Regenabfluss leicht gemacht

Im ersten Teil der Serie haben wir einige wichtige Grundlagen für die Dachentwässerung zusammengestellt. Hier geht es um die richtige Rinnenform, passende Rinnenabflüsse und deren korrekte Anordnung – damit der Regen das Gebäude schnell verlässt.

Regenabfluss
Strömungsgünstige Halbrundrinnen und geprüfte trichterförmige Einhängestutzen haben eine höhere Abflussleistung als Kastenrinnen und gerade Stutzen. Foto: Siepenkort

Um die anfallende Regenspende eines Daches oder eines Dachbereiches sicher abzuleiten, kommt es auf die passende Entwässerungsleistung der Rinne an. Sie ist von mehreren Faktoren abhängig, beispielsweise von der Rinnenform. Hierbei wird unterschieden in Halbrundformen und in Trapezformen. Halbrundrinnen zeichnen sich aufgrund des günstigeren hydraulischen Verhaltens im Vergleich zu Kastenrinnen durch eine höhere Abflussleistung aus. Schon bei geringen Regenmengen wird eine große Schwimmtiefe erreicht und durch den geringeren Fließwiderstand eine höhere Fließgeschwindigkeit. Ein günstiger Nebeneffekt der höheren Fließgeschwindigkeit ist das bessere Selbstreinigungsverhalten. Das Abflussvermögen handelsüblicher Vorhängerinnen ist den Tabellen 1 bis 4 der ZVSHK Fachinformation „Bemessung von vorgehängten und innenliegenden Rinnen“ zu entnehmen. Als Beispiel hat hierin eine 10 Meter lange halbrunde Rinne mit der Nenngröße 333 Millimeter eine Abflussleistung von 2,45 l/s, die 333er Kastenrinne bei nahezu gleichem Rinnenquerschnitt (circa 90 Quadratzentimeter) lediglich 2,18 l/s. Im Allgemeinen gilt für alle Rinnen, ob halbrund oder kastenförmig, dass das Abflussvermögen mit größerem Querschnitt steigt.


Besser halbrund und tief


Aus wirtschaftlichen Gründen und konstruktiven Zwängen werden innen liegende Rinnen meistens mit rechteckigem oder trapezförmigem Querschnitt nach Angabe des Planers eingesetzt. Dabei ist zu beachten, dass die Rinnen eher tiefer als breit sind, da bei höherem Wasserstand auch der hydraulische Druck und somit das Abflussvermögen steigt. Da auch dies oft nicht möglich ist, sollten mindestens quadratische Querschnitte gewählt werden.
Mit den heutigen maschinellen Möglichkeiten lassen sich in der Klempnerwerkstatt in Segmentkantungen strömungsgünstige, langteilige halbrunde Rinnen herstellen und auch recht problemlos montieren – beispielsweise in Zugbändern aus Stahlblech mit beidseitigen Umschlägen.


Rinnenlängen minimieren, ­Fallrohre positionieren


Ein bedeutender Einflussfaktor für das Abflussvermögen ist die Rinnenlänge: Je länger die Rinne, umso größer ist der Reibungswiderstand, umso geringer die Fließgeschwindigkeit. In unserem Beispiel soll das Regenwasser eines Daches in eine 10 Meter lange vorgehängte Dachrinne geleitet werden, bei der das Fallrohr an einem Rinnenende angeordnet ist. (Der Einfachheit halber haben wir dies schnell mit dem DIN-genauen Rinnen-Berechnungstool von Klaus Zeller berechnet.) Das Berechnungsergebnis ergab bei einer Berechnungsregenspende für Köln von 312 l/(s∙ha) ein erforderliche Abflussleistung von mindestens 3,12 l/s. Um diese Niederschlagsmenge abzuführen, ist eine handelsübliche halbrunde Rinne mit der Nenngröße 400 (Leistung 4,71 l/s) erforderlich. Mit einer einfachen Maßnahme kann die Rinnenleistung jedoch verdoppelt werden. Hierzu muss das Regenfallrohr lediglich in der Mitte der Rinne angeordnet werden, dabei wird der Fließweg des Wassers halbiert. Der Erfolg: Es ist nur noch eine Rinnen-Abflussleistung von 1,56 l/s erforderlich; somit genügt eine halbrunde Rinne Nenngröße 280 (Leistung 1,68 l/s).

Klaus Siepenkort

Den kompletten Beitrag lesen Sie in klempner magazin, Ausgabe 8.2016.

Letzte Aktualisierung: 23.11.2016