Leitstrahlen im Raster

Dass Metallfassaden in Klempnerhand gehören, beweist seit Jahren die ­Firma Neß aus Berlin mit außergewöhnlichen Bauprojekten. An einem neuen Zentrum für ­Strahlentherapie installierte Klempnermeister Peter Neß nach dem Entwurf des ­Architekten Bjørn Hoffmann dreidimensional geformte Horizontalpaneele, die wie ein Leitstrahl ­Besucher intuitiv zum Eingang führen.

Metallfassade Neß (1)
Für die Gestaltung und Planung der Fassadengeometrien wurde auf neuste digitale Technologien zurückgegriffen. Die Südseite erhielt ein individuell entwickeltes Fassadenmuster mit fließenden Formen. Fotos: Leigh Lisbão Underwood

Seit 2007 betreiben Dr. med. Andrea Ernst-Köhler und Dr. med. Claudia Pambor in Magdeburg eine Gemeinschaftspraxis für Strahlentherapie; nach rund zehn Jahren wurde es am Standort in der Bahrendorfer Straße nun zu eng. Für eine optimale Versorgung der Patienten und zur Verkürzung von Wartezeiten war eine Modernisierung und Ergänzung der technischen Ausrüstung für die Strahlentherapie erforderlich. Um diese Anforderungen zu erfüllen entwickelte Bjørn Hoffmann, Architekt, Bühnenbildner und Designer, der seine Aufträge von Berlin und Los Angeles aus bearbeitet, ein geeignetes Baukonzept.

Fließende Formen

Entstanden ist ein Gebäude mit Abmessungen von ca. 17 x 42 m, einer Gebäudehöhe von ca. 8,20 m und einer Netto-Geschoßfläche von ca. 1.047 m². Das Obergeschoss wurde teilweise als Staffelgeschoss ausgebildet, um Platz für eine Dachterrasse und ein angrenzendes begrüntes Dach zu schaffen. Die Linearbeschleuniger sind in die östlich gelegenen Strahlenschutzbunker und ein CT-Gerät in das westliche Gebäudeende integriert. Das Therapie- und Verwaltungsgebäude ist als zweigeschossiger und nicht unterkellerter Massivbau mit einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade aus Titanzink umgesetzt.

Die Fassade wurde, insbesondere auf der Nordseite mit großzügigen Glasflächen ausgebildet, um ausreichend natürliche Beleuchtung zu bieten und einen Bezug zur nördlich gelegenen Parkanlage herzustellen. An der Südseite wird zeigt sie ein eigens entwickeltes Fassadenmuster, deren fließende Form die Besucher intuitiv zum Haupteingang leiten. Entwerfen und testen Für die Gestaltung und Planung der themenorientierten unterschiedlichen Fassadengeometrien wurde auf neuste digitale Technologien zurückgegriffen. Mit einen zugeschnittenen Computerprogramm konnten aus gestalterischer Sicht verschiedenste Varianten getestet und diese gleichzeitig fertigungstechnisch bewertet werden. Den Auftrag zur Bauausführung erhielt Klempnermeister Peter Neß, der dem Planer bereits in dieser Phase mit Rat und Tat zur Seite stand. „Sonderkonstruktionen sind bei uns seit vielen Jahren „Standard“. Deshalb verfügen wir mittlerweile über eine vollständige Werkstattausrüstung, mit der wir alle gängigen Bleche und Profile frei formen und somit die allermeisten Architektenwünsche erfüllen können. Am liebsten steigen wir bereits im Planungsstadium der Projektierung ein, um die technische Machbarkeit und die Baukosten für die Umsetzung abzusichern“, so Peter Neß. Ein wichtiges Kriterium, welches dank des Computerprogramms im Rahmen der Ausführungsplanung betrachtet werden konnte, war die „Auflösung“ und Intensität des farbigen Verlaufsmusters in der Fassade.

Klaus Siepenkort

Den kompletten Beitrag lesen Sie in klempner magazin 01.2018.

Letzte Aktualisierung: 10.01.2018