Putzanschlüsse sicher ausführen, Schäden vermeiden

Anschlüsse an Putz und WDVS im Metallleichtbau geben dem Handwerker oft Rätsel auf. Das neu erstellte Regelwerk des IFBS bietet hierfür zahlreiche Lösungen bei abstimmungsbedürftigen Schnittstellen.

Dachanschluss an Wand mit Innen- und Außenputz, Putzanschluss mit Z-Profil und Schattenfugenprofil
Sandwichdach-Traufe: Dachanschluss an Wand mit Innen- und Außenputz, Putzanschluss mit Z-Profil und Schattenfugenprofil, innenseitig mit luftdichter Bahn. Fotos: IFBS

Die fachgerechte Ausführung der Anschlüsse von Metallleichtbauelementen an Putz und Außendämmung ist unter anderem für die Luftdichtheit und für die Gebrauchstauglichkeit von Metallleichtbau-Konstruktionen von Bedeutung. Diese Schnittstelle war bislang noch nicht geregelt. Aus diesem Grund haben der Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade in Baden-Württemberg und der IFBS in den letzten Jahren hierzu eine gemeinsame Richtlinie erarbeitet.

Die neue Fachregel gilt für den Metallleichtbau mit Anschlüssen an Innenputz, Außenputz sowie Außenwärmedämmung. Sie soll dazu beitragen, dass abstimmungsbedürftige Schnitt- und Nahtstellen besser ausgeführt, Details verbessert und Schäden vermieden werden können. Mithilfe dieser Richtlinie soll die Kommunikation unter den Beteiligten, wie z. B. Auftraggeber, Planer, Auftragnehmer, verbessert werden.

Ziel ist es, bei regelgerechter Ausführung der einzelnen Gewerke die Leistung auch in deren Gesamtheit mangelfrei zu erstellen.

Der neue Fachregelteil umfasst die Planung der Abstände und Höhen an der Traufe, am Ortgang/Dachrandabschluss sowie an Abdeckungen und an Sockel- und Wandanschlüssen, die thermische Längenänderungen, die Dauerhaftigkeit und bauphysikalische Aspekte, wie Luftdichtheit, Wärmeschutz und Feuchteschutz/Schlagregenschutz.

Eine Fülle von Anschlusskonstruktionen werden im Text beschrieben und in Regeldetails dargestellt. Details der Bauteilanschlüsse sind aufgrund der Vielzahl der vorkommenden Systeme nicht abschließend. Die aufgeführten Lösungsvorschläge sind immer auf ihre Übertragbarkeit und Umsetzbarkeit am Objekt zu prüfen.

Stahlkassettenprofile (horizontal angeordnet) Anschluss an Massivwand mit Außenwärmedämmung
Wandanschluss, flächenbündig: Stahlkassettenprofile (horizontal angeordnet) Anschluss an Massivwand mit Außenwärmedämmung.

Bauabläufe planen

Unser Beispiel in Abbildung 1 zeigt einen beheizten Raum, der mit einem Metalldach eingedeckt wird. Die Außenwände bestehen aus Mauerwerk. Um die Luftdichtheit am Dachanschluss/Mauerwerk sicherstellen zu können, müssen unvermörtelte Stöße und Fugen geschlossen werden. Dies ist bei der Planung des Bauablaufs zu berücksichtigen, da dieser Arbeitsschritt nach dem Aufbringen des Metalldaches im Bereich der Mauerkrone nicht mehr möglich ist. Der luftdichte Anschluss wird in diesem Detail durch Einbau eines vorkomprimierten Dichtbandes zwischen Dachanschlussprofil innen und Mauerwerk hergestellt.

Bei geschlossenen Mauersteinen oder Beton kann die Luftdichtheit auch auf der Mauerkrone beispielsweise mit vorkomprimierten Dichtbändern hergestellt werden, die ebenfalls im Rahmen der Metalldachmontage zu verlegen sind.

Putz und Metall trennen

Das Beispiel in Abbildung 2 stellt eine vorhandene Massivwand dar, an die der Metallleichtbau (Kassettenwand) an das WDVS anschließt. Hierbei wird zuerst die Metallleichtbauwand erstellt und anschließend die Außenwärmedämmung aufgebracht. Das Anschlusskantteil ist bis zur Tropfkante des Putzes zu führen. Um die Luftdichtheit zwischen der Kassettenwand und dem Massivbau sicherzustellen, ist hier ein luftdichter Übergang mit Dichtstreifen mittels Fensteranschlussband, EPDM-Folie und dergleichen herzustellen. Der luftdichte Übergang hat zwischen innerer Schale (Untergurt) der Kassettenwand und ungedämmter/unbekleideter Massivwand zu erfolgen. Die Außenwärmedämmung wird an die Kassettenwand herangeführt.

Dabei darf der Putzauftrag nicht direkt an die Kassettenwand herangeführt werden, damit sich Bewegungen der Kassettenwand nicht schädigend auf die Putzschale auswirken.

Dr. Ralf Podleschny

Den kompletten Beitrag lesen Sie in Ausgabe 02.2021 Klempner Magazin.

Letzte Aktualisierung: 22.03.2021