Kaminverwahrungen:Weich verformt, sicher verwahrt

Kaminverwahrungen gehören zu den anspruchsvollen Anschlüssen am Dach. Wegen der guten Formbarkeit kommen an Deckungen mit Dachsteinen und Dachziegeln hierfür zumeist Bleibleche zum Einsatz – doch auch hier gilt: Gewusst wie!

Schornsteinanschluss
Kaum ein Schornsteinanschluss ist wie der andere. Damit er dauerhaft regensicher ist, kommt es auf die richtige Verarbeitung des Walzbleis an. Fotos und Tabellen: Röhr + Stolberg GmbH

Kaum ein Schornsteinanschluss ist wie der andere, angefangen beim Neigungswinkel der Dachfläche über dessen variierende Abmessungen bis hin zur Bauart und zu dem Material dieser Dachdurchdringung. Einerseits wird der einschalig gemauerte Schornstein aufgrund immer neuer Heiztechniken seltener, andererseits kommen neue Bauarten hinzu: Sie beherbergen gleichzeitig die Abgasabführung und Verbrennungsluftzuführung. Dazu ändern sich auch die Anforderungen an die Verwahrungen durch moderne Dämmschichten in der Innen- und Außenschale. Walzblei lässt sich flexibel an die Dachformen und an die geplante Deckung anpassen. Neben der klassischen, metallblanken Variante ist der Werkstoff zudem in allen gängigen Dachfarben erhältlich, sodass sich die Bleibleche farblich in die Dachhaut einfügen können. Unabhängig von der Farbe wird eine Schornsteinverwahrung aus Walzblei vor Ort individuell an das Bauteil angeformt und mit Falzen verbunden. Aufgrund seiner guten Kaltformbarkeit lässt sich Walzblei dabei mit Standardwerkzeugen wie Gummihammer, Klopf- und Setzhölzern formen und falzen.

Grundsätzlich besteht die Verwahrung eines Schornsteins in der geneigten Dachfläche aus drei unterschiedlichen Ausführungen. Da ist zunächst der traufseitige Anschluss, auch „Schornsteinschürze“ oder „Schornsteinblech“ genannt. Der firstseitige Anschluss heißt „Schornsteinkehlblech“. Hinzu kommen noch zwei seitliche Anschlüsse. Die Bleche dürfen nur punktuell direkt mit Nägeln oder Schrauben am aufgehenden Bauteil befestigt werden. Der Abstand zwischen den Befestigungen sollte etwa 10 bis maximal 15 cm betragen. Aufgrund ihrer thermischen Ausdehnung sollten die Bleibleche nicht fest zwischen zwei Bauteilen eingespannt werden. Die maximalen Abmessungen sind der Tabelle 1 zu entnehmen.

Der traufseitige Anschluss

Wie lang das Blech zugeschnitten werden muss, ergibt sich aus der Schornsteinbreite und den beidseitigen Zugaben für die Falze. Die Aufkanthöhe (Abb. 2) richtet sich nach der Dachneigung: Je steiler das Dach ist, desto geringer kann sie gehalten werden.

Nur firstseitig beträgt die Aufkantung in jedem Fall mindestens 150 mm. Ähnlich verhält es sich bei der Überdeckung des Deckwerkstoffes. Er sollte bei einer Neigung über 22° um mindestens 100 mm überdeckt werden, bei einer Neigung unter 22° um mindestens 150 mm und bei Neigungen unter 15° um mindestens 200 mm. Ist das Blech traufseitig am Schornstein befestigt, wird die Quetschfalte mit dem Klopfholz zur Dachfläche gebogen. Die Unterseite der Falte verläuft entlang der Dachneigung (Abb. 3). Anschließend wird die Aufkantung aufgestellt, wobei die Falte gegebenenfalls noch korrigiert werden kann. An dieser Aufkantung wird abschließend noch eine beliebige Rundung kerbfrei ausgeschnitten. Natürlich müssen dabei die trauf- und kaminseitigen Mindestabstände beachtet werden (Abb. 4).

Seitlicher Anschluss

Bei den seitlichen Anschlüssen wird die Zuschnittslänge und -form von der Kontur des jeweiligen Deckwerkstoffes bestimmt. Durchgehende Walzbleibleche müssen ebene Deckwerkstoffe um mindestens 100 mm überdecken.

Nina le Viseur

Den kompletten Beitrag lesen Sie in Ausgabe 04/05.2020  Klempner Magazin.

Letzte Aktualisierung: 12.07.2020