Metalldach UniCredit-Bank Pavillon Andreas Hofer

Eine freigeformte Metalldachkonstruktion, Fotovoltaikmodule, die flächenbündig integriert werden mussten, und ein Baustellenaufmaß ohne Baustelle – das waren die Problemstellungen eines besonderen Pavillons in Mailand. Kreative Klempnerdetails und eine neu entwickelte Software brachten die Lösungen.

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Eine versierte Fachplanung, der hohe Vorfertigungsgrad und das erfahrene Spenglerteam sorgten für eine schnelle und exakte Fertigstellung des Pavillondaches. Fotos: Zintek Srl

Porta Nuova ist ein junges Mailänder Geschäftsviertel, das 2010 erschlossen wurde und sich im Rahmen eines Stadtsanierungsprojektes bis heute weiterentwickelt. Im Zentrum befindet sich ein öffentlicher Park, um den sich verschiedene Bürotürme und Geschäftshäuser aneinanderreihen. Hierzu zählt beispielsweise der „Torre UniCredit“, der mit seinen 218 Metern Höhe als markantes architektonisches Element in die Mailänder Skyline ragt. Für Kontrast zur technisch geprägten Architektur der verspiegelten Hochhaustürme und für Aufsehen in der City sorgt der neue „Pavillon“ der UniCredit-Bank. Das Architekturbüro De Lucchi formte hierfür eine organische Struktur aus Metall und Holz, die an ein Gürteltier, eine Amöbe oder einen Kiesel erinnert. Die vertikale Holzbinderkonstruktion mit horizontal eingespannten Lärchenholzlamellen umfasst einen verglasten Kern mit Auditorium im Erdgeschoss, Galerie im Zwischengeschoss und Lounge unter dem gerundeten Dach. Der UniCredit Pavillon ist nicht nur aufgrund seiner architektonischen Qualitäten, sondern auch wegen des hohen Grades an Umweltverträglichkeit ein vorbildlich gelungenes Projekt. Dies ist einem Design zu verdanken, das sich auf die Energieeffizienz sowie den Einsatz nachhaltiger Werkstoffe und Bausysteme konzentriert. Hierzu zählt beispielweise eine komplexe Metalldachkonstruktion, die alle energetischen Ansprüche erfüllt sowie Fotovoltaikmodule und Oberlichter flächenbündig integriert – eine planerisch, bauphysikalisch und handwerklich besondere Herausforderung für die beteiligten Bauexperten.

Die Kombination aus Holz als Tragstruktur und Metall als Wetterschutz und architektonische Gestaltungsebene ermöglichte hierbei die Umsetzung des dreidimensional gerundeten Baukörpers, dessen Architektenentwurf lediglich als Bleistiftskizze auf einem Blatt Papier entstand.

Basis mit sechs Schichten

Als Grundlage für das Dachsystem wurde bei der Ausführungsplanung eine durchgehende tragende Struktur des Gebäudes aus Holz geschaffen, die an Spanten aus dem Schiffsbau erinnern. Den Übergang von der vertikalen Außenwand aus Holzlamellen und der Metalldachkonstruktion bildet eine in unterschiedlichen Radien geformte umlaufende Ringpfette. Diese hält die Holzstruktur statisch zusammen und ist gleichzeitig Hauptentwässerungslinie für das Metalldach. Der weitere Unterbau der Dachkonstruktion beginnt mit einer statisch und akustisch relevanten 70 mm dicken Mehrschichtholzplatte, auf die eine kaltselbstklebende Elastomerbitumenbahn mit Alukaschierung als Dampfsperre angeordnet ist.

Module im Raster

Bei der Aufteilung der Außenhülle des Daches galt es, Solarmodule, Oberlichter und Lüftungsauslässe für Klimaanlagen und Haustechnik in die aus Titanzinkpaneelen bestehende Dachdeckung zu integrieren. Zugrunde gelegt wurde hierbei die tragende Binderstruktur, die von der Vertikalen auf das Dach übertragen wurden. „Die Ausrichtung und Teilung der Dachpaneele erfolgte über eine festgelegte Mittelachse in Längsrichtung, dem Scheitelpunkt des Baukörpers. Unter Berücksichtigung der fertigungstechnischen Grenzen ergaben sich somit 23 bogenförmige Segmente und Dachelemente mit Regelabmessungen von etwa 2400 mm x 900 mm.

Klaus Siepenkort und Andreas Hofer.

Den kompletten Beitrag lesen Sie in KlempnerMagazin 07.

Letzte Aktualisierung: 11.10.2019