Markpotenzial Faultürme

Ein Schwerpunkt des 3. Klempnertreffs in Münster war die Sanierung von Faultürmen. Da komplizierte Dachgeometrien und gerundete Freiformen der Gebäudehülle zum Spezialgebiet des Klempners zählen, bietet dieses Tätigkeitsfeld mit modernster Mess- und Blechbearbeitungstechnik interessantes Auftragspotenzial.

Faulturm
Das Bekleiden kompliziert geformter Faultürme ist für Klempner und Spengler kein Hexenwerk. Es bietet ihnen ein interessantes Betätigungsfeld.

In einem interessanten Vortrag brachten die Referenten Klaus Eberle und Andreas Frintrup den Teilnehmern das Thema Faulturmsanierungen und Chancen für den Klempner nahe – von der Bestandsaufnahme bis hin zur Endmontage der Metallhülle. Sie haben zahlreiche Projekte gemeinsam bearbeitet; Klaus Eberle lieferte die Grundlagen, für die Planung der Metallhülle einschließlich Unterkonstruktion war Andreas Frintrup verantwortlich.

Klaus Eberle ist Diplomingenieur (FH) und Inhaber des Eberle Ingenieurbüro für Bauberatung. Mit einem Team aus Ingenieuren verschiedener Fachrichtungen bietet er als Dienstleister unabhängige Gutachten und Konzepte für die Wertermittlung, Instandsetzung, Instandhaltung und für die Sanierung von Anlagen und Bauwerken im Bereich des Hoch- und Tiefbaus. Einen Schwerpunkt bildet hierbei die Sanierung von Faultürmen – und hier kennt er sich bestens aus. Er informierte, dass man in Deutschland von einen Bestand mit rund 3.000 Faultürmen ausgehen kann, die mittlerweile 40–60 Jahre in Betrieb sind.

Schon jetzt oder in absehbarer Zeit müssen die meisten umfassend saniert oder gar komplett neu errichtet werden. Typische Sanierungsgründe sind eine unzureichende Dämmung, Wassereintrag durch Dehnungsschäden, Feuchteschäden durch eine beschädigte und mangelhafte Außenhülle, Korrosion an der freiliegenden Bewehrung, unzureichende Befestigung oder durch Überalterung der vorhandenen Wetterschutzhülle. Letzteres trifft beispielsweise auf asbesthaltige Faserzementplatten zu, die nicht repariert werden dürfen und nach und nach ersetzt werden müssen.

Faultürme dämmen?

Die Antwort ist einfach: Im Faulturm eines Klärwerkes erfolgt die sogenannte anaerobe Abwasserreinigung, die der Entfernung schädlicher oder störender organischer Kohlenstoffverbindungen durch mikrobiologische Abbauprozesse dient. Dieser Prozess findet ohne das Vorhandensein von Sauerstoff (anaerob) statt. Dabei gewinnen Bakterien die für ihren Stoffwechsel erforderliche Energie aus der Umsetzung der organischen Kohlenstoffverbindungen zu organischen Säuren und in weiterer Folge hauptsächlich zu Methan, Kohlendioxid und Kohlenwasserstoff [Quelle: WN]. Das erzeugte Methangas wird unterschiedlichen Nutzungszwecken zugeführt, beispielsweise zum Antrieb von Turbinen oder als Brenngas für Heizkessel. Voraussetzung für die Produktion von Faulgas beziehungsweise Biogas ist, dass der Klärschlamm eine Temperatur von 37 bis 38 Grad Celsius aufweisen muss. Je besser Faultürme also gedämmt sind, umso weniger Energie muss zum Aufheizen des Klärschlamms verbraucht werden. Hinzu kommt der positive Effekt der längeren Wärmeerhaltung im Faulturminneren.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie im klempner magazin 03.15

Letzte Aktualisierung: 21.04.2015