Neuer Anbau des historischen Zeughauses der Hochschule München

Die anspruchsvollen Metallbekleidungen des Pavillons als neuer Anbau des historischen Zeughauses der Hochschule München, ausgeführt vom Spengler-Fachbetrieb Lummel aus Karlstadt erhält im Wettbewerb um den Sanierungspreis 19 eine Lobende Erwähnung.

ehemalige Zeughaus der bayerischen Armee, Hochschule München
Nach umfassenden Rück- und Umbaumaßnahmen ist das denkmalgeschützte ehemalige Zeughaus der bayerischen Armee neues Domizil der Fakultät. Eyecatcher ist der neue Pavillon mit anspruchsvollen Innen- und Außenbekleidungen aus Metall. Foto: Marcus Ebener

Die Fakultät für Design der Hochschule München ist die größte staatliche Institution für akademische Designforschung und -lehre in München. Sie bietet den Bachelorstudiengang „Design“ mit den vernetzten Studienrichtungen Foto-, Industrie- und Kommunikationsdesign sowie den Masterstudiengang „Advanced Design“ mit Schwerpunkt im Arbeitsfeld „Sozialer Wandel und transformative Prozesse“ an. Die Fakultät ist mit weiteren sechs Arbeitsfeldern interdisziplinär angelegt. Nach umfassenden Rück- und Umbaumaßnahmen ist das denkmalgeschützte ehemalige Zeughaus der bayerischen Armee neues Domizil der Fakultät. Die offizielle Eröffnung des Standorts in der Lothstraße 17 durch den bayerischen Kunst- und Wissenschaftsminister Bernd Sibler fand am 6. Februar 2019 statt.

Das historische Gebäude aus dem Jahre 1865 wurde entsprechend den Nutzungsanforderungen der Hochschule München unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Anforderungen umgebaut und erweitert. Ein moderner Erweiterungsbau für Foyer und Ausstellung bildet das Zentrum der Hochschule, öffnet das Gebäude nach Norden und bildet so den repräsentativen Auftakt zum heutigen Kreativquartier. Der Erweiterungsbau besteht aus Untergeschossen in Stahlbeton-Bauweise und einem erdgeschossigen Pavillon als Stahltragwerk auf Stahlbeton-Verbundstützen.

Die Grundform des Daches ist rechteckig. Sie wird von einem Höherversatz von 2,50 Metern in zwei Teilflächen gegliedert. Die Tragschale der Teilflächen liegt jeweils horizontal eben, die Deckung ist flach geneigt mit mittigem First; die Dachdeckung des Verbindungsbaus ist als Pultdach ausgeführt. Aufgrund der komplexen Geometrie wählten das Berliner Architekturbüro Staab Architekten ein Dach- und Deckenbekleidungssystem aus Trapezblech auf der metallischen Unterkonstruktion. Eine Herausforderung war die Umsetzung des Entwurfes einer individuellen, zudem sehr speziellen umlaufenden Profilgeometrie an Dach und Untersicht.

Als Spezialisten der freigeformten Gebäudehülle erhielt Firma Lummel aus Karlstadt den Komplettauftrag, von der Systementwicklung über Planung und Fertigung bis hin zur Montage der Metallbekleidungen des Pavillons. Das Unternehmen existiert seit 1965 und verfügt heute über modernste digitale und maschinelle Blechbearbeitungstechnologien. Ihren hohen Bekanntheitsgrad erlangte das Unternehmen mit vielen zum Teil mit hochrangigen Architekturpreisen dekorierten Projekten.

Das metallgedeckte Dach des Pavillons zeichnet sich aus durch einen Höhenwechsel, der in zwei Teile gegliedert ist und eine ober- wie unterseitig zusätzliche dekorative Hülle aus Strukturblechen erhielt.

Die Strukturbleche sind entlang vom Garten polygonal aufgefaltet. Die Sicken der profilierten Elemente werden von der Unterseite auf die Oberseite durchlaufend ausgeführt. „Besonders anspruchsvoll bei Planung und Umsetzung gestaltete sich die Anforderung einer optisch umlaufenden Profilgeometrie. Dabei musste nicht nur auf den Übergang innen zu außen bzw. Decke zu Dach geachtet werden, sondern insbesondere auch auf die Streckung der Sicke an den schrägen Teilflächen, die sich nur in den Hochsicken widerspiegeln durfte. Erschwerend kam hinzu, dass die Profilbleche sowohl voll- als auch teilgelocht sind und die sich daraus ergebende Maßabweichungen in der Fertigung engstens kontrolliert werden musst...

Autor: Klaus Siepenkort

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Letzte Aktualisierung: 10.03.2020