Klempnertreff am Titisee

In Titisee fand der traditionelle Klempnertreff des Fachverbandes SHK-Baden Württemberg statt. Vor vollem Saal hielten Fachreferenten Vorträge zu aktuellen Themen wie Solarbefestigungen und Schneelasten und luden zur Diskussion ein. Lesen Sie die Details.

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FVSHK-Vorsitzender Manfred Stather begrüßt die Teilnehmer des Klempnertreffs. Durch das abwechslungsreiche Programm führten (v. rechts) Dietmar Zahn und Robert Smeijkal. Mit in der Reihe der Referenten Michael Rees und Christian Fürholzer. Fotos: Siepenkort

Punktgenau 100 Teilnehmer, Klempner, Vertreter aus Industrie, Handel und Verbänden nutzten das Fortbildungsangebot des Fachverbandes SHK- Baden Württemberg zum Erfahrungsaustausch, das im Einjahresrhythmus im Februar stattfindet. Geschäftsführer Dietmar Zahn und Landesfachgruppeleiter Robert Smeijkal führten nach den Begrüßungsworten vom Vorsitzenden Manfred Stather durch das abwechslungsreiche Programm. Das Themenspektrum lockte an zwei Veranstaltungstagen Betriebsinhaber und leitende Mitarbeiter von Klempner-Fachbetrieben in das Kurhaus von Titisee-Neustadt. Unterstützt wurde die Veranstaltung unter anderem von den Vertretern der Herstellerindustrie Enke, Kalzip, Prefa, Rheinzink und Rooftech. Die jeweiligen Ansprechpartner der Unternehmen für die Flaschnerbetriebe im Raum Baden-Württemberg waren mit einem Infostand vor Ort.

Mit seinem Vortrag über die Befestigung von Solaranlagen auf Metalldächern stieg Christian Fürholzer, Geschäftsführer der Firma Rooftech, in die Veranstaltung ein. Er gab einen Ausblick auf die Entwicklungen im "Solarland" Deutschland, das mit etwa einer Million Anlagen größte Menge solaren Stroms erzeugt und stellte fest, dass auch in der Zukunft eine große Nachfrage an Photovoltaik- und der Solarthermie-Anlagen bestehen wird. Somit kommen auch in der Zukunft zusätzliche Lasten auf Metalldächer zu, die es gilt schadlos in die Dachkonstruktion zu integrieren. In diesem Punkt bestehen jedoch noch viele Unsicherheiten; bei Sturmereignissen abgetragene Solaranlagen und Dächer sowie Risse in der Metalldeckung mit Wassereinbrüchen in die Dachkonstruktion waren die Folgen unsachgemäßer Montage. "Grundsätzlich ist das Metalldach und eine Solaranlage eine sehr gute Kombination. Ein wartungsarmes, langlebiges Metalldach bietet die beste Grundlage für Solaranlagen, die heute ebenfalls eine Lebenszeit von geschätzten vierzig Jahren aufweisen können", unterstreicht Fürholzer. Insbesondere bei aufgeständerten Anlagen ist teilweise mit sehr hohen Windlasten zu rechnen. Der geführte Nachweis der Lastableitung dürfe jedoch nicht in der Halteklemme am Falz enden, wies Fürholzer auf eine typische Planungslücke hin. Die Problematik liegt nicht bei neu zu erstellenden Dächern, sondern bei der nachträglichen Montage von Solaranlagen auf bestehenden Metalldächern. Die Befestigungssituation mit ihren statischen Werten ist dabei meistens eine unbekannte Größe und als Grundlage für Auslegung von Solar-Montagesystemen quasi nicht vorhanden. In diesem Fall ist die statisch nachweisbare direkte Befestigung mit Trägerplatten oder Verankerungen im Sparren die sichere Variante. Diese durchdringen jedoch die Metalldeckung und müssen so eingebunden werden, dass temperaturbedingte Dehnungsbewegungen der Schare schadlos erfolgen können.

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Christan Fürholzer war als Ansprechpartner und Referent zum Thema Solarbefestigungen beim Klempnertreff.

Lasten planen

Bei neuen Metalldächern, auf denen Solaranlagen vorgesehen sind, ist eine statische Planung möglich und die Befestigung kann durchdringungsfrei erfolgen. Hierfür gibt es entsprechende handelsübliche Klemmsysteme zur Aufnahmen der Solar-Halterschienen. Voraussetzung ist, dass sowohl die Solar-Halteklemme als auch die Scharenhafte statisch berechnet und aufeinander abgestimmt sind. In der anschließenden Diskussion im Plenum wurde deutlich, dass durch die aktuellen Herausforderungen für die fachgerechte Solarbefestigung auf Metalldächern noch einiger Regelungsbedarf besteht. Fragen zur Leistungsfähigkeit eines Doppelstehfalzes mit gesicherten statischen Werten - unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Metallwerkstoffe und Blechdicken sowie Fragen zur korrekten Anordnung der Hafte zeigten, dass zu deren Beantwortung wissenschaftlich ermittelte Daten benötigt werden: Vielleicht ist dies bereits ein interessanter Forschungsauftrag für den neuen Studiengang Gebäudehülle an der Fachhochschule in Rosenheim.

Einen ganz anderen Ansatz zeigten in diesem Zusammenhang Bernd Weckesser von Roto und Klempnermeister Rolf Krauß am Beispiel einer realisierten Indachlösung Sunroof. Bei dieser dachintegrierten Solaranlage entfallen alle Befestigungsprobleme am Metalldach, da die Kollektoren gleichzeitig als vollwertige Dachdeckung zusammengefügt sind. Lesen Sie hierzu auch unseren Projektbericht im kommenden klempner magazin.

In diesem Kontext informierte Spenglermeister und Schneefangspezialist Michael Rees aus Oberstdorf, worauf es bei der Bemessung und Ausführung von Schneefang-Systemen ankommt. Er wies darauf hin, dass deren korrekte Dimensionierung oft unterbewertet wird oder aus Kostengründen gar komplett verzichtet wird. Sach- oder Personenschäden durch abrutschende und herabfallende Schneemassen sind oft die kostspieligen Folgen. "Die fachgerechte Anordnung, Montage und Dimensionierung von Schneefangsystemen sind Voraussetzung für das Funktionieren eines Gebäudes als Ganzes, notwendig zum Schutz von Personen und Gütern und dies nicht nur in alpinen Regionen. Auch im Flachland kommt es immer öfter zu starken Schneefällen mit den bekannten Folgeschäden", warnte Michael Rees.

Klaus Siepenkort

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 02.2012.

Letzte Aktualisierung: 08.03.2012