Metall für die Hütte

Zwanzig Jahre hielt das Red-Cedar-Dach - dann holte sich die Natur ihr Holz zurück. Bauherr Walter Holzapfel hatte eine Sanierungsidee - Klempnermeister Jürgen Luft setzte sie perfekt um.

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Etwa tausend Schindeln fertigte die Firma Luft GmbH aus Essen für die Gartenhäuser als Sonderform in der eigenen Werkstatt vor. Foto: Siepenkort

Vor zwanzig Jahren ließ Werner Holzapfel, damals Inhaber eines Dachdecker- und Holzbauunternehmens in Bochum, zwei schmucke Gartenlauben mit einer individuellen Dachgeometrie und einer biologischen Holzschindeldeckung als Grillplatz und Lager für Gartengeräte errichten. Mit der Zeit setzten die Holzschindeln der Dächer "Patina" in Form von Moos an und der Verrottungsprozess setzte ein. Ermüdet von ständigen Reparaturarbeiten fasste der Dachspezialist und Fachbuchautor beim Rudolf Müller Verlag einen guten Plan: "Die Dächer müssen in einer optisch ansprechenden Deckung erneuert werden". Für die Deckung musste nun der geeignete Werkstoff und für die asymmetrischen, geknickten Dachflächen das passende Decksystem gefunden werden. Eines war dabei von vornherein klar: Nur eine kleinteilige Deckung mit Metall konnte diese Kriterien erfüllen.

Für die Wahl des geeigneten Dachsystems und der passenden Metalloberfläche nahm der Bauherr, selbst Bausachverständiger, Kontakt zum Gutachterkollegen und Klempnermeister Jürgen Luft aus Essen auf. Nach einem Beratungstermin und der Vorstellung verschiedener Metalloberflächen ließ Jürgen Luft eine kleine Musterfläche verlegen. Walter Holzapfel entschied sich am Ende für ein Rautensystem aus Rheinzink vorbewittert pro blaugrau. Somit wählte er einen passenden Naturwerkstoff mit einer bereits werkseitig entwickelten Patina, wie sie eigentlich erst nach einigen Jahren entsteht. Durch ein besonderes Verfahren wird eine Veränderung der Oberfläche erzielt, die sowohl in Farbe als auch Struktur der einer natürlich bewitterten Oberfläche sehr ähnlich ist und dennoch die weitere natürliche Schutzschichtbildung und Verarbeitbarkeit nicht beeinträchtigt. Bei dem Zusatz "pro" handelt es sich um eine zusätzliche organische Oberflächenbehandlung, die das Material weitestgehend gegen Verarbeitungsspuren wie Fingerabdrücke sowie bei Lagerung und Transport schützt.

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Zwanzig Jahre hielt das Biodach, dann setzte der Verrottungsprozess ein - einhergehend mit ständigen Reparaturen.Foto: Luft GmbH

Spannungsfrei verlegen

"Bei der Erstellung der Musterfläche mit industriell hergestellten Schindeln stellten wir schnell fest, dass wir die komplizierte Dachform mit den vorgegebenen Abmessungen der Schindeln nicht ideal nachbilden können. An den Rundungen hätten wir später sichtbare und unerwünschte Spannungen in die Schindeln eingetragen. Deshalb haben wir uns entschieden, die erforderlichen rund 1.800 Schindeln kleiner zu gestalten und in der eigenen Werkstatt zu fertigen. Unsere individuell einstellbare Ausklink- und Segmentkantmaschinen leisteten uns hierbei gute Dienste", erklärt Jürgen Luft.

Während die Zinkschindeln bereits angefertigt wurden, sorgte ein Team für die Demontage der alten Holzdeckung von der dreißig Millimeter dicken Holzschalung. Da die Schalung selbst noch sehr gut intakt war, musste sie lediglich nachgenagelt und für die neue Deckung zusätzlich mit einer Trennlage versehen werden. "Unsere Gesellen mussten sich zunächst etwas einarbeiten, um die Flächen passend einzuteilen. Wir wollten trotz der vielen Dachknicke schließlich ein vernünftiges Schindelmuster erzielen", so Jürgen Luft. "Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Meine Gartengeräte sind ideal und nachhaltig geschützt, das Dach ist wartungsfrei - die Investition hat sich gelohnt", freut sich Walter Holzapfel.

Letzte Aktualisierung: 30.08.2012