Löten – aber richtig

Die Löttechnik zählt zu den Standardanwendungen des Klempners. Um eine Lötnaht jedoch fachgerecht herstellen zu können, sind handwerkliches Geschick und Fachwissen gefragt.

Löttechnik Witt
Löten will gelernt sein. Entscheidend für die Festigkeit einer Lötnaht ist, dass das Lot vollständig in den Nahtbereich eingezogen ist. Foto: Rheinzink

Als ich Anfang der 80er-Jahre meine Ausbildung begann, gab es in meinem Ausbildungsbetrieb lediglich walzblankes Titanzink und Kupfer sowie verzinktes Stahlblech und Edelstahlblech. Heute sieht die Klempnerwelt viel bunter und vielfältiger aus. Das hat zur Folge, dass man sich über die Verarbeitung hinsichtlich der Löttechnik genau informieren muss. Welches Flussmittel, welches Lot muss man für welches Blech einsetzen? Ist die Oberfläche der Bleche mechanisch zu bearbeiten? Bei vielen vorbewitterten oder farbbeschichteten Blechen ist dies der Fall.

Immer Flussmittel verwenden, das für das zu lötende Blech geeignet ist. Für den Einsatz von Flussmitteln empfehle ich, immer auch das Kleingedruckte auf dem Gebinde zu lesen. Es gibt kein Flussmittel, das für sämtliche Metalle und Metalloberflächen eingesetzt werden kann. Der Einsatz des falschen Flussmittels kann fatale Folgen haben. Grundsätzlich unterscheidet man, in Abhängigkeit von der Temperatur, das Weich- und das Hartlöten. Die nachfolgend aufgeführten Lote und Flussmittel sind gemäß den geltenden Fachregelwerken des Deutschen Dachdeckerhandwerks, des Klempnerfachregelwerks des Zentralverbandes SHK und auf Herstellerinformationen aufgeführt. Bei Unsicherheiten sollte man sich immer mit dem Hersteller des Materials in Verbindung setzen, um die die nötige Hilfestellung zu bekommen. Der Bericht befasst sich überwiegend mit Weichlöten, da das Hartlöten in der Klempnertechnik im Regelfall nur bei Kupfer zur Anwendung kommt.

Weichlöten bei Temperaturen < 450 °C

– Mit Lötkolben (Propanlötgerät)

– Lötzinn

– Flussmittel

Hartlöten bei Temperaturen > 450 °C

– Mit offener Flamme
(Sauerstoff + Azetylen oder
Sauerstoff + Propan)

– Hartlot

– (evtl. zusätzliches Flussmittel;
abhängig vom Hartlot und vom zu verbindenden Material)

Auf die Vorbereitung kommt es an

Löttechnik KME
Kolben werden mit Salmiaksteinen gereinigt und anschließend verzinnt. Dabei darf keine starke Rauchentwicklung entstehen – sonst ist der Kolben zu heiß. Foto: KME

Um eine einwandfreie Lötnaht herzustelle ist einiges zu beachten. So sollte der Lötspalt nicht größer als 0,5 Millimeter sein, damit das Lot kapillar in den Spalt einziehen kann. Das ist gerade bei Edelstahl als schlechter Wärmeleiter sehr wichtig. Ist der Lötspalt zu groß, läuft beim Lötvorgang an geneigten Nähten Zinn dem Kolben hinterher und verbleibt nicht im Kapillarspalt. Fehlt das Lot, ist die Naht undicht. Die Lötnaht muss im waagerechten 10 bis 15 Millimeter und im senkrechten Bereich mindestens 5,0 Millimeter breit sein und das Gewicht des Lötkolbens zwischen 350 und 500 Gramm betragen. Dies ist abhängig von der Wärmeleitfähigkeit des zu lötenden Werkstoffs.

Andreas Witt

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in klempner magazin 06/2015

Letzte Aktualisierung: 25.11.2015