KlempnerTreff 2020: Gerade noch geschafft

Kurz vor dem Corona „Lockdown“ trafen sich rund 120 Experten der Gebäudehülle aus Metall zum 8. Klempnertreff in Münster – dem Hotspot für Klempnertechnik und Metallleichtbau.

KlempnerTreff 2020
Rund 120 Netzwerker der Klempner- und Leichtbaubranche kamen zum 8. KlempnerTreff nach Münster. Themenschwerpunkte waren Technik, Brandschutz und Klempnerausbildung. Foto: KlempnerMagazin / offenblende.de

Vom 8. Klempnertreff in Münster gibt es zum Glück nur Positives zu berichten: 120 gesunde Teilnehmer und hochkarätige Referenten aus Handwerk, Industrie und Bildungseinrichtungen, die für ein abwechslungsreiches Fachprogramm sorgten. Sonderkonstruktionen in der Klempnertechnik, Wissenschaft und Forschung für Bausysteme aus Metall, Ausbildung im Klempnerhandwerk, Digitalisierung im Handwerksbetrieb waren die Schwerpunkte. Gleich im ersten Vortrag ging es um eine außergewöhnliche Klempnerarbeit. Thomas Teichfuß ist Mitarbeiter in der technischen Abteilung des Klempner-Fachbetriebes Metallverarbeitung André Taubert in Greiz-Reinsdorf und berichtete über die komplexe Konstruktion von 800 Meter Wegebrüstungen für die Landesgartenschau Wassertrüdingen. Unter der Hülle aus goldglänzenden Schindeln mit vielen Anschlüssen und Übergängen steckt eine komplexe Aluminium-Unterkonstruktion. Die Konstruktion entwickelte Firma Taubert anhand der gestalterischen Vorgaben des Architekten in der eigenen Planungsabteilung per CAD-Software. „Als Befestigung dienen Winkelkonsolen und Spanten mit Flügeln, die an den Außenkanten der Betonplatten befestigt sind sowie eine vollflächige Deckunterlage aus 3,0 mm dickem gekanteten Aluminiumblech. Spanten und Deckunterlage für die goldglänzende Bekleidung aus Tecu Gold sind gemäß der architektonischen Planung für die verschiedenen Einbaubereiche individuell geometrisch geformt und variieren in ihren Abmessungen“, berichtete Thomas Teichfuß. Sämtliche Bauteile für die Randbegrenzungen fertigte das Unternehmen auf Grundlage der eigenen Werkplanung in der komplett ausgerüsteten Klempner- und Metallbauwerkstatt mit modernen Maschinen und Werkzeugen zum Biegen, Formen und Fügen von Blechen aller Art.

Update im Metallleichtbau

Im Markt rund um den Industrie- und Gewerbebau für Dach und Wand spielt die Gebäudehülle aus Metall eine bedeutende Rolle. Montagefirmen bekleiden jährlich rund 50 Mio. Quadratmeter Dach- und Wandflächen mit Metallsystemen einschließlich aller erforderlichen Unterkonstruktionen. Hierbei handelt es sich um Spezialunternehmen des Gewerbebaus, des Klempner-, Dachdecker-, Zimmererhandwerks sowie des Stahlbaus. Qualitätsorientierte Unternehmen aus diesem Marktsegment haben sich im Industrieverband für Bausysteme im Metallleichtbau e. V. (IFBS) organisiert. Der Zweck des Berufsverbandes ist die Förderung des Bauens mit Bauelementen aus Metall und die Schaffung eines gemeinsamen internationalen Qualitätsstandards für den Metallleichtbau. Diese sind in den IFBS-Fachregeln dokumentiert. In seinem Vortrag informierte Geschäftsführer Dr. Ralf Podleschny über Neuerungen und Änderungen der im Januar 2020 aktualisierten Fachregel „Planung und Ausführung“.

Das Kapitel Falzprofildach-Konstruktionen wurde beispielsweise um einige Varianten ergänzt. Neu aufgenommen ist unter anderem am zweischaligen wärmegedämmten nicht belüfteten Pfettendach der Aufbau mit Unterschale aus Trapezprofilen, Dampf- bzw. Luftsperre, Wärmedämmung, ggf. Schutzbahn, Montageschiene mit Halter und der Oberschale aus Klemmprofilen. Insgesamt wurden drei Dach- und eine Wandkonstruktion mit ihren Funktionsschichten neu aufgenommen. Weitere Neuerungen ergaben sich bei Stößen von Abdeckungen hinsichtlich der Überdeckungslängen, Verbindungselemente und Dichtungsbänder. So sind beispielsweise an First-, Attika- und Ortgangabdeckungen aus gleichen Werkstoffen pro Überdeckung mindestens zwei geschlossenzellige vorkomprimierte Dichtbänder einzulegen.

Klaus Siepenkort

Den kompletten Beitrag lesen Sie in Ausgabe 03.2020 Klempner Magazin.



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Letzte Aktualisierung: 29.04.2020