Neues Zinkdach für die Waldorfschule

„Endlich, endlich, endlich rechtzeitig zum 40-jährigen Jubiläum unserer Schule bekommt das Haupthaus ein neues Dach!“ So kündigte die Widar Schule Bochum auf ihrer Website den sehnlichst erwarteten Baustart einer besonderen Dachsanierung an. Fast hatte man sich an die Hubsteigereinsätze und ständige Reparaturen gewöhnt …

Neues Dach Waldorfschule_Detailansicht
Zahlreiche Segmente ergaben sich für die Bekleidungen der gerundeten Fenster-Leibungen und –Blenden.
Foto: Rheinzink

Für eine Dachdeckung mit Bitumenschindeln eine erstaunlichen Leistung: Immerhin hatte die Erstdeckung seit der Errichtung der Waldorfschute 1979 nun 40 Jahre überdauert. Jedoch ersetzte Haustechnikleiter Mahmut Sahin immer häufiger kleinere Sturmschäden mit eigenen Mitteln, zumindest in den Dachbereichen, in denen ein gefahrloser Zugang möglich war. In den letzten Jahren häuften sich die Reparaturen, die Einsätze wurden aufwändiger, Hubsteiger zählten im Schulalltag bald zum gewohnten Anblick. Aber auch an der kreativ geformten Dachlandschaft waren die Reparatureinsätze immer deutlicher sichtbar, denn die Deckung glich bald einem Flickenteppich, die Bauunterhaltungskosten stiegen unaufhörlich.

Schon beim Anblick der Widar Schule merkt der Betrachter: Hier ist es anders, als bei anderen Schulgebäuden. Das außergewöhnliche Haus mit dem geschwungenen Dach, der attraktiven Fassade und den freundlichen Farben vereint harmonisch Exklusivität und Natürlichkeit.

Der handwerkbezogene Unterricht entwickelt die Willenskräfte und die lebenspraktische Orientierung – beste Voraussetzungen also, bei Waldorf-SchülerInnen erfolgreich für Bauhandwerksberufe zu werben. Dazu gab es mit der komplexen Sanierungsaufgabe für den Zimmereibetrieb Lemm & Overberg Holzbau GmbH aus Bochum und der Firma Schuko Metallbedachungen aus Recklinghausen nun ausreichend Gelegenheit.

Das Richtige für die Hülle

Bevor im Februar 2019 die erste Pappschindel entfernt werden konnte, galt es für die Baubeteiligen, ein schlüssiges Sanierungskonzept zu entwickeln. Hierbei waren sowohl die handwerklich technischen und energetischen als auch logistische Belange zu berücksichtigen - denn die Arbeiten mussten im laufenden Schulbetrieb stattfinden und Bauabläufe exakt koordiniert werden. Die anspruchsvolle Form des Daches bedurfte einer maßgeschneiderten Lösung, die innovative und nachhaltige Aspekte vereinte.

Im ersten Schritt galt es, für den Bauherrn einen Kostenrahmen für die Dachsanierung zu entwickeln, dann ging es in die Detailarbeit, aus der ein konkretes Angebot erstellt werden konnte. Dies führte letztendlich zur Beauftragung in den Einzellosen Holzbau- und Metallarbeiten an Dach und Fassade. Das soweit wie möglich ausgefeilte Sanierungskonzept sah die zunächst Demontage und Entsorgung der alten Schindeldeckung einschließlich Dachschalung vor. Sparren wurden in nahezu allen Bereichen zusätzlichen mit Lattungen aufgedoppelt um die Dämmstoffdicke zu erhöhen und in allen Flächenbereichen eine funktionierende Hinterlüftungsebene zu schaffen.

Klaus Siepenkort

Den restlichen Artikel lesen Sie im KlempnerMagazin 08/2019.



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Letzte Aktualisierung: 18.11.2019