Kugelsicher bedacht

Alpines Bauen erfordert besondere Konstruktionen. Für das neue Golf Clubhaus mitten in den Schweizer Alpen mussten Unterkonstruktion und Dachdeckung wegen der enormen Schneelasten sowie Hagel und Sturm ertüchtigt werden.

Clubgebäude, Remo Wyss
Ziel des Architekten war, das Clubgebäude harmonisch in die Berglandschaft zu integrieren. Remo Wyss und Team sorgten dafür, das ihr Dach den Schneelasten, Hagel, Sturm und sogar Golfkugeln standhält. Alle Fotos und Zeichnungen: Ramseyer und Dilger AG, Bern

Eines der attraktiven Neubauten des Projekts Andermatt Swiss Alps ist das neue Golf Club House. Der zugehörige 18-Loch Golfplatz ist ökologisch entwickelt und schadlos in die Natur eingebettet. Der schottisch anmutende Platz hat eine Flächen von 1,3 Mio. Quadratmeter, er ist sechs Kilometer lang und entspricht hiermit internationalen Turnierstandards. Dem Berner Architekten Kurt Aellen war es wichtig, dass Clubgebäude harmonisch in die karge Berglandschaft zu integrieren. Hierfür wählte er eine asymmetrische felsenartige Form mit Wandverblendung aus groben Bruchstein aus der Region. Auch für die Dachdeckung sollte ein passendes System ermittelt werden, das sowohl bergtauglich ist, als auch die architektonischen Anforderungen erfüllt. Für die Wahl der geeigneten Dachkonstruktion zog Kurt Aellen den diplomierten Spenglermeister Remo Wyss, Geschäftsführer der Firma Ramseyer und Dilger, hinzu. Die Wahl der Dachdeckung viel zugunsten einer rechteckigen Dachplatte aus farbbeschichtetem Aluminium im passenden Farbton Steingrau. Die werkseitige unregelmäßige Kantung erzeugt je nach Sonnenstand ein lebendiges Spiel mit Licht und Schatten.

Querdeckung im Wechsel

Für Zuspruch sorgte auch der Vorschlag von Remo Wyss, bei der Verlegung zwei unterschiedliche Plattenformate mit 420 x 700 und 420 x 1400 Millimetern einzusetzen. Zur Ausführung kam letztendlich eine Querdeckung im regelmäßigen Wechsel schmaler und breiter Platten (700-1400-700-…). Verbunden sind die Aluminiumrauten auf den asymmetrischen Dachflächen parallel zum First mit Einfachfalzen. Um dem Decksystem mehr Kontur zu verschaffen, erfolgt die Längsverbindung der Platten mit konisch geformten Winkelstehfalzen. Sie ermöglichen zudem eine schadlose Querdehnung der Dachplatten.


Remo Wyss / VDSS


Wie es weitergeht und wie die bergtaugliche Unterkonstruktion aufgebaut ist, erfahren Sie in KlempnerMagazin Ausgabe 7/2020.



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Letzte Aktualisierung: 13.10.2020