Rauten und Schindeln mit System

Ob Denkmalschutz oder moderne Architektur, kleinteilige Dachsysteme aus Titanzink sorgen seit Jahrhunderten für langlebigen Gebäudeschutz. In unserem Beitrag erfahren Sie alles über Geschichte, Systeme und die Ausführung von Schindel- und Rautendeckungen.

ZDM_03_2011_100_00_Aufmacher_Titelbild_2166-013-A4-RET-RGB.jpg
Ob Denkmalschutz oder moderne Architektur, Rautensysteme sind wieder im Trend. Fotos: Rheinzink

Rauten aus Zink haben eine lange Geschichte, die etwa um 1840 in Mitteleuropa begann und mit dem Zweiten Weltkrieg ein vorläufiges Ende fand. Insbesondere in den raueren Klimagebieten der Mittelgebirge erfreuten sich Rauten als Wetterbekleidungen großer Beliebtheit, im ländlichen Raum an allen vier Gebäudeseiten, in der Stadt vor allem an den Giebelseiten. Später trat die Nutzung der Raute als Dachdeckungsmittel für steiler geneigte Dächer hinzu. Formen und Abmessungen unterlagen regionalem Geschmack, am häufigsten jedoch wurden Rauten verwendet, die einen Zuschnitt von 400 Millimetern aufwiesen.

Kleinformatige Rauten werden heute oft für die Bekleidung von Dachgauben, Kaminköpfen und Dachrändern angewendet. Aufgrund der Kleinteiligkeit der Rauten mit den liegenden Falzverbindungen und Metall als Bekleidungswerkstoff kann die Dachdeckung oder die Fassadenbekleidung nahezu allen Rundungen folgen. In ihrer klassischen Verlegetechnik mit Falz-in-Falz Einhangverbindungen auf Langlebigkeit und "anstandsvolles" Altern ausgelegt, findet sie auch als Giebelbekleidung wieder neuen Anklang. Die Rauten haben ihren Namen von ihrer geometrischen Form und werden in Spitz- und Quadratrauten unterschieden. Im Gegensatz zu Platten oder Schindeln ähnlicher äußerer Erscheinung weisen Rauten auf ihrer Oberseite Vor- und auf ihrer Unterseite Rückkantungen auf. Sie werden entweder handwerklich oder industriell hergestellt. Als Weiterentwicklung der Spitz- und Quadratrauten kommen so genannte Großrauten zum Einsatz. Diese Rautenart weist eine erheblich größere Sichtfläche und somit Deckfläche auf. Die Bekleidungselemente sind in verschiedenen Abmessungen bis zu einer Breite von sechzig Zentimetern und einer horizontalen Länge von 300 Zentimetern verfügbar. Großrauten bieten eine besondere Gestaltungsfreiheit, da sie in variablen Abmessungen sowohl horizontal, vertikal und diagonal als auch im wilden Verband verlegt werden können.

ZDM_03_2011_100_02_Rheinzink_161_6.jpg
Kleinrauten werden in die Rückkantung der unterdeckenden Rauten eingehängt und mit Haften fixiert.

Unterkonstruktion

Als Unterkonstruktion eignen sich bevorzugt hinterlüftete Lattengerüste oder vollflächige Holzschalungen sowie Platten aus Sperrholz (BFU) oder wasserfest verleimte Holzwerkstoffplatten (OSB/3 V 100). Ihre jeweilige Anwendbarkeit ist neigungsabhängig. So wird empfohlen, bei Neigungen unter 75 Grad eine vollflächige Unterkonstruktion zu wählen, sowohl am Dach als auch bei geneigten Fassadenbekleidungen. Vollflächige Unterkonstruktionen verringern Regengeräusche und stabilisieren die Bekleidungen in stoßgefährdeten Bereichen. Dies sind beispielsweise Orte, an denen sich spielenden Kinder aufhalten oder vandalismusgefährdete Bereiche. In allen anderen Fällen reicht ein Lattengerüst aus. Die jeweiligen Lattenabstände der industriell gefertigten Rauten können den neu aufgelegten Rheinzink-Herstellerrichtlinien "Anwendung in der Architektur" entnommen werden.

Neigung und Befestigung

Die systembedingten Vor- und Rückkantungen der Rautentechnik gewährleisten ein hohes Maß an Regensicherheit. Dort, wo bei extremen Wetterlagen auftretendes Treibwasser oder Schmelzwasser bei Eisschanzen im Traufbereich nicht auszuschließen ist, sollten regensichere oder wasserdichte Unterdächer vorgesehen werden, je nach Anforderung. Kleinrauten werden in die Rückkantung der unterdeckenden Rauten eingehängt und an ihrer Oberseite mit je einem Haft pro Seite auf der Unterkonstruktion fixiert. Bei der industriell hergestellten Raute der Firma Rheinzink beispielsweise sorgt eine Aussparung in der Rückkantung für die korrekte Lage der Hafte sie werden quasi "versenkt". Somit entstehen beim Einhängen der nächsten Raute keine seitlichen Verkantungen oder Verschiebungen und ein fluchtgerechtes Verlegen der Elemente ist somit problemlos möglich. Die Großrauten des Rheinzink-Systems werden in Abhängigkeit von der Windbelastung mit Befestigungshaften oder Haftleisten befestigt.

Frank Neumann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe klempner magazin Ausgabe 3|2011.

Hier geht es zu unserem Fachzeitschriftenarchiv.

Letzte Aktualisierung: 20.04.2011