Haftschienen am Montblanc

Nach knapp fünfjähriger Bauzeit wurde die Seilbahnstation „Skyway Monte Bianco“ eingeweiht. Um in dieser alpinen Hochlage Italiens allen Wetterkapriolen standzuhalten, erhielt die Baukonstruktion eine besondere Aluminiumhülle im robusten handwerklichen Stehfalzsystem.

Gebäudehülle am Mont Blanc
In handwerkliche Stehfalztechnik gehüllt, sorgten die Planer und Handwerksunternehmen für den nachhaltigen Schutz der in Extremlage hochtechnisierten Seilbahnstationen des „Skyway Mont Blanc“. Foto: Kalzip GmbH

Die Anlage ersetzt die alte Seilbahn aus den 1940er- und 1950er-Jahren. Sie wurde komplett vom Südtiroler Unternehmen Doppelmayr Italia GmbH in Lana entwickelt, geplant und ausgeführt. Auf der italienischen Seite, am Fuße des Mont Blanc liegend, verbindet sie den Fremdenverkehrsort Courmayeur mit der Helbronner Spitze. Die neue Strecke ist 4,3 Kilometer lang und überwindet einen Höhenunterschied von 2.200 Metern. Die Seilbahn startet an der Talstation Pontal d’Entrèves auf 1.300 Meter Meereshöhe, führt über die Mittelstation, dem Pavillon du Mont Fréty, bis hinauf zur Bergstation Punta Helbronner auf 3.500 Meter. Die terrassenförmig angelegte Station setzt mit ihren weit auskragenden Baukörpern, der Qualität und Ausführung der gewählten Materialien, innen wie außen, einen spektakulären Kontrast zur faszinierenden Umgebung. Den Besuchern bietet sich von der runden Panoramaterrasse mit 14 Meter Durchmesser ein außergewöhnlicher 360-Grad-Ausblick über einen großen Teil der 4.000er in den Westalpen: Mont Blanc, Monte Rosa, Matterhorn, Gran Paradiso und Grand Combin. Betreiber der Seilbahnanlage ist die Gesellschaft Funivie Monte Bianco, an der die Autonome Region Aosta maßgebend beteiligt ist. Rund 120 Millionen Euro Investitionskosten mussten für das spektakuläre Projekt aufgebracht werden. Dazu zählen auch die Kabinen mit Panoramaverglasung, die sich während der Fahrt um 360 Grad drehen. Mit einer Geschwindigkeit von ­9 Metern pro Sekunde braucht die Seilbahn vom Start bis zur Ankunft nur 19 Minuten.

Herausforderung Baustatik

Perfektion in Technik und Gestaltung waren für das ehrgeizige Projekt in der alpinen Hochlage erforderlich, damit es allen „Wetterkapriolen“ standhält. Das projekterfahrene Ingenieurbüro Holzner & Bertagnolli Engineering GmbH aus Lana erhielt deshalb den Auftrag für die Tragwerks- und Stahlbauplanung von Tal-,­
Mittel- und Bergstation sowie der Seilbahnstützen. Die große statische Herausforderung bestand in der wirtschaftlichen Bemessung der Beton- und Stahlkonstruktionen angesichts der speziellen klimatischen Bedingungen in großer Höhe. Die Verankerung der Seile wurde im Permafrostboden mit einem weltweit einzigartigen unterirdischen System verwirklicht, berichtet die Tiroler Tageszeitung Online. Zu den technischen Besonderheiten des Baus zählt auch die mit 1­10 Metern höchste Seilbahnstütze der Welt.

Dietmar Schuh

Lesen Sie den gesamten Beitrag im klempner magazin 03.16.

Letzte Aktualisierung: 03.05.2016