderlich wurde. Mit der Metalldeckung konnte jetzt auf eine wartungsanfällige Abdichtungsebene verzichtet werden. Den Auftrag für die Umgestaltung des Daches erhielt die Firma Schlichter GmbH & Co.KG aus Lathen. Das Unternehmen ist Mitglied im Qualitätszeichenverband IFBS, Bereich Projektierung/Bauausführung und spezialisiert auf komplexe Gebäudehüllen mit Metallleichtbausystemen. Der Internationale Verband für den Metallleichtbau prüft Unternehmen nach strengen Kriterien, bevor er das Qualitätszeichen verleiht. Diese reichen von der fachlichen Qualifikation aller Baubeteiligten des Betriebes über die technische Ausrüstung bis zur Verarbeitung und Befestigung der Elemente gemäß den IFBS-Fachrichtlinien. Für die Projektleitung zuständig war Christoph Hölling, Architekt im Fachbereich Planen, Bauen und Umwelt der Stadt Senden: „Die Schüler konnten die Bauarbeiten aus den Fenstern des oberen Stockwerks verfolgen und erhielten einen Eindruck, wieviel Aufwand, Kompetenz und Koordination diese Schulsanierung erfordert.“

Das stimmt, denn bereits der aufwändige Rückbau und die Entsorgung des alten Dachmaterials erforderte eine exakte Koordination der Bauabläufe. Alle aufgenommenen Flächen mussten zum Schutz vor Tagwasser umgehend mit der Dampfsperrbahn als Notdeckung abgedichtet werden.

Klaus Siepenkort

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in Ausgabe 08/2020 Klempner Magazin.

Letzte Aktualisierung: 17.11.2020