Klempnerkunst im Hackenviertel

Das Modernisieren unter Denkmalschutzbedingungen fordert dem Klempner stets ein hohes Maß an Kreativität und handwerklichem Geschick ab – wie beispielsweise die Sanierung einer historischen Dachdeckung in München. Hierbei ergaben sich für Spenglermeister Alexander Sharuk komplizierte technische Details, besonders bei der Ausführungen der Gaubenkehlen.

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Die gelungene Dachsanierung unter Denkmalschutzbedingungen forderte der Firma Sharuk viel Kreativität bei den Details und ein hohes Maß an Klempnerwissen ab. Foto: Alexander Sharuk

Das imposante Gebäude steht im Hackenviertel nahe der berühmten Münchner Frauenkirche. Das neubarocke Wohn- und Geschäftshaus aus dem Jahre 1893 ist heute Teil der sogenannten Hofstatt, eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte in Bayerns Hauptstadt. Das ehemals geschlossene Gewerbeareal verwandelten die Architekten in eine dreiarmige Einkaufspassage mit Innenhöfen und Grünflächen. Im Innenhof errichteten sie einen großen gläsernen Riegel mit rund 260 Quadratmeter großen Lofts. Die Wohnungen sind zweigeteilt: Der Altbau besitzt Stuckdecken und zum Teil originales Fischgrätparkett und der neue Teil der Wohnungen ist hochmodern in Weiß mit durchgehenden gläsernen Schiebefenstern gestaltet.

Im Rahmen der Sanierungsarbeiten wurden marode Fenster ersetzt, Außenputze und Stuckarbeiten ausgebessert sowie Schutzanstriche aufgetragen, deren Farbkonzept dem historischen Charakter gerecht werden. Originale Schaufenster und Haustüren blieben erhalten und wurden repariert. Das Metalldach und sämtliche Mauergesimse wurden in alter Optik, aber in moderner Klempnertechnik wieder hergestellt. Da es sich um eines der wenigen erhaltenen Gebäude des Historismus in der Altstadt handelt, kam der handwerklichen Qualität der Instandsetzung eine besondere Bedeutung zu.

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Dehnungsprobleme an den Lötnähten der Gauben sowie am Dachknickpunkt erforderten behutsame Detailänderungen an der denkmalgeschützten historischen Zinkdeckung. Foto: Alexander Sharuk

Für die fachkompetente Ausführung erhielt dieses Projekt im November 2014 von Münchens Bürgermeisterin Christine Strobl und Stadtdirektor Cornelius Mager sogar den Fassadenpreis [1] – nicht zuletzt auch durch die handwerkliche präzise Ausführung der Dachdeckung, Gesimse und Fensterbänke aus Titanzink von der Firma Sharuk aus Großkarolinenfeld bei Rosenheim .

Klaus Siepenkort

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Letzte Aktualisierung: 06.03.2015