Ornamente per Steppfunktion

Dachsanierungen von historischen Gebäuden stellen Klempner oft vor besondere Herausforderungen. Ein sehr spezielle Sanierungsaufgabe musste die Firma Ramseyer und Dilger AG für ein altes Warenhaus in Thun meistern. Es galt, eine Menge alter Metallornamente mit modernen Blechbearbeitungsmaschinen und Produktionstechniken von heute wieder herzustellen. Wir erläutern, wie das gelang.

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Alle Fotos: Ramseyer und Dilger AG

Dächer prägen nicht nur das einzelne Gebäude, die gebaute Umgebung und somit das Stadtbild werden wesentlich von der Dachlandschaft mitbestimmt, so auch das „Bälliz“, die Einkaufsmeile in der Schweizerischen Stadt Thun. Das Bälliz liegt auf einer Insel, die beidseitig von der türkisblauen Aare umflossen wird und um 1900 mit zahlreichen Bauwerken im Neurenaissance-Stil bebaut wurde. Für das Haus Bälliz 12, das 1902 errichtet wurde, stand eine Generalsanierung der komplexen Dachkonstruktion an. Diese musste sowohl konstruktiv als auch energetisch auf den Stand der Technik gebracht werden. Die Errichtung des zum Stil passende Mansardendaches war aufgrund zahlreicher, mit aufwändigen Metallornamenten gestalteten Lukarnen (Gauben) und vielen versetzen Einzelflächen schon damals eine sehr spezielle und anspruchsvolle Aufgabe für Spengler und Dachdecker. Spezialisiert auf besondere Aufgaben dieser Art ist die Firma Ramseyer und Dilger AG aus Bern.

Metallarbeiten an Dach und Fassade: Das Fachbuch von Klaus Siepenkort :

Das Unternehmen wurde bereits 1894 gegründet, feiert somit bald ihr 125-jähriges Firmenjubiläum, und beschäftigt heute rund 90 Mitarbeiter, davon stets 14 –16 Auszubildende. Das Leistungsprofil des Unternehmens umfasst mit ihren vier Abteilungen die SHK Gewerke, Spenglerei sowie Dachdeckerei und bedient somit alle Schnittstellen von der Haustechnik bis zum Metall-, Steil- und Flachdach einschließlich der erforderlichen Unterkonstruktionen. Mit dem einschlägigen Knowhow bei historischen Spenglertechniken und Ornamentherstellung bis hin zur Bekleidung komplexer Gebäudehüllen in der modernen Architektur wurde die anspruchsvolle Sanierungsaufgabe dem Berner Fachbetrieb übertragen.

Fachbuch Regeln für Metallarbeiten :

Details entwickeln

Für die Spenglermeister Remo Wyss, Bruno Schaufelberger und Roger Sennhauser aus den Abteilungen Spenglerei und Dachtechnik galt es, eine Menge alter Metallornamente zu rekonstruieren und mit modernen Blechbearbeitungsmaschinen und Produktionstechniken von heute wieder herzustellen. Als Grundlage für die Ausführung und Rekonstruktion dienten alte Pläne aus dem Jahre 1900. Jedoch musste, bevor das erste Blech gefertigt und montiert werden konnte, die Dachkonstruktion vollständig überarbeitet werden. Hierfür waren umfangreiche Zimmererarbeiten erforderlich sowie das Einbringen der erforderlichen bauphysikalischen Funktionsschichten wie Hinterlüftungsebenen Luftdichtungen und Wärmedämmung. Dabei wurden diverse statischer Teile wie Sparren und Pfetten vollständig ersetzt. „Aufgrund der neuen Bedingungen und Änderungen an der bestehenden Konstruktion, waren viele Absprachen mit der Denkmalpflege der Stadt Bern erforderlich. Es war eine sehr intensive aber sehr gute Zusammenarbeit. Es entstanden dabei verschiedene neue Details, sodass wir auch mit dieser Herausforderung wieder eine Schritt weiter gekommen sind“, so Remo Wyss.

Deckung aus Zink und Schiefer

Ramseyer und Dilger AG / VDSS

Den kompletten Beitrag lesen Sie in Ausgabe 06.2018

Letzte Aktualisierung: 15.08.2018