Musterhaft bekleidet

In direkter Nachbarschaft zu Münsters Uniklinik wurde vor kurzem die Wohnbebauung Sentruper Tor fertiggestellt. Mit grün patinierten Kupferbekleidungen und kniffligen Details am Staffelgeschoss sorgte die Firma Ulland Dachtechnik für einen weit sichtbaren Eyecatcher.

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Die Wohnbebauung Sentruper Tor mit grün patinierten Kupferbekleidungen ist der neue Eyecatcher Münsters. Schon bei den letzten Restarbeiten der Firma Ulland waren bereits alle Wohnungen vermietet. Foto: Ulland Dachtechnik

Direkt neben der Uniklinik und wenige Fahrradminuten bis in die münstersche Innenstadt entstand die hochwertige Wohnbebauung Sentruper Tor mit 145 unterschiedlich großen Wohnungen. Im Innenbereich der städtebaulich integrierten rechtwinkligen Bebauung wurden zwei Stadtvillen mit je acht Wohneinheiten errichtet. Die innere Bebauung wird durch einen durchlässigen Eingangsbereich mit gestalteter Grünanlage erschlossen. Dem architektonischen Anspruch der exponierten Lage trug das Architekturbüro Maas und Partner unter anderem durch die Verwendung hochwertiger Materialien wie patiniertem Kupfer und Wasserstrich-Klinker Rechnung – diese Werkstoffe finden sich an typischen historischen münsteraner Bauten wieder.

Aus handwerklicher Sicht zuständig für das nahezu komplette Staffelgeschoss, war die Firma Ulland Dachtechnik aus Ahaus: Geschäftsführer Andreas Ulland erhielt den Auftrag für sämtliche Kupferbekleidungen einschließlich kompletter Unterkonstruktionen sowie für alle Flachdach- und Terrassenabdichtungen einschließlich Plattenbelag und teilweise Dachbegrünungen. Der Klempner- und Dachdeckermeister führt das Unternehmen in der mittlerweile 5. Generation mit aktuell rund 20 qualifizierten Mitarbeitern für alle Dach-Fassadengewerke. Mit der stetigen Erweiterung des Leistungsangebotes bietet er mit seinem Team heute Dach- und Fassadenkonstruktionen mit allen gängigen Deckungsarten und Werkstoffen aus einer Hand an. Dies war insbesondere bei diesem Projekt ein bedeutender Vorteil, da er sämtliche Schnittstellen im eigenen Hause planen und nur mit dem Architekten abstimmen musste – sowohl technisch als auch im Bauablauf. Bedeutende Schnittstellen gab es beispielsweise am Übergang von der Kupferfassade zur Abdichtung an ­Terrassen und Laubengängen des Staffelgeschosses sowie zur Attika der Flachdächer.

Fassade mit Brandschutz


Da es sich um eine Wohnbebauung handelt, wählte das münstersche Architekturbüro Maas und Partner für die hinterlüftete Fassadenkonstruktion aus Gründen des Brandschutzes zementgebundene Holzwerkstoffplatten als Befestigungsgrund für die Kupferscharen und kaschierte Fassadendämmplatten aus Steinwolle. Die verwendete Holzwerkstoffplatte des Fabrikats Duripanel in Brandschutzklasse A2 (nicht brennbar) kommt insbesondere bei Bauten mit erhöhten Brandschutzanforderungen zum Einsatz. Sie wirkt aufgrund ihrer Masse zudem schalldämmend – die verbaute 24 mm dicke Platte wiegt immerhin 30 kg pro Quadratmeter. Fixiert sind die Platten an der zweiteiligen Aluminium-Unterkonstruktion, bestehend aus Konsolen und L-Winkeln. Zum Feuchteschutz während der Bauphase verlegte das Team von Andreas Ulland eine Behelfsdeckung in der Klassifizierung UDB-A gemäß Produktdatenblatt des ZVDH für Unterdeckbahnen. Hierin sind der Widerstand gegen Schlagregen, Alterung sowie der Höchstzugkräfte längs und quer definiert und vom Hersteller des Fabrikats nachzuweisen – bei der Vielfalt der Produkte ist mit dem Datenblatt etwas Ordnung und Sicherheit für den Anwender geschaffen worden. Bahnen für diesen Einsatz müssen über ein Prüfzeugnis der Brandklasse E (DIN 13501) einer amtlich anerkannten Prüfstelle verfügen.


Klaus Siepenkort


Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in klempner magazin, Ausgabe 4.2018.

Letzte Aktualisierung: 05.06.2018