Problem Schneelast

Wenn Kollektoranlagen im Winter für Dachschäden sorgen, wird der Schnee schnell zur Last in doppeltem Sinn. Wir zeigen an einem Beispiel, wie Sie Schäden von vornherein vermeiden können.

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Die alten Solarhalter hielten den Schneelasten nicht mehr stand. Zahlreiche Dachsteine wiesen Löcher auf, so dass Niederschlag ungehindert eindringen konnte.Foto: Alexander Bauer

Im süddeutschen Raum freut man sich im Allgemeinen über den weißen Niederschlag in den Wintermonaten die Tourismusbranche boomt. Der Klimawandel sorgt jedoch zunehmend für extreme Wetterereignisse mit hohen Schneelasten. Dabei entstehen an unzureichend geplanten Solaranlagen oft Schäden, die den Betreibern die Freude an der weißen Pracht deutlich mindern. Neben überlangen Spannweiten der Unterkonstruktion, die zu Brüchen an Solarmodulen führen, treten auch versteckt, sozusagen im "Untergrund" der Anlage, Schäden auf. Sie sind oft erst auf den zweiten Blick erkennbar. Während der für jedermann offensichtliche Glasbruch schnell zu Schadensmeldung und Austausch führt, bleiben Druckschäden unterhalb der Modulflächen oder Kollektoren oft lange unentdeckt und führen schleichend zur Schädigung der Bausubstanz.

Fallbeispiel: Im Rahmen der Sanierung mit Aufstockung eines alten Ferienhauses in Hanglage im bayerischen Oberland wurde die nachträglich montierte Kollektoranlage zurückgebaut. Auf den ersten Blick zeigte sich die sieben Jahre alte Anlage auf dem Ziegeldach unauffällig. Nach dem Entfernen der Kollektoren waren jedoch unter den Dachhaken teilweise fast kreisrunde Ausstanzungen aus den Tondachziegeln erkennbar, in die der anfallende Niederschlag ungehindert eindringen konnte. Nur das alte Unterdach, bestehend aus einer dreilagig verlegten Bitumenabdichtung, verhinderte Schlimmeres; lediglich die Lattung war teilweise verrottet und einige Dachsteine lose.

Ursache: Das vorgefundene Schadensbild an den Ziegeln war auf eine Druckeinwirkung durch Schneelasten auf die Solarmodule zurückzuführen. Die Alterung der Dachsteine begünstigte die Lochbildung anstelle des klassischen Querbruchs. Zudem konnte die Last punktuell zur Frosterosion führen. Der untere Hakenbogen des Solarhalters wies bei trockenem, schneefreiem Dach den regulären Abstand zur Ziegeloberkante auf.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in klempner magazin Ausgabe 2|2011.

Letzte Aktualisierung: 15.02.2021